Klimakrise erhöht Waldbrandgefahr in Österreich dramatisch – Monokulturen besonders anfällig – WWF fordert Stärkung der Wasserspeicher-Funktion naturnaher Wälder durch “Schwammwald-Offensive”
WWF und SPAR: Gesunde Böden für gesunde Lebensmittel
Presseaussendung
SPAR startet heute mit dem WWF Österreich eine Kooperation für den Erhalt und Aufbau gesunder Böden. Gemeinsam setzen sich der österreichische Lebensmittelhändler und der WWF im Internationalen Jahr des Bodens 2015 für den Aufbau hochwertiger Humusböden und für Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung ein. Im ersten Schritt verkauft SPAR ab Juli 2015 wieder Gemüse aus Humusanbau und fördert die Ausweitung von Humusflächen, die pro Jahr bis zu 50 Tonnen CO2 pro Hektar speichern können.
„Gesunde Böden bilden die Grundlage für gesunde Lebensmittel. Daher sind die Qualität des Bodens und sein Gehalt an Nährstoffen auch so wichtig für uns als Lebensmittelhändler“, stellt SPAR-Vorstandsvorsitzender Dr. Gerhard Drexel fest. „In der bestehenden Kooperation zu unserem nachhaltigen Fischsortiment hat sich die Zusammenarbeit mit den Experten des WWF be-reits bewährt. Die neue Allianz widmet sich nun dem wichtigen aber unter-schätzten Ökosystem Boden“, so Drexel weiter. „Ohne Böden wäre es nicht möglich, die vielen gesunden und hervorragenden österreichischen Lebens-mittel herzustellen.“
Der verantwortungsvolle Umgang mit den natürlichen Ressourcen der Erde ist elementarer Bestandteil der Arbeit des WWF. „Wir freuen uns, dass wir ge-meinsam mit SPAR zu mehr Bewusstsein für unsere ‚Bödenschätze‘ beitragen können“, erklärt Andrea Johanides, Geschäftsführerin des WWF Österreich. „Gesunde Böden sind die Lebensgrundlage für Pflanzen, Tiere und Menschen, und sie stehen in Sachen Artenvielfalt dem tropischen Regenwald um nichts nach.“ Neben ihrer Funktion als Rohstoff- und Lebensmittellieferant und Trinkwasserfilter tragen sie zum Klima-, Hochwasser- und Erosionsschutz bei.
SPAR und WWF: Erhalten, Aufbauen, Informieren
Schon bisher bauen insgesamt 69 Landwirte auf rund 800 Hektar Gemüse in bodenschonender Landwirtschaft an und liefern es an SPAR. Im Laufe der Zusammenarbeit mit dem WWF soll in den nächsten Jahren der Aufbau ge-sunder, humusreicher Böden gemeinsam mit landwirtschaftlichen Vorzeigebe-trieben ausgeweitet und die Kunden bestmöglich über den Wert und die Be-drohung von Böden, der „Haut“ der Erde, informiert werden. In Zukunft werden vier Gemüsesorten aus Humusanbau – SPAR-Chinakohl, SPAR-Cherrytomaten, SPAR-Zwiebeln und SPAR-Karotten – das WWF-Partnerlogo tragen. Abhängig von Wetter und Ernte gelangen die ersten Gemüsesorten aus Humusanbau voraussichtlich ab Juli 2015 in die Märkte.
Wie funktioniert Humusaufbau?
Für das Ökosystem Boden hat der Humusgehalt eine essentielle Bedeutung. Er wird vorrangig durch die Art der Bewirtschaftung beeinflusst. Während die Böden in den vergangenen Jahrzehnten durch intensive Landwirtschaft, Mo-nokulturen und Industrie-Dünger ausgezehrt wurden, setzen die SPAR-Partnerbetriebe verstärkt auf Humusprojekte, die die Bodenfruchtbarkeit ver-bessern. Gemüsebauer Alois Liebmann aus Straden in der Steiermark erklärt: „Wir haben unsere Landwirtschaft vor vier Jahren umgestellt und fördern seit-her den Humusaufbau. Wir pflügen nur noch minimal und düngen mit Kompost und Stallmist. Damit bleiben die Bodenschichten erhalten und der fruchtbare Humus obenauf. Den Boden decken wir zur Unkrautbekämpfung mit Stroh ab und können so auf Herbizide verzichten. Im Herbst wird dieses Stroh seicht in den Boden eingebracht und auch damit wieder Humus aufgebaut.“ Die Bestäubung der Pflanzen übernehmen eigens angesiedelte Hummeln und für die Schädlingsbekämpfung werden Nützlinge eingesetzt. „Außerdem arbeiten wir wieder mit der traditionell üblichen Fruchtfolge und einer Begrünung im Winter anstatt mit Monokulturen“, so der Landwirt weiter. „Das Ergebnis ist vitaminreiches und g’schmackiges Gemüse aus Humusanbau, das zusätzlich das Klima schützt.“
CO2-Speicher Humus: Wichtiger Baustein für den Klimaschutz
In Böden ist derzeit doppelt so viel Kohlenstoff in Form von Humus gespeichert wie in der Atmosphäre vorkommt. Durch schonende Bewirtschaftung und zusätzlichen Humusaufbau werden die Ackerflächen fruchtbarer, gesünder und ertragreicher – und sie lassen das CO2 nicht entweichen, sondern halten es im Boden fest. „Humusreiche Böden sind echte Treibhausgas-Schlucker“, stellt Julia Haslinger, Klimaschutzreferentin beim WWF, fest. Auf derzeit 800 Hektar Humus-Anbaufläche von SPAR könnten demnach im Jahr 2015 bis zu 40.000 Tonnen CO2 gebunden werden. Landwirtschaftliche Humusaufbau-Flächen und auch die darauf wachsenden Produkte entlasten somit das Klima.
Informationskampagne: Gesunde Böden nicht selbstverständlich
Der Wert gesunder Böden als essentielles Element für eine naturnahe Land-wirtschaft, für den menschlichen Lebensraum und als Quelle gesunder Le-bensmittel ist in Österreich vielfach nicht bewusst. „Wir befinden uns hier in einem Land der Seligen, da unsere Landwirte noch genügend fruchtbare Bö-den zur Verfügung haben. Doch mit fortschreitender Überbeanspruchung der Böden könnte sich das langfristig ändern“, befürchtet SPAR-Vorstandsvorsitzender Drexel. Einerseits fördert SPAR daher Projekte wie den Humusaufbau in der Landwirtschaft, andererseits soll durch eine Informati-onskampagne gemeinsam mit dem WWF das Bewusstsein in der Bevölkerung gehoben werden. „Das Internationale Jahr des Bodens der Vereinten Nationen ist dafür ein geeigneter Rahmen. Wir hoffen auf die Unterstützung weiterer Organisationen und appellieren auch an die österreichische Bundesregierung, hier noch stärker tätig zu werden. Denn das Thema gesunde Böden – gesunde Lebensmittel geht uns alle an“, so Gerhard Drexel.
Ziel: Ausweitung auf weitere Flächen und Gemüsearten
Innerhalb der nächsten beiden Jahre möchte SPAR die Humus-Anbauflächen ausweiten und weitere Landwirte in Österreich für das Projekt gewinnen. „Wir möchten noch mehr gesunde und humusreiche Böden und bieten den Land-wirten dafür einen garantierten Absatz des Gemüses, das auf diesen Flächen wächst“, kündigt Drexel an. Auch die Anzahl der Gemüseartikel soll von derzeit vier auf bis zu zehn Salatsorten und Feldfrüchte steigen. „Den Umstieg der Landwirte auf Humus-Produktion belohnen wir mit einer Absatzgarantie sowie mit 30 Euro pro gespeicherte Tonne CO2 im Boden. Im Schnitt erhalten die SPAR-Landwirte so rund 5.000 Euro pro Jahr zusätzlich. Der Umstieg auf humusaufbauende Landwirtschaft zahlt sich für Bauern also auch finanziell aus“, so der SPAR-Vorstandsvorsitzende abschließend.
Weitere Infos zur Kooperation und zum Thema Böden finden Sie unter www.spar.at/zeichensetzen bzw. www.wwf.at/boden
Weitere Auskünfte bei:
Mag. Nicole Berkmann
Leiterin Konzernale PR und Information
SPAR Österreich-Gruppe
Europastraße 3, 5015 Salzburg
Tel. 0662 / 4470 – 22300
Nicole.Berkmann@spar.at
www.spar.at/presse
Claudia Mohl
Pressesprecherin WWF Österreich
Ottakringer Straße 114-116
1160 Wien
Tel.: +43/1/48817-250
claudia.mohl@wwf.at
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