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WWF warnt: Viele Flüsse gehen mit Niedrigwasser in den Hochsommer
Wien, 8. Juli 2026 – Viele heimische Flüsse gehen mit deutlich unterdurchschnittlicher Wasserführung in den Hochsommer, informiert der WWF auf Basis hydrographischer Daten des Umweltministeriums. Besonders auffällige Defizite zeigen demnach mehrere Referenzpegel in Niederösterreich, dem Burgenland und Oberösterreich. Österreichweit lagen die Juni-Abflüsse an rund 85 Prozent der Pegelmessstellen unter dem langjährigen Monatsmittel, bei über 40 Prozent fielen sie sogar in die Kategorie „sehr niedrig“. „Viele Flüsse haben kaum noch Reserven für die heißesten Wochen des Jahres. Jeder weitere Hitzetag verschärft daher den Stress für Fische und andere Gewässerarten“, sagt WWF-Expertin Marie Pfeiffer.
Die deutlichste Abweichung zeigte sich am Kamp bei der Messstelle Zwettl: Dort lag der mittlere Juni-Abfluss um 83 Prozent unter dem langjährigen Monatsmittel. An der Thaya bei Raabs und an der Leitha bei Deutsch Haslau betrug das Minus jeweils 75 Prozent. Auch die Pinka bei Oberwart mit minus 69 Prozent, die Vöckla bei Vöcklabruck mit minus 67 Prozent und die March bei Angern mit minus 64 Prozent wiesen starke Defizite auf. „Vor allem im Osten Österreichs ist die Lage sehr angespannt. Lokale Gewitter können einzelne Pegel kurzfristig anheben, lösen aber kein Niedrigwasserproblem, das sich über Monate aufgebaut hat. Viele Flüsse gehen stark geschwächt in den Hochsommer“, sagt Marie Pfeiffer vom WWF.
Bei hohen Temperaturen erwärmen sich seichte Abschnitte rascher, zugleich sinkt der Sauerstoffgehalt. Für kälteliebende Arten wie Äsche, Huchen oder Bachforelle schrumpfen dadurch wichtige Lebensräume. In verbauten oder ausgeleiteten Gewässerstrecken verschärft sich der Hitzestress zusätzlich, weil Schatten, Struktur und kühlere Rückzugsräume fehlen.
Der WWF fordert daher ein Schutzprogramm für besonders hitzegefährdete Flüsse. Dazu zählen ausreichend Wasser in Wasserkraft-Restwasserstrecken, natürliche Beschattung durch Ufergehölze, die Wiederanbindung von Nebenarmen und Auen sowie verbindliche Beschränkungen für Wasserentnahmen in Trockenphasen. „Die rasante Klimaveränderung erhöht den Handlungsdruck. Viele Flüsse brauchen mehr Platz, mehr Schatten und ausreichend Wasser, damit sie Wetterextreme besser überstehen. Davon profitieren nicht zuletzt auch wir alle“, sagt Marie Pfeiffer vom WWF.
Hintergrund: Auffällige Referenzpegel im Juni 2026
Besonders starke Abweichungen zum langjährigen Monatsmittel gab es im Juni an folgenden Pegeln, wie aus der hydrographischen Monatscharakteristik des Umweltministeriums hervorgeht.
Niederösterreich: Kamp/Zwettl minus 83 Prozent gegenüber dem langjährigen Montagsmittel, Thaya/Raabs minus 75 Prozent, Leitha/Deutsch Haslau minus 75 Prozent, March/Angern minus 64 Prozent.
Burgenland: Pinka/Oberwart minus 69 Prozent.
Oberösterreich: Vöckla/Vöcklabruck minus 67 Prozent, Traun/Wels-Lichtenegg minus 46 Prozent.
Steiermark: Mürz/Kindtal minus 53 Prozent, Lafnitz/Rohrbach minus 50 Prozent.
Vorarlberg: Bregenzerach/Kennelbach minus 58 Prozent gegenüber langjährigem Monatsmittel.
Pressebilder von WWF-Expertin Marie Pfeiffer und Flüssen mit Niedrigwasser sind HIER abrufbar.
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