Vor 8 Monaten wurden die Tiroler Bison-Kuh Ina und ihre Herde nach Aserbaidschan umgesiedelt. Und das Projekt zeigt Erfolge: Die Herde hat sich gut eingelebt und es wurde sogar bereits das erste Kalb geboren.
WWF warnt vor neuer Bedrohung des Amazonasregenwaldes
WWF Presseaussendung
Gyeongju/Korea, 13. April 2015 – Schon bisher war der Regenwald in Südamerika durch illegale Holzfäller, der Umwandlung von Regenwald in Weideland und gigantische Sojaplantagen gefährdet. Nun droht ihm eine neue Gefahr: 250 neue Wasserkraftwerke sollen in der Region gebaut werden. Wenn diese verwirklicht werden, bleiben nur mehr drei frei fließende Zubringerflüsse des Amazonas übrig. Die Bauvorhaben gefährden nicht nur das gesamte Flusssystem mit seiner immensen Bedeutung für die Bewohner der Region sondern auch die wichtige Funktion des Amazonasregenwaldes für das Weltklima. Diese Zusammenhänge zeigt ein neuer Report des WWF, der heute auf dem Weltwasserforum in der koreanischen Stadt Gyeongju präsentiert wird.
Der WWF beurteilt in dem neuen Report den gegenwärtigen Stand des Flusssystems und schlägt auch eine nachhaltige Nutzung der Region vor. Er beschreibt die Wichtigkeit der biologischen Verbindungen zwischen den Ökosystemen im Wasser und an Land. Nur wenn diese aufrechterhalten werden, kann der Wald seine Rolle als Wasser-, Nahrungs- und Energielieferant gewährleisten. „Wasserkraft ist zwar wichtig für die nachhaltige Entwicklung der Region und sie ist besser als fossile Brennstoffe oder Atomenergie“. Es braucht aber eine integrierte Planung für das gesamte Amazonaseinzugsgebiet“, warnt Claudio Maretti, Leiter des Amazonasprogramms des WWF. Ein solcher Ansatz muss sicherstellen, dass die Funktion und Leistungsfähigkeit des Ökosystems erhalten bleibt und die Fragmentierung verhindert wird. Ebenso müssen die Rechte der indigenen Völker und der lokalen Gemeinden gewahrt bleiben. Im Amazonasgebiet leben mehr als 30 Millionen Menschen, darunter mehr als zwei Millionen indigener Zugehörigkeit.
Als Beispiel beschreibt der Report das Tabajós Flusseinzugsgebiet im Entwaldungsgürtel des brasilianischen Amazonas. In dem fast eine halbe Million Quadratkilometer großen Gebiet wurden 44 Mittel- und Großwasserkraftwerkestandorte inventarisiert und sollen vermessen werden. Acht von ihnen sollen 2023 ans Netz gehen. Die meisten dieser neuen Kraftwerke bedrohen die indigene Territorien. Ganze Ökosysteme sollen überflutet werden und Dämme verändern die Fließgeschwindigkeit der Flüsse. Die Verbindung der Flüsse ist sehr wichtig für die Fischerei und die Nahrungsversorgung der Bevölkerung. Denn viele Fischarten brauchen lange Wanderwege zur Fortpflanzung. Welse zum Beispiel wandern tausende von Kilometern.
Das Amazonasgebiet ist eine der wichtigsten ökologischen Regionen der Erde. Es beherbergt den größten zusammenhängenden Regenwald der Erde, ist aber gleichzeitig mit mehr als 100.000 Kilometern das größte Flusssystem der Welt. 20 Prozent des 6,5 Millionen Quadratkilometer großen Waldgebiets wurden vor allem in den letzten 50 Jahren abgeholzt. In den Flüssen des Amazonasbioms schwimmen nicht nur mehr als 3.000 Fischarten sondern dort leben auch mehr als ein Zehntel aller auf dem Planeten vorkommenden Tier- und Pflanzenarten. Alle drei Tage wurde in den letzten 14 Jahren dort eine neue Art entdeckt, Insekten und Mikroorganismen noch nicht einmal eingerechnet. Zahlreiche Arten sind noch immer unentdeckt.
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01 488 17 – 231, Email: franko.petri@wwf.at,
Der neue Report zum Download: http://bit.ly/1I3BQJe.
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