September-Bilanz: Massiver Wassermangel in Flüssen von Niederösterreich bis Vorarlberg – Grundwasserstände bleiben vielerorts niedrig – WWF fordert Schutzprogramm und mehr Renaturierung
WWF: Wieder Giftanschläge in Niederösterreich
Wien, am 11. Juli 2013 – Die erschütternde Serie von Vergiftungsfällen in Niederösterreich hat jedes akzeptable Maß überschritten. In den letzten Wochen fielen in Niederösterreich neuerlich mehrere geschützte Greifvögel illegalen Giftlegern zum Opfer. Dr. Peter Lebersorger von der Zentralstelle Österreichischer Landesjagdverbände ist aufgrund dieser negativen Entwicklungen höchst alarmiert. „Um gemeinsam neue Lösungen für die Problematik der zunehmenden illegalen Verfolgung geschützter Wildtiere zu finden, lade ich NGOs und Behörden zu einem runden Tisch ein“, kündigt Lebersorger an.
In Höflein im Bezirk Bruck an der Leitha wurden eine tote Rohrweihe und ein toter Mäusebussard neben zwei präparierten Stockenten gefunden, die das gefährliche und längst verbotene Nervengift Carbofuran enthielten. Nur wenige Kilomenter davon entfernt, im Nachbarrevier Scharndorf, wurden drei tote Rohrweihen und ein toter Mäusebussard entdeckt. In Zistersdorf im Bezirk Gänserndorf wurde zuletzt sogar ein seltener und streng geschützter Kaiseradler mit Carbofuran vergiftet.
Es gibt bei den aktuellen Fällen starke Hinweise dafür, dass die Täter aus der Jägerschaft stammen. Beide Stockenten, die mit Gift präpariert wurden und als Köder dienten, waren zuvor mit Schrot erlegt worden. Daher fordert WWF-Experte Christian Pichler die Bezirks- und Landesjagdbehörden auf, endlich wirksame Durchgriffsmöglichkeiten gegen Giftleger zu schaffen. Das Besitz- und Anwendungsverbot von Carbofuran müsse lückenlos befolgt und Vergehen mit empfindlichen Strafen belegt werden.
WWF-Experte Pichler ist über die nicht enden wollende Giftserie entsetzt: „Diese Giftlegerei muss ein Ende haben. Wir haben in Österreich derzeit 15 Seeadlerbruten. In den letzten zehn Jahren sind 15 Seeadler vergiftet oder abgeschossen worden. Wir könnten einen wesentlich besser abgesicherten Bestand haben, gäbe es die illegale Verfolgung nicht.“
Bereits seit 2008 sind Besitz und Verwendung des Pestizids Carbofuran EU-weit verboten. Offenbar verschaffen sich rücksichtslose Personen dennoch auf illegalem Weg Zugang zu dem auch für den Menschen tödlichen Nervengift, um es gegen Wildtiere einzusetzen.
Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, WWF-Pressesprecher, Tel. 01/488 17-231, E-Mail: franko.petri@wwf.at
Dr. Peter Lebersorger, Zentralstelle Österreichischer Landesjagdverbände, Tel.: 01/ 405 16 36-0
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