22 besenderte Greifvögel liefern wertvolle Daten für den Artenschutz – Erste markierte Seeadler brüten mittlerweile in drei Nachbarländern – Rund 90 Paare leben wieder in Österreich
WWF wird EU-Kommission zum Schutz des Wolfes einschalten
Wien, Salzburg, 16.07.2019 – Anlässlich des skandalösen Vorgehens beim Wolfsmanagement kritisiert der WWF Österreich insbesondere den verantwortlichen Agrar-Landesrat Josef Schwaiger und kündigt darüber hinaus konkrete Schritte gegen den politisch geforderten Abschuss an. „Wenn der aktuelle Tötungsantrag bewilligt wird, werden wir diesen Bescheid umfassend rechtlich prüfen. Darüber hinaus werden wir im Fall des Falles auch die EU-Kommission darüber informieren, dass hier das EU-Naturschutzrecht ausgehöhlt werden soll“, sagt WWF-Wolfsexperte Christian Pichler am Dienstag und begründet dies wie folgt: „Ein Freibrief für Abschüsse auf Basis willkürlich gewählter Risszahlen verstößt aus unserer Sicht gegen die relevante EU-Richtlinie, wie wir schon beim Beschluss des Managementplans betont haben. Bei streng geschützten Arten wie dem Wolf ist jeweils im Einzelfall zu prüfen, ob nicht gelindere Mittel wie Herdenschutz oder der Einsatz von Hunden zum Ziel führen. Das ist aber in Salzburg nicht einmal versucht worden.“
„Salzburg hat sich im vergangenen Jahr eine gewisse Vorreiter-Rolle im Wolfsmanagement erarbeitet. Doch jetzt fällt es ins Mittelalter des Naturschutzes zurück und will Vorreiter bei der Tötung des ersten Wolfs in Österreich nach mehr als 100 Jahren sein. Damit möchte der zuständige Landesrat offenbar seine jahrelangen Versäumnisse beim Herdenschutz zudecken“, sagt Pichler anlässlich der Abschussforderungen, obwohl es sich beim Wolf um eine EU-rechtlich streng geschützte Tierart handelt. „Erstens wird der Wolf bereits zum Sündenbock gemacht, obwohl noch viele DNA-Tests fehlen und noch gar nicht klar ist, ob es sich immer um dasselbe Wildtier gehandelt hat. Zweitens werden extra angekaufte Herdenschutz-Sets nicht eingesetzt. Damit liegt der Verdacht nahe, dass die Lage bewusst eskaliert werden soll“, bekräftigt Pichler.
Anstatt weiterhin auf Wildwest-Politik zu setzen, sollte Landesrat Schwaiger die Landwirte mit rechtlich abgesicherten Lösungen unterstützen, indem er zum Beispiel einen fachgerechten Herdenschutz vorantreibt und internationale Fachleute zu Rate zieht. „Wer hingegen erprobte Methoden ignoriert und von vornherein ablehnt, disqualifiziert sich als verantwortungsvoller Politiker“, sagt WWF-Experte Pichler.
Rückfragehinweis:
Mag. Florian Kozák, Pressesprecher WWF Österreich
florian.kozak@wwf.at, +43 676 83 488 276
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Wasserkrise in der Lobau: Eines der größten Gewässer erstmals im Frühjahr geteilt
Bekanntes Eberschüttwasser im Nationalpark durch Wassermangel in zwei Teile getrennt – WWF fordert rasche Maßnahmen gegen Austrocknung der Unteren Lobau
Wildtierkriminalität in Österreich: 310 Fälle und eine sehr hohe Dunkelziffer
Neuer Bericht zeigt dramatisches Ausmaß illegaler Verfolgung geschützter Arten – BirdLife Österreich und WWF Österreich fordern nationalen Aktionsplan
Neuer Entwurf für Isel-Schutzgebiet verfehlt EU-Vorgaben
Geplante Verordnung der Landesregierung äußerst mangelhaft – WWF fordert umfassende Sanierung statt Stückwerk – Weitere Eskalation des EU-Vertragsverletzungsverfahrens droht
WWF: Lebensmittelverschwendung kostet Haushalte im Schnitt rund 100 Euro pro Monat
Tag der Lebensmittelrettung am 26. Mai: WWF errechnet Kosten der Verschwendung für Haushalte – Mehr Aufklärung, Transparenz und verbindliche Reduktionsziele gefordert
WWF: Neuer OECD-Bericht belegt anhaltenden Reformstau
Umweltprüfbericht kritisiert fehlende Verbindlichkeit, unklare Zuständigkeiten und umweltschädliche Fehlanreize – Ausbau von Schutzgebieten und bessere Naturschutz-Finanzierung empfohlen – OECD warnt vor Bodenversiegelung und Verfehlen der Klimaziele
Good News: Laos kämpft um Rückkehr der Tiger
Die Regierung in Laos hat einen Nationalen Aktionsplan verabschiedet, durch den sich die Tigerpopulation wieder erholen soll.
INN Dialog diskutiert über Zukunft des Dreiländerfluss
Rund 100 Teilnehmende aus Wissenschaft, Praxis und Bevölkerung diskutieren über den Arten- und Naturschutz am Inn – Abschluss des grenzüberschreitenden EU-Projekt INNsieme connect
WWF: Neue Hoffnung für den Tiger – Laos startet nationalen Aktionsplan zur Rückkehr der Großkatzen
Nur mehr rund 5.500 Tiger in freier Wildbahn – Neuer Zehn-Jahres-Plan zur Aufwertung der Tiger-Lebensräume in Laos beschlossen – WWF vor Ort zur Umsetzung im Einsatz













