Aufnahmen von Wildtierkameras zeigen, wie thailändische Tigerfamilien durch die Wälder streifen. Und auch Zahlen bestätigen, dass sich die dortigen Tigerbestände erholen – in Thailand ist er seit 2024 um 16% angestiegen.
WWF: Wolfsabschüsse schützen keine Nutztiere
Presseaussendung WWF
Wien, 16. 9. 2016 – Der Abschuss von Wölfen schützt Nutztiere nicht, das ergab eine kürzlich erschienene Studie im US-amerikanischen Fachjournal ‘Frontiers in Ecology and the Environment’. Ganz im Gegenteil: getötete Wölfe führen in fast einem Drittel der untersuchten Fälle zu mehr Nutztierschäden. Diese Erkenntnisse lassen sich auch auf die Situation der Wölfe in Österreich umlegen. „Gerne wird bei entdeckten Rissen von Schafen sofort der Abschuss von Wölfen gefordert. Doch die Milchmädchenrechnung geht leider nicht auf. Weniger Wölfe führen oft sogar zu einem Ansteigen an Nutztierrissen“, erklärt Christian Pichler, WWF Österreich-Wolfsexperte. Als wirksame Methode zum Schutz von Schafen hat sich der Herdenschutz erwiesen, er zeigte in 80 Prozent der untersuchten Fälle Erfolg.
Wenn Wölfe Nutztiere reißen, ist meist die Forderung nach einem Abschuss der großen Beutegreifer nicht weit. Doch das Töten einzelner Wölfe bringt nur selten den gewünschten Effekt, ergab eine kürzlich erschienene Studie im Fachjournal ‘Frontiers in Ecology and the Environment’. Nur in 29 Prozent der untersuchten Fälle konnte ein minimaler und nur kurzfristiger Rückgang der Übergriffe auf Nutztiere durch eine Wolfstötung erzielt werden. Bei 71 Prozent wurden hingegen keine Effekte oder sogar mehr Nutztierschäden festgestellt. Herdenschutzmaßnahmen und visuelle Abschreckungen wie Flatterbänder hingegen erfreuen sich großer Wirksamkeit. In 80 Prozent der untersuchten Fälle nahmen die Risse deutlich ab.
„Der Abschuss einzelner Wölfe zum Schutz von Schafherden greift zu kurz und ist oft sogar kontraproduktiv“, fasst Pichler vom WWF zusammen, „solche Eingriffe bringen die soziale Struktur in Wolfsfamilien durcheinander. Der Abschuss eines Elterntieres kann beispielsweise dazu führen, dass Wölfe ihr Jagdverhalten ändern und wegen der fehlenden Erfahrung auf leichter zu erbeutende Tiere wie ungeschützte Schafe ausweichen müssen. Zusätzlich wird durch das Töten von Tieren die Zerstörung der ohnehin nur sehr kleinen Populationen riskiert.“
Darum fordert der WWF einmal mehr Herdenschutzmaßnahmen wie Elektrozäune oder Schutzhunde. Zu den Vorzeigeprojekten zählen die Herdenschutzprojekte in der Schweiz. Hierzulande hat das Pilotprojekt in Kals in Osttirol bereits wichtige Erkenntnisse hinsichtlich Behirtung, Integrierung der Schutzhunde in die Herden und Aufklärungsarbeit gebracht.
Für die aktuelle Studie hat ein internationales Forschungsteam systematisch die Resultate und die Aussagekraft von verschiedenen Studien in Amerika und Europa unter die Lupe genommen. Auch Resultate aus Afrika und Asien bestätigen die Befunde. Die Ergebnisse decken sich auch mit jenen einer 2014 veröffentlichten Studie für den amerikanischen Raum. Auch damals kamen Wissenschaftler zum Schluss, dass Wolfsabschüsse kontraproduktiv für den Schutz von Nutztieren sind.
Die Österreichischen Lotterien unterstützen den WWF und insbesondere seine Arbeit zum Schutz des Wolfes in Österreich.
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel.: 01/48817-250, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF-Flüssereport: Drei Viertel der ökologisch wertvollen Flussstrecken ungeschützt
77 Prozent der wertvollen Flussstrecken ohne verbindlichen Schutz vor weiterem Wasserkraftausbau – Hitze und Dürre machen Schutz und Renaturierung dringlicher – WWF legt Zeugnisse für alle neun Bundesländer vor
UNO-Artenschutzkonferenz: WWF bewertet Ergebnis als „verpasste Chance“
Staaten bleiben bei Naturschutz-Finanzierung und Abbau umweltschädlicher Subventionen hinter notwendiger Ambition zurück – WWF fordert Konsequenzen auch in Österreich
CITES-Meeting: WWF warnt vor Tigerfarmen als Deckmantel für illegalen Wildtierhandel
Große Datenlücken erschweren Kontrolle des Handels mit Tigern – WWF fordert strengere Aufsicht und ein Ende der Zucht für den Handel mit Körperteilen – Artenschutzgremium CITES tagt in Genf
WWF und Ozeanforscherin Sylvia Earle legen Grundstein für besseren Schutz des Mittelmeers
Neue Hoffnungs-Zone für den Artenschutz im Mittelmeer – Basis für grenzüberschreitenden Schutz seltener Hai- und Rochenarten, Wale, Delfine und Meeresschildkröten – WWF fordert politische Zusagen
Weltnaturkonferenz: WWF fordert Kurskorrektur bei Milliarden-Subventionen
UNO-Konferenz vor Abschluss – Reform umweltschädlicher Subventionen stark umkämpft – Naturschutzorganisation fordert verbindlichen Finanzierungsplan
WWF zum Klimagesetz: Ohne verbindliche Pflichten droht Mogelpackung
Begutachtungsfrist endet am Freitag: Verbindliche Sektorziele und Rechtsschutz fehlen, Standortklausel ermöglicht Rückzieher – Bundesregierung und Nationalrat müssen Entwurf nachschärfen
WWF: 20 Spitzmaulnashörner zum Schutz vor Wilderern evakuiert
Nashorn-Wilderei in Südafrika bedroht Arterhalt – Umsiedlung von Tieren nach Botswana zum Aufbau neuer Populationen – WWF vor Ort im Einsatz gegen illegale Jagd und Handel mit Nashorn-Horn
Weltnaturkonferenz: WWF warnt vor Scheitern zentraler Verhandlungen
Zum Start des Ministersegments stocken Verhandlungen über Naturschutz-Finanzierung – WWF fordert verbindliche Finanzierungszusagen und Abbau umweltschädlicher Subventionen












