Brutbilanz 2026: 30 Jahre alter Rekord gebrochen – 147 Jungvögel bei 46 Brutpaaren nachgewiesen – WWF-Auenreservat bietet wertvollen Lebensraum
WWF zu Abschluss UN-Konferenz zur biologischen Vielfalt (CBD)
Wien/Pyeonchang 17. Oktober 2014 – Für große Sprünge haben Mut und Wille gefehlt, so lautet zumindest das Fazit der Naturschutzorganisation WWF zum Abschluss der zwölften UN-Konferenz CBD im südkoreanischen Pyeongchang. Zwei Wochen lang berieten 193 Staaten auf der UN-Tagung zum Schutz der weltweiten biologischen Vielfalt.
„Der Mensch verursacht das größte globale Artenaussterben seit Verschwinden der Dinosaurier. Die Erde verliert ihre ökologischen Reserven im Zeitraffer. Doch der internationalen Staatengemeinschaft scheinen Mut, Kraft und Wille für ambitionierte Rettungsversuche zu fehlen. Stattdessen müssen wir uns mit zaghaften Schritten begnügen“, bilanziert Günter Mitlacher, verantwortlich für Internationale Biodiversitätspolitik beim WWF. Immerhin gibt es beim internationalen Meeresschutz einen Erfolg. So sind auf der Konferenz die Grundlagen für ein weltumspannendes Netz an marinen Schutzgebieten gelegt worden.
Nach dem in Korea vorgelegten ersten Fortschrittsbericht zum 10-jährigen CBD-Masterplan, der 2010 im japanischen Nagoya beschlossen wurde, ist abzusehen, dass nur einige der damals beschlossenen Ziele fristgerecht erreicht werden. Vor allem der Abbau naturschädigender Subventionen sei noch in weiter Ferne. Als Beispiel nannte der WWF auch die EU, die eine historische Chance verpasst habe, ihre umweltschädliche Agrarpolitik für den Zeitraum 2014-2020 zu reformieren und nachhaltiger zu gestalten.
Erneut heftig umstritten war in Pyeonchang die Vereinbarung, bis 2015 die Finanzmittel für Entwicklungs- und Schwellenländer auf acht Milliarden Euro zu verdoppeln. Zwar hat etwa Deutschland dieses Ziel schon erreicht und auch das Gastgeberland Korea bekannte sich dazu. Andere Länder wie etwa die Schweiz oder Kanada, wollen hingegen erst bis 2020 diese finanziellen Zusagen einhalten. Österreich liegt mit diesen Verpflichtungen weit hinten. Zudem forderten afrikanische Staaten erfolglos eine weitere Aufstockung bis 2017. Als ein kleiner Schritt nach vorne ist der Beschluss zu einem nationalen Finanzierungsziel zu werten. Demnach sollen bis 2020 Gelder mobilisiert werden, um bestehende Finanzierungslücken von nationalen Biodiversitätsplänen zu schließen. Jetzt seien alle Staaten gefordert, im eigenen Lande mehr zu tun.
Als großen Erfolg bewertet der WWF die Anerkennung von über 150 ökologisch oder biologisch bedeutsamen Meeresgebieten. Rund um den Globus hatten Experten in den letzten Jahren wertvolle Meeresgebiete in küstennahen Gewässern wie auch auf Hoher See identifiziert und beschrieben. Deren Bedeutung für den Erhalt mariner Ökosysteme wurde nun offiziell bestätigt. „Jetzt liegt es an den Staaten, jeweils in ihren nationalen Gewässern wie gemeinschaftlich in den internationalen Gewässern entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, um deren langfristigen Erhalt sicherzustellen“, forderte WWF-Meeresschutzexpertin Simone Niedermüller.
Erst vergangene Woche hatte eine WWF-Studie gewarnt, dass es um die biologische Vielfalt noch nie so schlecht bestellt wie heute. Der Living Planet Index zeigt demnach einen Rückgang um 52 Prozent für den Zeitraum von 1970 bis 2010. Im Durchschnitt hat sich die Anzahl der untersuchten Säugetiere, Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische damit halbiert. Insgesamt verbraucht die Menschheit jedes Jahr 50 Prozent mehr Ressourcen, als die Erde innerhalb dieses Zeitraums regenerieren und damit nachhaltig zur Verfügung stellen kann.
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231, E-Mail: franko.petri@wwf.at. Hintergrundinformationen CBD: www.wwf.de/cbd.
Kontakt vor Ort: Günter Mitlacher, Internationale Biodiversitätspolitik WWF, Tel. 0151-1885 5000, guenter.mitlacher@wwf.de
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF: Totschnig muss Klima-Risikoanalyse für Gepatsch-Speicher anordnen
Anstehende Sicherheitsüberprüfung als Hebel – Klimafitte Untersuchungen zu Permafrost und Bergsturzrisiken fehlen – WWF fordert Aussetzung des UVP-Verfahrens für Kaunertal-Ausbau
Klimagesetz: WWF warnt vor Mogelpackung
Ohne wirksame Nachschärfungen bleibt Klimagesetz ein Etikettenschwindel – Umweltschutzorganisation fordert verbindliche Zwischenziele und rasche Maßnahmen
WWF: Amazonas-Fische helfen, den Regenwald zu erhalten – 144 Arten bedroht
Neuer Report: Flussverbauung und Überfischung gefährden Fischbestände und Lebensgrundlagen von Millionen Menschen – WWF fordert Schutz frei fließender Flüsse und wichtiger Fischlebensräume
WWF zu hohen Spritpreisen: Öffis ausbauen, Öl-Abhängigkeit im Verkehr senken
Umweltschutzorganisation fordert bessere Bus- und Bahnverbindungen, sichere Radwege und günstigeres Klimaticket – Übergewinne der Mineralölkonzerne EU-weit besteuern
Google-Rechenzentrum: WWF begrüßt erneute Prüfung der UVP-Pflicht
Umweltschutzorganisation fordert umfassende Umweltprüfung in Kronstorf nach Fall in Niederösterreich – Bundesregierung muss eindeutige Regeln für große Rechenzentren im UVP-Gesetz verankern
WWF-Erfolg: Flussdelfin-Nachwuchs im Mekong
6 Kälber der vom Aussterben bedrohten Irawadi-Flussdelfine wurden heuer in Kambodscha geboren – ein großer Erfolg im Artenschutz! Ein herzerwärmendes Video zeigt den Nachwuchs.
WWF: Nachwuchs-Rekord bei stark bedrohten Flussdelfinen im Mekong gibt Hoffnung
Zahl der vom Aussterben bedrohten Irawadi-Flussdelfine in Kambodscha steigt auf 118 Tiere – Heuer sechs Kälber geboren – WWF erfreut über positives Ergebnis intensiver Artenschutzmaßnahmen
EU-Klimaresilienz: 34 Organisationen fordern Vorrang für naturbasierte Lösungen
Offener Brief an EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen – Städte- und Gemeindeverbände, Wasserversorger und Fischerei fordern Natur als Europas „erste Verteidigungslinie“













