EU-Kommission kündigt Überprüfung zentraler Naturschutz-Richtlinien für 2027 an – WWF warnt vor leichteren Abschüssen und mehr Eingriffen in Schutzgebiete – „Wild sein ist kein Verbrechen“
WWF zum Klimaschutz: Von Paris in die Energiezukunft
Wien, 3. November 2016: Große Begeisterung herrscht beim WWF über den schnellen Prozess zum in Kraft treten des Klimavertrags von Paris. „Wenn die Staatengemeinschaft beim Setzen ihrer Maßnahmen jetzt auch so schnell ist, dann haben wir eine echte Chance, den schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels noch zu entgehen“, so Karl Schellmann, Leiter Klima- und Energie beim WWF Österreich. Menschen und Natur leiden bereits stark unter Dürren, Hitzewellen und unter der Verschiebung von Jahreszeiten und Klimazonen. Die CO2-Werte in der Atmosphäre sind auf eine Höhe gestiegen wie sie aus natürlichen Ursachen seit Jahrmillionen nicht mehr waren. Lebensräume, Wasser und Nahrungsgrundlagen gehen verloren – und dies passiert in so schneller Geschwindigkeit, dass eine Anpassung oft nicht mehr möglich ist, weder für die Menschen noch für die Natur.
Der Auftrag für Österreich, der sich aus dem Pariser Klimavertrag ergibt, ist für den WWF sehr eindeutig: Eine umfassende Energiewende mit drastischer Senkung des Energieverbrauches und naturverträglichem Ausbau der erneuerbaren Energiequellen, Senkung von Emissionen bei industriellen Prozessen wie etwa in der Stahl- oder Zementindustrie sowie eine weitere Reduktion der Treibhausgase aus der Landwirtschaft. Umweltminister Rupprechter hat die Zeichen der Zeit erkannt und sich für einen Ausstieg aus fossiler Energie bis spätestens 2050 ausgesprochen und sieht das auch als Zielvorgabe für die derzeit entstehende Energie- und Klimastrategie. Er hält auch an seinem in Paris verkündeten Ziel fest, bis 2030 in Österreich 100 Prozent Ökostromversorgung zu erreichen. Der Fossilausstieg bis 2050 wäre auch die richtige Botschaft unseres Umweltministers bei der kommenden Klimakonferenz in Marrakech.
„Diese Ziele machen rasche und wirksame Maßnahmen in allen Sektoren notwendig. Eine Ausbauinitiative für den öffentlichen Verkehr muss gestartet werden, eine österreichweite Energie-Raumplanung, die auch Naturschutzzonen außer Streit stellt, muss entwickelt werden und die Wohnbauförderung muss für die Sanierung bestehender Gebäude zweckgebunden werden. Es braucht zudem einen Ausbau des Ökostromgesetzes und eine ‚Klimaprüfung‘ für das Steuer-, Förderungs- und Abgabensystem in Österreich“, mahnt Schellmann ein Umsetzungskonzept für den heimischen Klimaschutz ein.
Rückfragehinweis:
Mag. Gerhard Auer, WWF Pressesprecher, 0676 83488231, gerhard.auer@wwf.at
Karl Schellmann, WWF Leitung Klimaschutz & Energie, 0676 83488249, karl.schellmann@wwf.at
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