EU-Kommission kündigt Überprüfung zentraler Naturschutz-Richtlinien für 2027 an – WWF warnt vor leichteren Abschüssen und mehr Eingriffen in Schutzgebiete – „Wild sein ist kein Verbrechen“
WWF zum morgigen Ende des Klimagipfels: Klimaschutz ist stärker als Trump und österreichische Bremser
Presseaussendung WWF
Wien, 18. November 2016. 111 Staaten mit zusammen 77 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen ratifizierten das Paris Abkommen bereits in ihren nationalen Parlamenten, und die Zahl steigt weiter. Um als völkerrechtlicher Vertrag in Kraft zu treten mussten 55 Staaten mit 55 Prozent der globalen Emissionen das Abkommen ratifizieren. Dies wurde bereits am 4. November 2016 erreicht. Auch ein Austritt der USA würde daran nichts mehr ändern. Werden die 16 Prozent Emissionen der USA abgezogen, bleiben immer noch 61 Prozent der globalen Emission als Unterstützung des Pariser Vertrages.
„Der weltweite Klimazug ist in Bewegung und nicht mehr aufzuhalten. Seine Fahrtrichtung wurde noch einmal klar bestätigt – es gilt jetzt, vorne mit dabei zu sein anstatt mühsam hinterherzulaufen“, so Karl Schellmann, Klima- und Energieexperte beim WWF Österreich. Die eben beschlossene „Marrakech Action Proclamation“ besagt deutlich, dass Klimaschutz und soziale Entwicklung gemeinsames Programm sind. Es wird deutlich gefordert, dass sowohl die langfristigen Pläne als auch die kurzfristigen Aktivitäten bis 2020 verbessert werden müssen. Die derzeitigen Klimapläne reichen noch nicht aus um die Zerstörungswucht des Klimawandels ausreichend abzufedern.
„Auch in Österreich sind wir noch nicht am richtigen Klimaschutzpfad. Die Maßnahmenpläne bis 2020 sind nicht ausreichend und statt langfristigen Konzepten gibt es nur langwierige Diskussionen. Auch der schlechte Platz im Klimaschutzindex macht die Versäumnisse sichtbar. Die Wirtschaftskammer und die Arbeiterkammer bremsen, der Umweltminister sagte in Marrakesch nichts Substanzielles, die Regierung diskutiert mehr über Neuwahlen als über öffentlichen Verkehr, Gebäudesanierung und den naturverträglichen Ausbau der erneuerbaren Energien. So werden wir zu Hinterherläufern und das wird sowohl für Wirtschaft und Gesellschaft teuer“, so Schellmann und abschließend: „Die Glaubwürdigkeit der Politik lässt sich am Vergleich von Ankündigungen und tatsächlicher Umsetzung ablesen. Und die Ankündigungen in Marrakesch sind sehr klar, sie rufen die Politik auf aufzuwachen und zu handeln.“
Rückfragehinweis:
Mag. Gerhard Auer, WWF Pressesprecher, 0676 83488231, gerhard.auer@wwf.at
Karl Schellmann, WWF Leitung Klimaschutz & Energie, 0676 83488249, karl.schellmann@wwf.at
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