Artenschutzorganisation fordert Kurskorrektur im Wolfsmanagement – Besenderte Wölfe liefern wertvolle Daten für Herdenschutz und Prävention – Italien forscht, Österreich schießt ab
WWF zum Tag des Waldes: Umsetzung der Forstgesetznovelle wichtiger denn je
Zum Tag des Waldes am 21. März pocht die Umweltschutzorganisation WWF Österreich auf die Umsetzung der kürzlich verabschiedeten Forstgesetznovelle. “Zum ersten Mal seit seinem Inkrafttreten im Jahr 1975 berücksichtigt das Forstgesetz die immer weiter voranschreitende Klima- und Biodiversitätskrise”, erklärt WWF-Waldexpertin Karin Enzenhofer. “Wir haben nun erstmals die Chance, naturnahen Wäldern mehr Priorität einzuräumen. Dadurch könnten sie künftig effektiver vor der Verbauung durch Straßen, Logistikzentren und andere Großinfrastruktur geschützt werden.” Naturnahe Wälder speichern enorm viel Kohlenstoff und gehören zu den letzten großen Bollwerken der Artenvielfalt. Deshalb spielen sie in den nächsten Jahren eine entscheidende Rolle im Kampf gegen die Erderhitzung und den Verlust der biologischen Vielfalt. Der WWF fordert daher die rasche und ambitionierte Umsetzung des Forstgesetzes in den nationalen Waldentwicklungsplan – dem wichtigsten Instrument in der forstlichen Raumplanung. “Mit der Implementierung der Novelle wird der Schutz naturnaher Wälder zum ersten Mal als Teil des öffentlichen Interesses definiert. Er muss also künftig bei allen forstrechtlichen Verfahren, wie zum Beispiel bei Rodungen oder der Errichtung von Forststraßen berücksichtigt werden”, erklärt WWF-Expertin Enzenhofer. “Das ist ein wichtiger Schritt zum nachhaltigen Schutz unserer größten Kohlenstoffsenke.”
In Österreich speichern die Wälder rund eine Milliarde Tonnen Kohlenstoff. Damit sind sie derzeit noch der größte heimische Kohlenstoffspeicher – vor Mooren und Feuchtgebieten. “Das entspricht mehr als dem 45-fachen des jährlichen CO2-Ausstoßes in Österreich”, erklärt Karin Enzenhofer – und verdeutlicht damit die Gefahr: “Bei Übernutzung oder größeren Schäden kann der Wald auch sehr viel CO2 freisetzen, was die Klimakrise weiter anheizen würde.” In den Jahren 2018 und 2019 wurde der Wald bereits zur Kohlenstoffquelle. “Das liegt daran, dass es in beiden Jahren nur geringe Niederschläge gab, weshalb sich das Wachstum der Wälder verlangsamt hat”, sagt Karin Enzenhofer vom WWF. “Gleichzeitig haben Stürme große Schäden angerichtet. Das hat dazu geführt, dass der Waldboden stärkerer Sonneneinstrahlung ausgesetzt war und mehr CO2 freigesetzt hat.” Trockenjahre werden in Zukunft allerdings häufiger werden, ebenso wie Extremwetterereignisse. Gleichzeitig steigt der Druck durch die Bewirtschaftung. “Die vielen Monokulturen und die zu intensive Nutzung bedrohen die Vielfalt der Waldarten und damit auch den Kohlenstoffspeicher Wald”, mahnt Enzenhofer.
Ein ausführliches Factsheet zur Forstgesetznovelle und weitere detaillierte Artikel zum Thema Wald finden Sie hier.
News
Aktuelle Beiträge
Kampf gegen Plastikmüll: WWF weitert Offensive gegen Geisternetze im Mittelmeer aus
Plastikkrise im Mittelmeer spitzt sich zu – Bereits vier Tonnen alte Fischereisausrüstung geborgen – Neue Tauchausbildung soll Bergungsmenge bis Jahresende verdoppeln – Ausweitung von Meeresschutzgebieten gefordert
WWF: Portugal investiert groß in Renaturierung, Österreich soll nachziehen
Portugal will 500 Millionen Euro jährlich in Wiederherstellung der Natur investieren – Gemessen an der stärkeren Wirtschaftskraft wären das in Österreich rund 840 Millionen Euro pro Jahr – WWF fordert rasche Vorlage des gesamten Renaturierungsplans von Bund und Ländern
WWF kritisiert lückenhaftes Umweltbudget
Umweltschutzorganisation warnt vor fehlenden Mitteln für Renaturierung und Gewässerschutz – Weniger Klimaschutz, mehr fossile Anreize
Vergiftete Gänsegeier: Neue Spuren im Kärntner Giftfall
WWF und BirdLife: Aktuelle Genanalyse des Mageninhalts liefert neue Erkenntnisse zur Vergiftung – Wölfe könnten das eigentliche Ziel der Täter gewesen sein
Artenschutz: WWF-Studie stellt Bundesländern schlechtes Zeugnis aus
WWF-Bundesländerbarometer: Nur vier von 35 Bewertungen erreichen gute Umsetzung – Große Defizite beim Management von Biber, Fischotter, Luchs und Wolf – Lichtblick beim Seeadler
WWF: Hunderte Menschen setzen Zeichen für den Schutz des Platzertals
660 Meter Menschenkette in Innsbruck machte Ausmaß des geplanten Tiwag-Staudamms sichtbar – Initiative „Rettet das Platzertal“ fordert Stopp des Projekts und naturverträgliche Alternativen
WWF zu EABG-Einigung: Schutz der letzten Flussjuwele vor Aushebelung bewahrt
Untauglicher Entwurf der Koalition in parlamentarischen Verhandlungen entschärft, aber Druck auf Flüsse bleibt hoch – WWF fordert Energiewende mit naturverträglichen Standorten und mehr Effizienz
Budget: WWF kritisiert Kürzungen bei Umwelt und Klima
Umweltschutzorganisation ortet falsche Prioritäten: Umweltschädliche Subventionen bleiben großteils unangetastet, Biodiversität bleibt unterfinanziert, beim Klimaschutz wird gekürzt









