Brutbilanz 2026: 30 Jahre alter Rekord gebrochen – 147 Jungvögel bei 46 Brutpaaren nachgewiesen – WWF-Auenreservat bietet wertvollen Lebensraum
WWF zum Welternährungstag: Überfischung bedroht Mensch und Natur
Wien, 15.10.2015 – Anlässlich des morgigen Welternährungstags der Vereinten Nationen warnt der WWF vor den globalen Auswirkungen überfischter Meere und unterstreicht den großen Unterschied, den Österreichs und Europas Konsumenten mit ihrer Fischwahl machen. 90 Prozent der weltweiten Fischbestände sind überfischt oder bis an die Grenzen befischt. Für drei Milliarden Menschen ist Fisch jedoch ein wichtiger Protein-Lieferant. „Die Einkommens- und Ernährungsgrundlage von über 800 Millionen Menschen, die meisten von ihnen in Entwicklungsländern, hängt von Fisch ab“, so die Leiterin des WWF-Projekts Fish Forward, Sabine Gisch-Boie.
„Österreich deckt seinen Fisch-Hunger zu 95 Prozent durch Importe. Die EU ist gar der weltweit größte Importeur von Fisch und Meeresfrüchten. Mehr als 50 Prozent der Importe stammen aus Entwicklungsländern“, betont Gisch-Boie. Sie hebt insbesondere die soziale Verantwortung der Konsumenten hervor: „Die richtige Wahl beim Fischkauf hat unmittelbare Auswirkungen auf die Lebensumstände von Menschen.“ Der WWF empfiehlt einerseits heimischen Bio-Fisch, aufgrund der hohen Importabhängigkeit Österreichs aber auch Wildfang, der nach Richtlinien des MSC (Marine Stewardship Council) bzw. Zuchtfisch, der nach Auflagen des ASC (Aquaculture Stewardship Council) zertifiziert ist.
Seit 1960 verdoppelte sich der weltweite Fischkonsum. In einem ähnlichen Zeitraum halbierten sich die Populationen kommerziell genutzter Fischarten, wie der kürzlich veröffentlichte Living Blue Planet Report des WWF feststellt. Alleine die durch Überfischung der Meere „verlorenen Fänge“ könnten 20 Millionen Menschen pro Jahr ernähren. „In Zeiten steigender Weltbevölkerung, einer global wachsenden Mittelschicht und zunehmender Fisch-Nachfrage ist der nachhaltige Konsum von Meeresprodukten unumgänglich. Nur bewusste Kaufentscheidungen sichern Fisch als Nahrungsmittel, Einkommensquelle und Wirtschaftsfaktor für die Zukunft“, so Gisch-Boie.
Neue Konsumenten-Website zu nachhaltigem Fisch in elf Sprachen
Die WWF-Website www.fishforward.eu bietet Konsumenten, aber auch Journalisten, Handelsunternehmen und gastronomischen Betrieben umfangreiche Information zu nachhaltigem Fisch. In elf Sprachen werden globale Zusammenhänge dargestellt, ökologische, soziale und ökonomische Auswirkungen verständlich gemacht sowie Empfehlungen für Konsumenten, Unternehmen und politische Entscheidungsträger abgeleitet.
„Hässliche“ Werbelinie präsentiert
Provokante Sujets und ein Spot mit „hässlichen Fischen“ thematisieren die wirklich hässlichen Tatsachen überfischter Weltmeere und der Bedrohung der Lebensgrundlage von Millionen von Menschen. Die Werbekampagne erscheint in mehreren Wellen, mit wechselnden Sujets und in elf Ländern Europas in den Formaten TV, Print, Plakat und Online. Österreich macht den Anfang. Es folgen Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, Kroatien, Portugal, Rumänien, Slowenien und Spanien.
Kampagnen-Spot und -Anzeige finden Sie unter:
http://bit.ly/1NCuenD (Deutsch) und http://bit.ly/1G1VvNJ (Englisch)
Fish Forward-Projekt
Hintergrund ist das EU-kofinanzierte WWF-Projekt Fish Forward – eine insgesamt dreijährige Marketing-, Kommunikations- und Forschungs-Initiative in elf Ländern Europas unter der Leitung des WWF Österreich. Der Projektstart erfolgte im Europäischen Jahr für Entwicklung 2015. Projektpartner sind WWF Büros in den Ländern Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, Kroatien, Österreich, Portugal, Rumänien, Slowenien und Spanien.
Rückfragehinweis:
Mag. Florian Kozák
WWF Pressesprecher, Fish Forward Projekt
+43 676 83 488 276
florian.kozak@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF: Totschnig muss Klima-Risikoanalyse für Gepatsch-Speicher anordnen
Anstehende Sicherheitsüberprüfung als Hebel – Klimafitte Untersuchungen zu Permafrost und Bergsturzrisiken fehlen – WWF fordert Aussetzung des UVP-Verfahrens für Kaunertal-Ausbau
Klimagesetz: WWF warnt vor Mogelpackung
Ohne wirksame Nachschärfungen bleibt Klimagesetz ein Etikettenschwindel – Umweltschutzorganisation fordert verbindliche Zwischenziele und rasche Maßnahmen
WWF: Amazonas-Fische helfen, den Regenwald zu erhalten – 144 Arten bedroht
Neuer Report: Flussverbauung und Überfischung gefährden Fischbestände und Lebensgrundlagen von Millionen Menschen – WWF fordert Schutz frei fließender Flüsse und wichtiger Fischlebensräume
WWF zu hohen Spritpreisen: Öffis ausbauen, Öl-Abhängigkeit im Verkehr senken
Umweltschutzorganisation fordert bessere Bus- und Bahnverbindungen, sichere Radwege und günstigeres Klimaticket – Übergewinne der Mineralölkonzerne EU-weit besteuern
Google-Rechenzentrum: WWF begrüßt erneute Prüfung der UVP-Pflicht
Umweltschutzorganisation fordert umfassende Umweltprüfung in Kronstorf nach Fall in Niederösterreich – Bundesregierung muss eindeutige Regeln für große Rechenzentren im UVP-Gesetz verankern
WWF-Erfolg: Flussdelfin-Nachwuchs im Mekong
6 Kälber der vom Aussterben bedrohten Irawadi-Flussdelfine wurden heuer in Kambodscha geboren – ein großer Erfolg im Artenschutz! Ein herzerwärmendes Video zeigt den Nachwuchs.
WWF: Nachwuchs-Rekord bei stark bedrohten Flussdelfinen im Mekong gibt Hoffnung
Zahl der vom Aussterben bedrohten Irawadi-Flussdelfine in Kambodscha steigt auf 118 Tiere – Heuer sechs Kälber geboren – WWF erfreut über positives Ergebnis intensiver Artenschutzmaßnahmen
EU-Klimaresilienz: 34 Organisationen fordern Vorrang für naturbasierte Lösungen
Offener Brief an EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen – Städte- und Gemeindeverbände, Wasserversorger und Fischerei fordern Natur als Europas „erste Verteidigungslinie“













