14 Städte untersucht: Planungslücken bei Maßnahmen, Finanzierung und Erfolgskontrolle – WWF fordert langfristige Begrünungsplanung und mehr Unterstützung durch Bund und Länder
WWF zur Global Change Biology-Studie: Auch Österreichs Flüsse vom großen Sterben betroffen
Wien, am 9. August 2019 (OTS) – Laut der Naturschutzorganisation WWF Österreich müssen die verheerenden Ergebnisse der heute veröffentlichten Studie von „Global Change Biology" zum rapiden Rückgang großer Süßwasserarten als Alarmsignal wahrgenommen werden. Auch in Österreich sind Süßwasserlebensräume besonders vom Artensterben betroffen. So waren einst große Störarten in der Donau bei Wien anzutreffen. Heute schaffen es die Wanderfische aufgrund der Unterbrechung der Donau durch ein Kraftwerk nur noch bis zum Eisernen Tor an der Grenze von Serbien und Rumänien – von den sechs Störarten, die es früher in der Donau gab, gelten fünf als vom Aussterben bedroht. Von den ehemals 31 verschiedenen Fischarten im Inn, kommen heute nur mehr 4 häufiger vor. „Die Politik darf nicht länger dabei zusehen, wie die biologische Vielfalt vor unseren Augen wegstirbt. Unsere Flüsse brauchen deutlich mehr Natur statt weiteren Verbauungen“, sagt WWF-Gewässerexperte Gerhard Egger.
Eine der Hauptursachen der Populationsrückgänge ist die starke Flussverbauung. Im Schnitt unterbricht in Österreich nach jedem Flusskilometer ein Querbauwerk den lebensnotwendigen Raum für Süßwasserarten. Von den rund 5.200 Wasserkraftwerken des Landes haben circa 70 Prozent keine funktionierende Fischaufstiegshilfe. „Angesichts des enormen Verlust des natürlichen Gewässerraums, braucht es einen umfassenden Renaturierungsplan. Modellfälle zeigen, dass sich die Gewässerfauna durch Rückbauten nicht mehr gebrauchter Dämme, Wehren und anderer Uferbefestigungen sehr rasch regenerieren kann“, sagt Gewässerexperte Egger und fordert deutlich mehr Ambition in der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie, wonach alle Gewässer bis 2027 in einen guten Zustand gebracht werden müssen.
„In Österreich sind 60 Prozent der Flüsse sanierungsbedürftig. Um das Artensterben in unseren Gewässern aufzuhalten, muss das Gewässerschutzbudget dringend wieder befüllt werden. Der bundesweite Fördertopf für ökologische Sanierungen wurde 2015 von 23 Millionen Euro pro Jahr auf null trockengelegt und seitdem nicht wieder befüllt. Das ist ein echter Skandal“, kritisiert WWF-Experte Egger die Untätigkeit der zuständigen Finanz- und Umweltressorts.
Rückfragehinweis:
Vincent Sufiyan, Pressesprecher WWF, +43 676 834 88 308, E-Mail: vincent.sufiyan@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF Living Planet Report: Wildtierbestände weltweit massiv eingebrochen
Erfasste Populationen seit 1970 um durchschnittlich 73 Prozent geschrumpft – Lebensraumzerstörung größte Bedrohung – Schutzmaßnahmen ermöglichen Erholung einzelner Arten + BILDER und VIDEOS
WWF Living Planet Report: Wildtierbestände weltweit massiv eingebrochen
Erfasste Populationen seit 1970 um durchschnittlich 73 Prozent geschrumpft – Lebensraumzerstörung größte Bedrohung – Schutzmaßnahmen ermöglichen Erholung einzelner Arten
Wassermangel im Herbst: Sehr niedrige Wasserführung an über 80 Prozent der Flusspegel
September-Bilanz: Massiver Wassermangel in Flüssen von Niederösterreich bis Vorarlberg – Grundwasserstände bleiben vielerorts niedrig – WWF fordert Schutzprogramm und mehr Renaturierung
„Reh umgefahren. Halb so Wild“: WWF legt Beschwerde beim Werberat ein
Naturschutzorganisation kritisiert Verharmlosung von Tierleid und fordert Rücknahme des Smile-Sujets – Werberat sollte sich als klares Signal für Werbestopp oder Sujetwechsel aussprechen
WWF kritisiert späten und lückenhaften Start des Wasser-Registers
Umweltschutzorganisation fordert raschere Umsetzung und umfangreichere Erfassung der Wassernutzung – WWF warnt vor „blinden Flecken“ im Wasserentnahme-Register
Welttierschutztag: WWF fordert Ende der Verfolgung geschützter Wildtiere
Wolfsabschüsse auf Rekordniveau, Tötungskontingente für über 1.000 Biber – WWF: Bund und Länder müssen Prävention und Artenschutz stärken
WWF zu Wolfsabschuss in Arzl: DNA-Befund weist Goldschakal nach
Neuer Landesbefund legt nahe, dass getöteter Wolf für Ziegenrisse nicht verantwortlich war – WWF fordert Aufklärung und Ende voreiliger Abschussfreigaben
Good News: Kakapos kehren nach Neuseeland zurück
Die vom Aussterben bedrohte Vogelart erholt sich: 2026 ist der Bestand in Neuseeland so hoch, wie seit bereits 75 Jahren nicht mehr.












