Hoffnung für eine stark bedrohte Art: Durch Schutzmaßnahmen leben wieder 6.487 Spitzmaulnashörner in Südafrika. Vor allem Lebensraumverlust und Wilderei sind eine große Gefahr.
190 Unternehmen fordern mehr Engagement beim Klimaschutz
Wien, 18. Jänner 2017. Erstmals richten 190 Unternehmen gemeinsam mit den drei großen heimischen Umweltschutzorganisationen GLOBAL 2000, Greenpeace und WWF einen eindringlichen Klimaschutz-Appell an die Bundesregierung. In einem Brief fordern sie: Die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens mit einer Dekarbonisierung bis spätestens 2050 muss zentrale Vorgabe für Österreichs kommende Energie- und Klimastrategie sein. Viele Unternehmen wollen handeln und wünschen sich geeignete Rahmenbedingungen von der Politik. Allianz Österreich, REWE International AG, Schachinger Logistik und Windkraft Simonsfeld verdeutlichten die Forderungen mit konkreten Lösungsansätzen im Rahmen einer heutigen Pressekonferenz.
Am 4. November trat das Pariser Klimaabkommen in Kraft. Österreich hat dieses bereits ratifiziert und verpflichtet sich damit zu der Begrenzung der Erderwärmung deutlich unter 2° Celsius bzw. auf maximal 1,5°Celsius. Dafür ist eine nahezu vollständige Dekarbonisierung der Wirtschaft bis spätestens 2050 erforderlich. Das Abkommen sieht auch vor, dass alle Staaten Klimaschutzstrategien mit langfristigen Zielen ausarbeiten sollen. In der österreichischen Energie- und Klimastrategie finden sich dazu allerdings noch immer keine Zielvorgaben. Eine langfristige politische Orientierung mit klaren Zielen und Umsetzungsstrategien würde jedoch Planungs- und Investitionssicherheit stärken und damit Chancen für die heimische Wirtschaft eröffnen – wie neue Märkte und Arbeitsplätze. „Eine weitere Verzögerung der Energiewende ist nicht mehr zu akzeptieren. Dieses deutliche Ausrufezeichen setzt nun auch die heimische Wirtschaft, die engagierte und kalkulierbare Rahmenbedingungen braucht. Klimaschutz muss über Parteigrenzen hinweg außer Streit gestellt werden“, so GLOBAL 2000, Greenpeace und WWF unisono. Für die NGOs ist der Wirtschaftssektor ein entscheidender Teil der Lösung, wenn es um Energiewende und Klimaschutz geht.
Für die Allianz Gruppe in Österreich ist Nachhaltigkeit in den Kapitalanlagen von entscheidender Bedeutung. Das globale Potenzial ist gewaltig: Rund 70.000 Mrd. US-Dollar sind weltweit an den Kapitalmärkten veranlagt. „Wir haben uns entschieden, die Mechanismen des Kapitalmarktes zu nutzen und bewegen unser gesamtes Portfolio in Richtung Nachhaltigkeit“, so Wolfram Littich, Vorstandsvorsitzender der Allianz Gruppe in Österreich. Die Allianz Österreich hat sich Ende 2014 in einer Vereinbarung mit dem WWF als erstes Unternehmen zu konkreten, messbaren Nachhaltigkeitszielen für ihr Portfolio von 7 Mrd. Euro verpflichtet. Basis ist ein Modell, das die Anforderungen von insgesamt 40 namhaften Organisationen an eine nachhaltige Zukunft in den Bereichen Umwelt, Soziales und Governance mit einer praxistauglichen Umsetzung an den Finanzmärkten verbindet.
Unternehmen wie REWE International AG werden von KundInnen, MitarbeiterInnen, der Politik sowie der Öffentlichkeit zunehmend daran gemessen, wie sehr sie in ihrem Kerngeschäft nachhaltig agieren und sich für Klima- und Ressourcenschutz einsetzen. „Mit der Erhöhung der Energieeffizienz, der Senkung klimarelevanter Emissionen und der Schonung von Ressourcen leisten wir einen aktiven Beitrag dazu. Unsere Unterstützung nach einer Forderung zur nahezu vollständigen Dekarbonisierung bis zum Jahr 2050 bleibt aufrecht und wir appellieren an die Politik, den Pariser Klimaschutzvertrag einzuhalten“, so Frank Hensel, Vorstandsvorsitzender der REWE International AG.
Für Schachinger Logistik ist nachhaltiges Wirtschaften Realität. Was technisch und wirtschaftlich möglich ist, setzt das Unternehmen um. Gerade beim Umstieg auf emissionsfreie, elektrische Fahrzeuge und im Bereich ökologischer Lagerhallen wird bereits jetzt schon Pionierarbeit geleistet. Mit einer mutigeren Politik wäre jedoch noch viel mehr möglich. „Als zukunftsorientiertes Logistikunternehmen erwarten wir von der Politik ambitioniertere Ziele, die sich konsequent an der Realität des Klimawandels orientieren. Mit entsprechenden Rahmenbedingungen können österreichische Unternehmen statt Strafzahlungen zu leisten, Vorreiter für nachhaltige Produkte und Dienstleistungen werden und langfristig Arbeitsplätze sicherstellen“, so Max Schachinger, Beiratsvorsitzender von Schachinger Logistik.
Windkraft Simonsfeld fordert die Regierung zum „Abbau der Warteschlange bei Windkraftprojekten auf. 260 fix bewilligte Windkraftanlagen müssen derzeit in Österreich mehrere Jahre auf ihre Umsetzung warten. Die Regierung kann hier mit geringem Aufwand Investitionen in Milliardenhöhe durch unsere Branche auslösen, die Klimabilanz verbessern und Arbeitsplätze schaffen“, so Martin Steininger, Vorstand Windkraft Simonsfeld. Windenergie ist jene Technologie, mit welcher der Ökostromausbau am effizientesten durchführbar ist. In den vergangenen fünf Jahren wurden 2,2 Mrd. € investiert und die Windkraftleistung in Österreich mehr als verdoppelt. Heuer kommen bereits mehr als 9 % des österreichischen Strombedarfs aus Windkraftwerken. Diese saubere Energie erspart der Umwelt jährlich eine Belastung von 3,5 Mio. Tonnen Kohlendioxid.
Weitere Informationen:
Mag. Gerhard Auer, WWF Pressesprecher, 0676-83488231, gerhard.auer@wwf.at
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