Spektakuläre Aufnahmen zeigen Leopardensprung über Grenzzaun – Hoffnung für eine bedrohte Art – WWF Österreich setzt sich zum Arterhalt im Kaukasus ein – Internationaler Tag des Leoparden am 3. Mai
3 Milliarden Tiere Opfer der Buschbrände in Australien
3 Milliarden tote und vertriebene Tiere – so lautet die unfassbare Zwischenbilanz eines aktuellen WWF-Reports zu den verheerenden Buschbränden in Australien, die von Ende 2019 bis Frühjahr 2020 wüteten. Das sind dreimal mehr Todesopfer als noch Anfang des Jahres (2020) vermutet!
Schon im Januar war die Zahl von 1,2 Milliarden toten und vertriebenen Tieren kaum vorstellbar. Dieses neue Ergebnis übertrifft unsere schlimmsten Erwartungen. Wenn man sich vor Augen hält, dass auf der Welt aktuell (2020) 7, 8 Milliarden Menschen leben, bekommt man ein Gefühl für das katastrophale Ausmaß dieses Tiersterbens.
Eine der schlimmsten Katastrophen der Neuzeit
Der WWF-Report „Australia‘s 2019-2020 Bushfires: The Wildlife Toll“ enthält wohl weltweit erstmals eine so umfangreiche Bestandsaufnahme der Brandschäden für die Artenvielfalt. Die Ergebnisse sind noch nicht endgültig, aber bis zur finalen Veröffentlichung werden sich die Zahlen nicht mehr groß ändern.
Die traurige WWF-Zwischenbilanz im Detail: 2,46 Milliarden tote Reptilien, 143 Millionen tote Säugetiere, 180 Millionen tote Vögel und 51 Millionen tote Frösche. „Diese Zwischenergebnisse sind schockierend. Die Brände waren eine der schlimmsten Katastrophen für die Tier-und Pflanzenwelt in der Geschichte der Neuzeit“, so Dermot O’Gorman, CEO des WWF Australien.
Buschbrände 500 Grad Celsius heißer als normalerweise
Brände sind in Australien nichts Neues. Die Intensität dieser Brandkatastrophe hingegen schon. Die Feuer erreichten Temperaturen von mehr als 1.000 Grad Celsius. Normalerweise überschreiten sie nicht die 500-Grad-Marke. Von so hohen Temperaturen können sich die Wälder nur schwer wieder erholen. Zudem kommen Brände in Australien der Regel in Grasland und Savanne vor. Stattdessen trafen sie Wälder und Buschland in dicht besiedelten Küstenregionen. Somit brannten 2019/2020 Wälder, in den feuchteren gemäßigten und subtropischen Zonen, die nicht an Feuer gewöhnt sind. Die ökologischen und sozialen Auswirkungen sind damit weitaus größer als in den Jahren zuvor.
Das Tiersterben geht weiter
Die Tiere sterben nicht nur an den direkten Folgen des Feuers wie Rauchvergiftung, Brandverletzungen oder Hitzestress, sondern auch an anderen Faktoren. Durch die gewaltigen Waldbrände wurden ganze Populationen drastisch reduziert, manche ohnehin bedrohten Tierarten stehen nun vermutlich am Rande des Aussterbens, Nahrungsquellen sind verbrannt, der Lebensraum der Tiere wird noch viele Jahre unbewohnbar sein. Es fehlt an Zufluchtsorten, Nahrungsquellen, Lebensraum oder Nistplätzen.
Dadurch geht das Sterben weiter. „Den Arten könnten hier im schlimmsten Fall grundlegende Voraussetzungen zur Erholung der Bestände fehlen. Für manche Arten wie die Känguru-Insel-Schmalfußbeutelmaus, von der es auch vor den Bränden nur noch weniger als 500 Individuen gab, könnten auch die geringen Bestandszahlen zum Todesurteil werden.”, erklärt Anne Hanschke, Artenschutzexpertin des WWF Deutschland. Ihr Lebensraum war zu 98 Prozent von den Bränden betroffen.
Extreme Waldbrände werden in Zukunft Normalität
In vielen Regionen sind Brände ein natürliches, zum Teil regelmäßiges und sogar positives Phänomen. Doch die Feuer brennen immer häufiger und stärker. Waldbrände wie in Australien werden in Zukunft keine seltenen Extremereignisse mehr sein, sondern Normalität. So lautet das Ergebnis einer aktuellen Studie des WWF, in der die Waldbrände des vergangenen Jahres analysiert wurden. Waldbrände und Klimakrise schaukeln sich gegenseitig hoch. Die Erderhitzung führt zu heftigeren Waldbränden und die Waldbrände heizen ihrerseits die Erderhitzung an. Ein Teufelskreis.
Das fordert der WWF
Wir können nicht länger auf Löschmaßnahmen bauen und vertrauen. Die Brände der Zukunft sind dafür zu extrem. Stattdessen müssen wir uns mit vollem Einsatz in den Kampf gegen die Klimakrise stürzen und gleichzeitig die nicht-feuerbedingte Entwaldung stoppen. Nur so können wir den Teufelskreis aus Erderhitzung und Waldzerstörung stoppen.
Auch wenn die verheerenden Brände in Australien erloschen sind – mehr als 10 Millionen Hektar Land sind verkohlt und unbewohnbar. Die Lebensräume unzähliger Tierarten müssen so schnell wie möglich wiederhergestellt werden. So helfen Sie dem WWF die Pflanzen- und Tierwelt in Australien zu retten.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF fordert „Schwammwald-Paket“ gegen zunehmende Trockenheit
Wasserspeicher-Funktion der heimischen Wälder stark belastet – Folgen der Klimakrise machen sich immer stärker bemerkbar
Neuer Bericht: Waldzerstörung trotz Rückgang auf alarmierendem Niveau
2030-Ziel außer Reichweite – WWF fordert Waldschutzpaket und entwaldungsfreie Lieferketten
WWF: Bodenverbrauch in Österreich 2025 gestiegen
7,7 Hektar pro Tag – Politisches Ziel deutlich überschritten – „Boden-Budget“ bereits Ende April erschöpft – WWF fordert Maßnahmen gegen fortschreitende Verbauung
Budget: WWF fordert Wasserzins nach Schweizer Vorbild
Österreichisches Modell könnte rund 685 Millionen Euro jährlich für Budget bringen – Einnahmen sollen zweckgebunden in Gewässerschutz, Renaturierung und Energiesparmaßnahmen fließen
WWF: Salzburger Wolf-Verordnung verstößt gegen EU-Recht
Naturschutzorganisation warnt vor Gefährdung des Artenschutzes und erheblichem Tierleid – Rückzug der Verordnung aufgrund zahlreicher Mängel gefordert
WWF-Analyse zeigt dramatische Unterfinanzierung des Naturschutzes
Finanzierungslücke von fast einer Milliarde Euro beim Schutz der Biodiversität – Nur 30 Prozent des Bedarfs gedeckt – WWF und Wissenschaft fordern Kurswechsel bei Budget-Entscheidungen
WWF-Erfolg: Durchbruch bei Renaturierung an der Mur
Der WWF hat drei große Renaturierungsmaßnahmen in Slowenien erfolgreich abgeschlossen – mit spürbaren Effekten bis nach Österreich. Davon profitieren zahlreiche Arten wie Eisvögel und Uferschwalben.
WWF kritisiert Österreich-Vorstoß zur Lockerung von EU-Umweltauflagen
Kritik an Vorpreschen der Bundesregierung bei Deregulierung – Natur- und Artenschutz-Richtlinien wichtiges Schutzschild für Biodiversität und Klima













