Hoffnung für eine stark bedrohte Art: Durch Schutzmaßnahmen leben wieder 6.487 Spitzmaulnashörner in Südafrika. Vor allem Lebensraumverlust und Wilderei sind eine große Gefahr.
50 Jahre Naturschutzarbeit im WWF-Auenreservat in Marchegg
Das Auenreservat in Marchegg feiert am 1. Juni 2020 sein 50-jähriges Jubiläum. Als der WWF gemeinsam mit der Stadtgemeinde Marchegg das Gebiet im Jahr 1970 erwarb, war die March noch Teil des Eisernen Vorhangs und das heutige Auenreservat Jagd- und Forstgebiet im Besitz der Familie Palffy.
Heute ist das Areal ein Bilderbuch-Naturschutzgebiet im Herzen Europas und bietet einen Lebensraum für mehr als 500 in Österreich hochgradig gefährdeter Tier- und Pflanzenarten.
Die Marchauen sind eine der großen Erfolgsgeschichten im österreichischen Naturschutz. Seit der Ausweisung als Naturschutzgebiet wurde die einst intensiv genutzte Landschaft Schritt für Schritt als natürlicher Lebensraum wieder aufgewertet. Heute zählt das WWF-Reservat zu den bedeutendsten Auenschutzgebieten Europas und bietet hunderten gefährdeten Arten einen Rückzugsort.

Naturschutzprojekt von internationaler Bedeutung
Schon die Eröffnung des Auenreservats am 1. Juni 1970 stieß auf großes Interesse. Neben dem damaligen Bundespräsidenten Franz Jonas reisten auch Prinz Bernhard der Niederlande und die spätere Königin Beatrix eigens an. Ebenfalls zu Gast war Luc Hoffmann, Mitbegründer des WWF International, der am Ankauf beteiligt war.

Die Marchauen zählen heute mit über 100 brütenden Vogelarten zu den reichsten Gebieten Mitteleuropas. Im Gebiet ist nicht nur die größte baumbrütende Weißstorchkolonie Europas beheimatet, auch der hierzulande lange ausgestorbene Seeadler begann erstmals im Auenreservat wieder zu brüten. Inzwischen gibt es bundesweit wieder 35 bis 40 Brutpaare des österreichischen Wappentiers.
Eine besondere Anerkennung gab es 1983 mit der Ausweisung der March-Thaya-Auen als international geschütztes Feuchtgebiet gemäß der Ramsar Konvention.
1996 folgte die Ausweisung als Europaschutzgebiet (Natura 2000).
Anfang der 2000er Jahre wurden vier Grünbrücken im Rahmen des Alpen-Karpaten-Korridors gebaut, wodurch sich die Marchauen zu einem bedeutenden Zwischenstopp für Tierwanderungen in Europa entwickelt haben.
Renaturierung der östlichen Grenze
Seit Anfang der 2000er Jahre rückte der Gewässerschutz verstärkt in den Vordergrund. Ziel war es, die einst stark regulierte March wieder natürlicher fließen zu lassen. Die stellenweise Wiederanbindung des Flusses an seine Auen ermöglicht neue Lebensräume für etliche Süßwasserarten, von Amphibien und Fischen bis hin zu Flussmuscheln und Urzeitkrebsen.
Jüngste Erfolge: Konik-Pferde als Landschaftsgestalter
Im Mai vor fünf Jahren wurden die ersten Pferde ins WWF-Auenreservat in Marchegg geholt. Die naturnahe Beweidung mit so genannten Konik-Pferden, einer robusten dem Wildpferd naheverwandten Rasse, brachte schon in kurzer Zeit eine zusätzliche ökologische Aufwertung des Auenreservats. Die Vielfalt in der Landschaft hat seit der Anwesenheit der Konik-Pferde massiv zugenommen. Alleine durch ihr tägliches Leben, das vorwiegend aus Grasen, Traben, Wälzen und Scharren besteht, schaffen die Pferde neue und unterschiedliche Landschaftsstrukturen. Vögel, die wir hier seit Jahren nicht mehr gesehen haben, sind plötzlich zurück. Manche Insekten und Pflanzen wurden überhaupt zum ersten Mal nachgewiesen. Dieses Projekt kann als überaus gelungen bezeichnet werden und dient hoffentlich als Vorbild für ähnliche Vorhaben im Insekten-, Vogel- und Landschaftsschutz.
Hilfe für die March-Thaya-Auen
WWF Storchenhaus in Marchegg
Infos zum WWF Auenreservat Marchegg
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