Rahmenbedingungen für Klimaneutralität 2040 längst überfällig – Industriellenvereinigung verhindert zahlreiche Energiegesetze und schadet sich selbst
WWF: Portugal investiert groß in Renaturierung, Österreich soll nachziehen
Anlässlich des Anfang Juni präsentierten Renaturierungsplans von Portugal fordert der WWF einen raschen und ausreichend finanzierten Wiederherstellungsplan für Österreich. Die portugiesische Regierung will bis 2030 durchschnittlich 500 Millionen Euro pro Jahr in die Wiederherstellung der Natur investieren. Das entspricht rund 0,16 Prozent des dortigen Bruttoinlandsprodukts. Auf Österreich übertragen wären das laut WWF umgerechnet rund 840 Millionen Euro jährlich. „Portugal zeigt, wie ein ambitionierter Wiederherstellungsplan aussehen kann. Wenn ein wirtschaftlich schwächeres EU-Land 500 Millionen Euro pro Jahr für die Wiederherstellung der Natur einplant, sollte Österreich mindestens denselben Ehrgeiz zeigen“, sagt WWF-Experte Joschka Brangs.
Der Begutachtungsentwurf Portugals umfasst 407 Maßnahmen und einen klaren Finanzierungsrahmen. Hingegen gibt es in Österreich bis heute keinen Gesamtentwurf, nur für den Bereich der Flüsse wurden bisher Inhalte veröffentlicht.
Der WWF fordert daher Umweltminister Norbert Totschnig und die Bundesländer auf, den gesamten Entwurf des Wiederherstellungsplans samt Finanzierung rasch vorzulegen und öffentlich zu diskutieren. „Es ist ein großes Versäumnis von Bund und Ländern, dass der gesamte Entwurf weniger als drei Monate vor der Abgabefrist noch nicht mit der breiten Öffentlichkeit und allen potenziell Betroffenen diskutiert worden ist. Das muss sich dringend ändern“, sagt Brangs.
Die Mitgliedstaaten müssen ihre Wiederherstellungspläne laut EU-Verordnung bis spätestens 1. September 2026 bei der EU-Kommission vorlegen. Aus Sicht des WWF geht es dabei nicht nur um die Erfüllung europäischer Vorgaben, sondern auch um konkrete, langfristig planbare Investitionen in die Klima- und Wassersicherheit. „Renaturierung ist Vorsorge gegen Trockenheit, Hochwasser und Hitze. Wiederhergestellte Flüsse, intakte Moore und entsiegelte Böden stärken die Sicherheit und Lebensqualität von morgen“, sagt WWF-Experte Joschka Brangs.
Hintergrund-Informationen zum Plan Portugals
Die portugiesische Regierung hat Anfang Juni 2026 ihren nationalen Wiederherstellungsplan (Plano Nacional de Restauro da Natureza) vorgestellt. Der Entwurf umfasst laut einem Bericht der portugiesischen Nachrichtenagentur Lusa 407 Maßnahmen für terrestrische, marine, landwirtschaftliche, forstwirtschaftliche und städtische Ökosysteme, Flüsse und Bestäuber. Die Umsetzung erfordert laut Regierung bis 2030 durchschnittlich 500 Millionen Euro pro Jahr. Nach der derzeit laufenden einmonatigen öffentlichen Konsultation soll die endgültige Fassung bis Ende August 2026 vorliegen.
Mit einem nominellen Bruttoinlandsprodukt von 306,8 Milliarden Euro liegt die Wirtschaftskraft Portugals deutlich unter jener von Österreich mit rund 512,8 Milliarden Euro (Eurostat 2025).
News
Aktuelle Beiträge
Trockenheit in Österreich: WWF fordert Schutz des Platzertal-Moors als wichtigen Wasserspeicher
Feuchtgebiete in der Klimakrise immer wichtiger – Kraftwerkspläne bedrohen einzigartiges, hochalpines Moor – WWF fordert Schutz intakter Moore für wertvollen Wasserrückhalt
WWF-Ranking: Kein Bundesland schützt Böden ausreichend
Naturschutzorganisation analysiert Bodenpolitik der Bundesländer – Salzburg an der Spitze, aber nur „lückenhaft“ – Kärnten und Oberösterreich Schlusslichter – Mehr als die Hälfte der 99 Teilbewertungen im neuen WWF-Bodenreport kritisch oder ungenügend
Countdown für Renaturierungspläne: WWF fordert rasche Fertigstellung und Veröffentlichung
Zwei Wochen vor EU-Deadline noch immer kein Gesamtentwurf vorliegend – Historische Dürre zeigt Notwendigkeit von Renaturierung – Umweltminister und Bundesländer in der Pflicht
Klimakrise trifft verbaute Flüsse besonders hart: WWF fordert Renaturierung zum Schutz seltener Huchen
Fehlender Wasserrückhalt verschärft Austrocknung – Kleinwasserkraftwerke behindern Fischwanderung – WWF fordert mehr Renaturierung zum Erhalt der gefährdeten Huchen in der Pielach
WWF-Erfolg: 20 Sambars in thailändischem Nationalpark freigelassen
20 Tiere, ein Nationalpark und ein großes Ziel: Die Natur wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Im Nationalpark Mae Wong wurden erfolgreich Sambars freigelassen.
WWF und ÖKOBÜRO gewinnen Artenschutzverfahren am Verwaltungsgerichtshof
Höchstgericht bestätigt fehlende Rechtskonformität von Abschuss-Verordnungen für geschützte Tierarten – Ende der pauschalen Tötungen gefordert
WWF: Klimakrise stellt Budget auf Belastungsprobe
Folgen der Klimakrise sorgen für Schäden in Millionenhöhe – Umweltschutzorganisation fordert konsequenten Klimaschutz und wirksame Klimawandelanpassung statt reiner Symptombekämpfung
Elefanten in der Klimakrise: WWF warnt vor “gefährlichem Cocktail” für Dickhäuter
Dürre, Hitze und extreme Niederschläge verändern den Lebensraum von Elefanten massiv – Suche nach Wasser und Futter zunehmend erschwert – WWF fordert verstärkte Schutzmaßnahmen









