WWF: Nachwuchs-Rekord bei stark bedrohten Flussdelfinen im Mekong gibt Hoffnung

14. September 2026 | Arten, Presse-Aussendung

Zahl der vom Aussterben bedrohten Irawadi-Flussdelfine in Kambodscha steigt auf 118 Tiere – Heuer sechs Kälber geboren – WWF erfreut über positives Ergebnis intensiver Artenschutzmaßnahmen
Mekong Irrawaddy Dolphin (Orcaella brevirostris)

Wien/Phnom Penh, am 14. September 2026 – Erfolg für den Artenschutz am Mekong: Sechs Irawadi-Flussdelfin-Kälber wurden seit Jahresbeginn bereits geboren – zudem ist seit fünf Jahren kein einziges Tier gestorben. Damit wächst die Population der vom Aussterben bedrohten Säugetiere von 89 im Jahr 2017 auf heute 118 an. Der WWF sieht darin einen Hoffnungsschimmer: „Sechs Jungtiere in nur einem Jahr sind für eine so kleine Population ein echter Rekord. Das zeigt: Unsere intensive Artenschutzarbeit wirkt – und wir können den langjährigen Negativtrend bei den Flussdelfinen endlich umkehren”, sagt WWF-Artenschutzexperte Georg Scattolin. Bis 2030 hat sich der WWF das Ziel gesetzt, den Rückgang der Flussdelfine in Asien und Südamerika zu stoppen und die am stärksten betroffene Bestände zu verdoppeln. Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, geht die “WWF River Dolphin Rivers Initiative” gegen die drei größten Bedrohungen für Flussdelfine vor: nicht nachhaltige Fischerei, Flussverbauung durch Wasserkraft und Infrastruktur sowie Umweltverschmutzung.

Das jüngste Wachstum in Kambodscha zeigt, dass die vom WWF und lokalen Gemeinden getragenen Schutzmaßnahmen sowie verstärkte Kontrollen am Fluss wirken. Dennoch gelten Flussdelfine weiterhin als die am meisten bedrohten Säugetiere der Welt. Alle fünf Arten sind akut bedroht. Neben der Verbauung von Flüssen durch Kraftwerke leiden die Tiere vor allem unter dem Einsatz von illegalen Fanggeräten. Kiemennetze gelten als Hauptursache für die Sterblichkeit der Delfine. „Der Schutz der Flusslebensräume ist entscheidend für das langfristige Überleben der sensiblen Delfine sowie zahlreicher anderer Arten, die es nur im Mekong gibt – denn Flussdelfine sind sogenannte Zeigerarten und ihre Gesundheit steht stellvertretend für ein ganzes Ökosystem”, sagt Georg Scattolin vom WWF. Der WWF ist seit vielen Jahren in der artenreichen Mekong-Region im Einsatz, um die letzten Rückzugsgebiete der Flussdelfine und zahlreicher anderer Arten zu schützen.

Mekong – Hotspot der Artenvielfalt 
Der Mekong gilt als die Lebensader Südostasiens und ist eines der größten Flusssysteme weltweit. Die Artenvielfalt in der Region wird nur noch vom Amazonas-Gebiet übertroffen. Über 1.300 Fischarten leben im Mekong, darunter einige der weltweit größten Fische wie der Siamesische Riesenkarpfen, der Mekong Stachelrochen und der Mekong-Riesenwels. Darüber hinaus ist die Region Heimat von 430 Säugetieren, wie Elefanten und Tigern, von 1.200 Vogelarten, 800 Reptilien- und Amphibienarten und 20.000 Pflanzenarten – jedes Jahr werden am Mekong hunderte neue Arten entdeckt.

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Alexa Lutteri
Leitung Presse, WWF Österreich

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