Es war der Start eines großen Abenteuers für 18 Wisente: Die Tiere konnten erfolgreich im Kaukasus ausgewildert werden und somit in ihre Heimat zurückkehren. Darunter auch Ina, eine selbstbewusste und forsche Kuh aus Innsbruck.
WWF-Appell an LH Mikl-Leitner: Massen-Abschuss von Fischottern stoppen
St. Pölten/ Wien, am 24. Oktober 2019. In einem offenen Brief an Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner appelliert die Naturschutzorganisation WWF Österreich für den Stopp des geplanten Massen-Abschusses von bis zu 180 Fischottern. „Das wäre ein grausamer Angriff auf eine streng geschützte Art und somit ein massiver Rückschritt für den heimischen Artenschutz. In dieser Form widerspricht der völlig untaugliche Entwurf auch dem europäischen Naturschutzrecht“, sagt Hanna Simons, Leiterin Natur- und Umweltschutz beim WWF Österreich. Einerseits müsse daher die umstrittene Verordnung zurückgenommen werden, andererseits der „Runde Tisch Fischotter“ neu aufgesetzt werden, um eine gemeinsame Lösung zu schaffen, die allen Betroffenen weiterhilft.
Laut den geltenden EU-Vorgaben dürfen Entnahmen geschützter Tiere stets nur der letzte Schritt sein. Dennoch hat es die Naturschutzabteilung bisher verabsäumt, einen vollständigen und breit abgestimmten Managementplan zu erstellen. Dieser müsste sowohl umfassende Präventionsmaßnahmen als auch ein fundiertes, nachvollziehbares Monitoring samt konkreten Vorgaben zu Dokumentation und Berichtslegung vorsehen. Die dazu unter Schirmherrschaft der Umweltanwaltschaft laufenden Arbeiten am „Runden Tisch“, der den geforderten Managementplan erarbeiten hätte sollen, werden jedoch mit dem Verordnungs-Entwurf völlig konterkariert.
„Wir verstehen die Sorgen der Teichwirte und Fischereiverbände. Gerade deshalb braucht es einen breiten Konsens für einen zwischen Naturschutz und Fischerei-Interessen abgestimmten Managementplan, der nicht auf kurzsichtige Schnellschüsse setzt, sondern langfristige Lösungen ermöglicht“, sagt Hanna Simons. Aufklärung, Beratung und mehr vorbeugende Maßnahmen an Teichen seien ebenso wichtig wie Entschädigungen. Grundvoraussetzung für ein tragfähiges Ergebnis ist, dass auch der Prozess am „Runden Tisch“ anders und weit besser als bisher gestaltet wird. Ziel muss eine tragfähige und rechtskonforme Lösung zwischen Naturschutz und Nutzungsinteressen sein, auf die sich auch Fischereiverbände und Teichwirte langfristig verlassen können.
Noch wichtiger ist, dass auch die Wurzeln des Problems angegangen werden. Denn die Hauptursachen für den Rückgang der Fische sind vor allem Gewässerverbauungen und Gewässerübernutzungen, wie zum Beispiel Schwellbetrieb oder Stauraumspülungen, zu geringe Restwasserstände und die Ausbreitung von Krankheiten – auch aufgrund falscher Besatzmethoden. „Alle negativen Faktoren müssen gemeinsam bekämpft werden, anstatt einzig und allein den Fischotter zum Sündenbock abzustempeln“, appelliert Hanna Simons an Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.
Rückfragehinweis:
Mag. Florian Kozák
Pressesprecher WWF Österreich
florian.kozak@wwf.at
+43 676 83 488 276
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