Hoffnung für eine stark bedrohte Art: Durch Schutzmaßnahmen leben wieder 6.487 Spitzmaulnashörner in Südafrika. Vor allem Lebensraumverlust und Wilderei sind eine große Gefahr.
Alarm in Niederösterreich: Erneut Gifteier zu Ostern
Wien, am 21. März 2008 – Ein Spaziergänger fand am 12. März bei Höflein im Bezirk Bruck an der Leitha zehn Hühnereier, die eine blau-violette Substanz enthielten und offenbar als Giftköder dienen sollten. Die Gifteier waren als „Nest“ am Rande eines Windschutzstreifens platziert. Bei der toxikologischen Untersuchung am Forschungsinstitut für Wildtierkunde bestätigte sich der Verdacht, dass es sich bei der Substanz um das hochgiftige Pestizid Carbofuran handelt. Dieses Pestizid ist in vielen Ländern Europas verboten. In Österreich ist es aber immer noch im Umlauf. „Hier handelt es sich offenbar um einen besonders frechen Wiederholungstäter“, sagt Bernhard Kohler vom WWF Österreich. „In Höflein sind bereits im Jahr 2004 sieben Rohrweihen einem heimtückischen Giftleger zum Opfer gefallen. Auch im Vorjahr sind neun präparierte Hühnereier in einem Obstgarten gefunden worden.“
Carbofuran wurde in den letzten Jahren immer wieder missbräuchlich zur Herstellung von Giftködern verwendet. Diese Köder werden illegal gegen Hunde, Katzen, Füchse, Marder, Krähen und Greifvögel eingesetzt und verursachen einen extrem qualvollen Tod. Als Täter kommen entweder notorische Tierhasser oder einzelne „schwarze Schafe“ innerhalb der Jägerschaft in Frage, die auf diese Weise unliebsame Beutegreifer beseitigen wollen.
In Höflein ereignete sich bereits 2004 ein Giftköderanschlag, bei dem sieben Rohrweihen durch präparierte Carbofuran-Eier vergiftet wurden. Im April 2007 wurden in einem Obstgarten, der in der freien Landschaft liegt, neun vergiftete Hühnereier sichergestellt. Auch im aktuellen Fall hätten Greifvögel das Gifteier-Nest leicht finden können, denn zur Zugzeit im März wird das Gebiet zwischen Donau, Leitha und dem Neusiedler See von vielen seltenen Greifvögeln durchwandert. Die Liste der hier vorkommenden Arten ist lang. Es befinden sich auch hochgradig gefährdete Greifvögel wie Schwarz- und Rotmilan, ja selbst Kaiser- und Seeadler darunter. Auch sie hätten Opfer des Giftanschlags werden können. „Was immer der Täter bezweckt haben mag, er schreckt jedenfalls nicht davor zurück, seltene und streng geschützte Wildtiere zu vernichten“, ist Kohler empört.
„Der unverfrorene Gifteinsatz in diesem Revier gefährdet das Image der Jägerschaft – das können wir auf keinen Fall tolerieren“, sagt Dr. Peter Lebersorger von der Zentralstelle der Landesjagdverbände. „Wir sind an einer raschen und vollständigen Aufklärung höchst interessiert. Die österreichische Jägerschaft lehnt den Einsatz von Giftködern strikt ab und wird auch vor harten Maßnahmen gegen allfällige schwarze Schafe nicht zurückschrecken“, so Lebersorger abschließend.
Jedes Jahr werden vor allem im Spätwinter und zu Frühjahrsbeginn Carbofuran-Anschläge auf Wild- und Haustiere verübt. Die meisten Fälle ereignen sich in Niederösterreich, Oberösterreich und dem Burgenland. Der WWF Österreich, die Zentralstelle der österreichischen Landesjagdverbände und das Lebensministerium kämpfen im Projekt „Vorsicht Gift!“ seit Jahren gegen den illegalen Gifteinsatz. Köderfunde und Verdachtsfälle können an die WWF Gifthotline unter Tel. 0676-4446612 oder an den NÖ Landesjagdverband unter Tel. 0664/ 925 50 70 gemeldet werden.
Rückfragehinweis:
Dr. Bernhard Kohler, WWF Österreich, Tel. 01-48817-281
NÖ Landesjagdverband, Tel. 01-4051636 – 23 oder 0664-9255070.
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