Spektakuläre Aufnahmen zeigen Leopardensprung über Grenzzaun – Hoffnung für eine bedrohte Art – WWF Österreich setzt sich zum Arterhalt im Kaukasus ein – Internationaler Tag des Leoparden am 3. Mai
APCC-Bericht: WWF fordert Stopp umweltschädlicher Subventionen
Wien, am 13. September 2018.
Der heute präsentierte „APCC Special Report Gesundheit, Demographie und Klimawandel“ verdeutlicht, dass die Folgen der Klimakrise schon heute weltweit spürbar sind. Auch für Österreich bedeutet dies, dass schon ein moderater Temperaturanstieg mit einer erhöhten Sterblichkeitsrate verbunden ist. Der WWF fordert aufgrund dieser alarmierenden Ergebnisse deutliche politische Konsequenzen: „Der Ausstieg aus fossilen Energien muss auf allen Ebenen beschleunigt werden. Umweltschädliche Subventionen müssen rasch auslaufen. Eine Öko-Steuerreform wäre wichtiger denn je“, fordert WWF Klimasprecherin Lisa Plattner anlässlich des alarmierenden Sachstandberichts aus der Wissenschaft. „Es ist völlig absurd, dass Österreich jährlich bis zu fünf Milliarden Euro für kontraproduktive Relikte wie zum Beispiel das Dieselprivileg verschwendet anstatt dieses Geld für mehr Klimaschutz zu investieren. Als ob es das Pariser Klimaschutzabkommen nie gegeben hätte. Auch Experimente wie Tempo 140 bringen uns nicht weiter, stattdessen braucht es eine Offensive für öffentliche Verkehrsmittel und nachhaltige Mobilität“, sagt Plattner. Wie der Sachstandsbericht einmal mehr festhält, spielt der Verkehrssektor sowohl für das Klima als auch für die Gesundheit eine zentrale Rolle. „Seit 1990 sind die Emissionen um 60 Prozent gestiegen. Hier braucht es dringend eine Trendwende“, fordert Plattner. „Die Bekämpfung der Klimakrise muss bei den Ursachen ansetzen und darf sich nicht nur auf die ebenfalls notwendigen Anpassungsmaßnahmen beschränken“, zieht Plattner eine weitere Schlussfolgerung aus dem APCC-Bericht.
Der WWF Österreich appelliert zudem an die Bundesregierung, die zweite Hälfte ihrer EU-Ratspräsidentschaft für eine echte Klimaschutz-Offensive zu nützen. „Wer aus innenpolitischen Gründen eindimensional fast nur über Asyl und Migration redet, wird auch bei Klima und Umwelt keine großen Durchbrüche schaffen. Das gilt umso mehr, weil die weltweite Klimakrise immer mehr Menschen in die Flucht treibt“, fordert Plattner eine andere Prioritätensetzung ein. Aufgaben gibt es mehr als genug: Derzeit wird zum Beispiel auf EU-Ebene verhandelt, ob klimaschädliche Emissionen im Verkehr deutlich gesenkt werden und Milliardensubventionen für Kohlekraftwerke auslaufen. Wie die APCC-Studie zeigt, haben wirksame Klimaschutzmaßnahmen unmittelbar positive Auswirkungen auf Luftqualität und Gesundheit. „Dafür muss sich Österreich mit aller Kraft einsetzen. Die Gesundheit der Menschen ist wichtiger als die Profitwünsche der Fossil-Lobbys“, bekräftigt Plattner.
Der Sachstandsbericht verdeutlicht auch die steigende Bedeutung einer klimafreundlichen Ernährung. „Bei der Ernährung hat die Reduktion des Fleischkonsums die größten positiven Effekte für Klima und Gesundheit. Eine stärkere pflanzliche Ernährungsweise könnte die globale Mortalitätsrate spürbar senken und die ernährungsbezogenen Treibhausgase dramatisch reduzieren“, zitiert WWF Klimasprecherin Plattner eine weitere zentrale Botschaft des APCC-Berichts.
Rückfragehinweis:
Vincent Sufiyan, Pressesprecher WWF Österreich, Tel.: 0676 83 488 -308, E-Mail: vincent.sufiyan@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF fordert „Schwammwald-Paket“ gegen zunehmende Trockenheit
Wasserspeicher-Funktion der heimischen Wälder stark belastet – Folgen der Klimakrise machen sich immer stärker bemerkbar
Neuer Bericht: Waldzerstörung trotz Rückgang auf alarmierendem Niveau
2030-Ziel außer Reichweite – WWF fordert Waldschutzpaket und entwaldungsfreie Lieferketten
WWF: Bodenverbrauch in Österreich 2025 gestiegen
7,7 Hektar pro Tag – Politisches Ziel deutlich überschritten – „Boden-Budget“ bereits Ende April erschöpft – WWF fordert Maßnahmen gegen fortschreitende Verbauung
Budget: WWF fordert Wasserzins nach Schweizer Vorbild
Österreichisches Modell könnte rund 685 Millionen Euro jährlich für Budget bringen – Einnahmen sollen zweckgebunden in Gewässerschutz, Renaturierung und Energiesparmaßnahmen fließen
WWF: Salzburger Wolf-Verordnung verstößt gegen EU-Recht
Naturschutzorganisation warnt vor Gefährdung des Artenschutzes und erheblichem Tierleid – Rückzug der Verordnung aufgrund zahlreicher Mängel gefordert
WWF-Analyse zeigt dramatische Unterfinanzierung des Naturschutzes
Finanzierungslücke von fast einer Milliarde Euro beim Schutz der Biodiversität – Nur 30 Prozent des Bedarfs gedeckt – WWF und Wissenschaft fordern Kurswechsel bei Budget-Entscheidungen
WWF-Erfolg: Durchbruch bei Renaturierung an der Mur
Der WWF hat drei große Renaturierungsmaßnahmen in Slowenien erfolgreich abgeschlossen – mit spürbaren Effekten bis nach Österreich. Davon profitieren zahlreiche Arten wie Eisvögel und Uferschwalben.
WWF kritisiert Österreich-Vorstoß zur Lockerung von EU-Umweltauflagen
Kritik an Vorpreschen der Bundesregierung bei Deregulierung – Natur- und Artenschutz-Richtlinien wichtiges Schutzschild für Biodiversität und Klima













