Hoffnung für eine stark bedrohte Art: Durch Schutzmaßnahmen leben wieder 6.487 Spitzmaulnashörner in Südafrika. Vor allem Lebensraumverlust und Wilderei sind eine große Gefahr.
Ausgestorbene Pflanze kehrt an die Obere Traun zurück
Bad Ischl, am 23. April 2010 – Mit Pflanzaktionen an mehreren Stellen der Traun starteten die WWF-Flussraumbetreuung Obere Traun, der Gewässerbezirk Gmunden und die Österreichischen Bundesforste diese Woche den Wiederansiedelungsversuch der an der Traun seit über 50 Jahren ausgestorbenen Deutschen Tamariske. „Der flusstypische Strauch ist der natureigene Gärtner für Sand- und Schotterbänke“, so WWF-Flussraumbetreuerin Tanja Nikowitz. „Erst durch die robuste Erstbesiedlerin entstehen aus kargen Schotterflächen neue Lebensräume für andere Pflanzenarten.“
30 Jungpflanzen und 30 Stecklinge wurden von der Drau in Kärnten entnommen. Dort hat die Tamariske dank Flussrevitalisierungen ihren Lebensraum bereits erfolgreich zurückerobert. Mit tatkräftiger Unterstützung einiger Kinder der Bad Ischler Naturschutzjugendgruppe unter der Leitung von Biologielehrer Christian Deschka wurden die Tamarisken am Hochwasserschutz- und Revitalisierungsprojekt in Lahnstein und an anderen naturnahen Traunabschnitten gepflanzt. Der Pflanzerfolg hängt nun davon ab, ob die Pflanzen starke Wurzeln schlagen und das nächste Hochwasser überstehen.
Die bis zu zwei Meter hohe, immergrüne Deutsche Tamariske spielt bei der Entstehung natürlicher Flusslebensräume eine wichtige Rolle. Die Pionierart ist auf Sand- und Schotterbänke spezialisiert, die sie mit ihrem tiefen, ausgeprägten Wurzelsystem verfestigt. „Mit Hilfe der Tamariske entstehen aus losen Sand- und Schotterablagerungen kleine Inseln, die dann auch von anderen Pflanzen wie Weiden und Erlen erschlossen werden“, erklärt Nikowitz. Ursprünglich war die Tamariske an allen österreichischen Flüssen weit verbreitet. Verschwunden ist sie mit den Flussbegradigungen und -verbauungen. Die Tamariske ist auf die ständig neue Entstehung von Sand- und Schotterbänken angewiesen. Ohne diese natürliche Flussdynamik wird der lichtbedürftige Strauch leicht von Weiden und Erlen überwuchert.
An der Traun wurde die letzte Deutsche Tamariske 1962 am Welser Wehr dokumentiert. In Oberösterreich gilt sie heute als ausgestorben. Bundesweit steht sie unter strengstem Artenschutz. „Durch Renaturierungen und ökologische Hochwasserschutzmaßnahmen an der Traun kehren natürliche Flussabschnitte und damit auch Lebensraum für die Tamariske zurück“, so Wilhelm Laimer, Leiter des Gewässerbezirks in Gmunden. „Die Chancen für ein Comeback dieser für Flusslebensräume so wichtigen Pflanze stehen heute endlich wieder besser“, freut sich Franz Liftinger, Revierleiter Offensee der Österreichischen Bundesforste, über den wichtigen Beitrag zum Artenschutz.
Die Flussraumbetreuung Obere Traun ist ein Modellprojekt zur Umsetzung von Flussrevitalisierungen, ökologischen Hochwasserschutzmaßnahmen und begleitender Umweltbildungs- und Informationsarbeit an der Oberen Traun im steirischen und oberösterreichischen Salzkammergut. Kooperationspartner sind der WWF, die Bundeswasserbauverwaltung, das Lebensministerium, das Land Oberösterreich und Steiermark sowie die Österreichischen Bundesforste. Mehr Informationen unter: www.wwf.at/traun.
Rückfragehinweise:
Mag. (FH) Lisa Simon, Tel.: +43-1-48817-215, Mobil: +43-676-83488-215, E-Mail: lisa.simon@wwf.at.
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