WWF-Auswilderungsprojekt mit europäischen Bisons zeigt Erfolge: Herde gut eingelebt, erstes Kalb geboren – Population steigt auf 90 Tiere – GPS-Sender verfolgen Bewegungen – Weitere Auswilderungen geplant
Brasilien: Jahrhundertflut im Amazonasgebiet
Manaus/Brasilia, 29. Juni 2009 – Die Einwohner im brasilianischen Amazonasgebiet erleben derzeit das schlimmste Hochwasser seit 107 Jahren. Mit 30 Metern erreichte der Pegel in Manaus, der Hauptstadt des Bundesstaats Amazonas, vergangenes Wochenende einen höheren Stand als während der großen Flut im Jahr 1953. Mehr als 64.000 Menschen mussten evakuiert werden, 15.000 Menschen wurden obdachlos und die Schäden werden auf 140 Millionen Euro geschätzt. „Die Zeiträume zwischen den Hochwassern werden im Amazonasgebiet immer kürzer“, warnt die WWF-Amazonasexpertin Martina Glanzl vor den Folgen des weltweiten Klimawandels. Neben Teilen des Amazonasgebiets sind auch die Städte Rio de Janeiro, Santa Catarina, Espírito Santo und weitere Städte betroffen.
Die brasilianische Zivilschutzbehörde gab bekannt, dass 57 Gemeinden vom Hochwasser unter Wasser standen, mehr als 64.000 Menschen mussten evakuiert werden und mehr als 15.000 Menschen wurden obdachlos. Bereits im Mai wurde der Notstand im gesamten Bundesstaat Amazonas ausgerufen. Durch die Überflutungen gingen viele landwirtschaftliche Flächen und ganze Strände am Fluss verloren und der Abfall verteilte sich in den überschwemmten Straßen der Stadt. In Manaus mussten zehn Kilometer neue Holzbrücken gebaut werden um den Fußgängerverkehr aufrecht zu erhalten. Die Schäden werden bis Ende Juni auf 140 Millionen Euro geschätzt.
Der nun erreichte historisch höchste Wasserstand in Manaus ist ein trauriger Rekord in der Regenwaldmetropole, die fünf Millionen Einwohner hat. Bei dieser Stadt fließt der Solimões-Fluss, der von den Anden kommt, mit dem Rio Negro aus den Tiefländern zusammen und bilden gemeinsam den Amazonasstrom, der nahe der Stadt Belem in den Atlantik fließt. Die 56-jährige in Manaus lebende Antônio Oliveira ist unmittelbar von den Fluten betroffen. „Ein solches Hochwasser habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht erlebt. Ich glaube, dass wir daran eine Teilschuld haben“, sagte Oliveira.
Der Amazonasregenwald ist mit 6.7 Millionen Quadratkilometern größer als Europa. Er beherbergt mehr als zehn Prozent der Artenvielfalt des Planeten. 13 Prozent des weltweiten Süßwassers werden dort produziert. Seit 1970 wurden mehr als ein Drittes des Waldes abgeholzt oder schwer geschädigt. Der Raubbau am größten zusammenhängenden Regenwald der Erde geht inzwischen weiter – trotz umfassender Schutzmaßnahmen. Auch der Klimawandel trägt zur Zerstörung des Waldes bei und durch das Sterben der Bäume wird die Erderwärmung zusätzlich angeheizt. „Solche Wetteranomalien wie die immer häufigeren Fluten in den letzten Jahrzehnten sind deutliche Warnsignale für die Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember 2009“, sagt Glanzl.
Berechnungen zufolge werden bis zum Jahr 2030 55 Prozent des Amazonasregenwaldes irreparabel geschädigt sein, wenn der Klimawandel nicht aufgehalten wird. Der WWF arbeitet seit 2002 zusammen mit der brasilianischen Regierung und anderen internationalen Organisationen an der Schaffung des größten Schutzgebietes der Welt. Bis 2012 sollen 600.000 Quadratkilometer Regenwald im Amazonas dauerhaft geschützt werden.
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231
Fotos unter www.wwf.at/presse.
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