Feuchtgebiete in der Klimakrise immer wichtiger – Kraftwerkspläne bedrohen einzigartiges, hochalpines Moor – WWF fordert Schutz intakter Moore für wertvollen Wasserrückhalt
CITES muss Vietnam die Zähne zeigen: Kampf dem illegalen Handel mit Nashorn oder Sanktionen
Wien,14. September 2016: Es gibt nach wie vor keine Anzeichen für eine Verbesserung der Situation rund um die Nashorn-Wilderei. Vietnam muss daher gegen den ungehemmten illegalen Handel mit Nashorn entschieden durchgreifen oder Sanktionen setzen – so der WWF Österreich im Vorfeld der CITES-Konferenz nächste Woche in Südafrika.
Vietnam ist der weltweit größte Markt für illegales Nashorn. Das bisherige Scheitern Vietnams, diese illegalen Märkte und die Wilderei zu zerschlagen, rückt dieses Thema in den Mittelpunkt der CITES-Konferenz (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna und Flora), die vom 24. September bis 5. Oktober in Johannesburg stattfindet.
Es handelt sich dabei um das bisher größte CITES-Treffen mit 181 teilnehmenden Staaten und einer Rekordzahl an Verhandlungsthemen, die den Handel mit Wildtieren – wie Elefanten, Haien, Schuppentieren und Tigern – betreffen. Vor dem Hintergrund, dass die Konferenz in Südafrika stattfindet, werden auch Nashorn-Themen eine hohe Priorität haben. Seit 2007 wurden in Südafrika knapp 6000 Nashörner von Wilderern getötet. Alleine im laufenden Jahr beträgt die Zahl der gewilderten Nashörner über 700.
Ungeachtet der vielen Beweise für den offenen Verkauf von Nashorn in Vietnam, wurden von den dortigen Behörden keine nennenswerten Beschlagnahmungen durchgeführt und auch keine erfolgreichen Strafverfolgungen gemeldet.
„Der schwache Gesetzesvollzug in Vietnam spricht für sich selbst. Das Beenden des illegalen Handels mit Nashorn und die Unterstützung bei der Hilfe, die afrikanischen Nashörner zu retten, zählen definitiv nicht zu den Prioritäten der Regierung“, so Georg Scattolin, Artenschutzexperte beim WWF-Österreich. „Jeden Tag werden etwa drei Nashörner gewildert, es ist also keine Zeit mehr zu verlieren. CITES muss eine klare Position zu Vietnam beziehen: Es geht um die rasche Implementierung von Maßnahmen im Kampf gegen den illegalen Handel mit Nashorn – oder eben Handelssanktionen in Betracht zu ziehen.“
Vietnam muss zustimmen, zwei neue Bestimmungen zu erlassen:
Es geht dabei darum, dass kriminelles Verhalten gegen Wildtiere genauso „ernst“ genommen wird wie andere Verbrechen und eine Haftstrafe von mindestens vier Jahren zur Folge haben. Gleichzeitig ist die erfolgreiche Verfolgung und entsprechende Verurteilung von Wilderern und illegalen Händlern von Nashorn eine absolute Unabdingbarkeit. Ansonsten muss CITES den internationalen Appell ausgeben, den Handel mit Vietnam mit CITES-relevanten Arten zu verbieten.
Auch der illegale Elfenbeinhandel wird ein zentrales Thema bei der CITES-Konferenz sein. Zehntausende afrikanische Elefanten fallen jedes Jahr Wilderern zum Opfer, CITES muss daher den Fokus auf solche Maßnahmen ausrichten, die auf eine effektive Umsetzung des Verbots von Handel mit Elfenbein abzielen. Es geht dabei auch darum, ein Instrumentarium für den effektiven Umgang mit den Problematiken, die hinter dem illegalen Elfenbeinhandel stehen, zu entwickeln: Korruption, die unzureichende Gesetzgebung und der mangelnde Durchsetzungswille in Staaten innerhalb der Kette des illegalen Elfenbeinhandels sowie auch der zügellose Elfenbein-„Bedarf“ in Asien.
Rückfragehinweis:
Gerhard Auer, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231 oder 0676-83488231, E-Mail: gerhard.auer@wwf.at, www.wwf.at/presse.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF-Ranking: Kein Bundesland schützt Böden ausreichend
Naturschutzorganisation analysiert Bodenpolitik der Bundesländer – Salzburg an der Spitze, aber nur „lückenhaft“ – Kärnten und Oberösterreich Schlusslichter – Mehr als die Hälfte der 99 Teilbewertungen im neuen WWF-Bodenreport kritisch oder ungenügend
Countdown für Renaturierungspläne: WWF fordert rasche Fertigstellung und Veröffentlichung
Zwei Wochen vor EU-Deadline noch immer kein Gesamtentwurf vorliegend – Historische Dürre zeigt Notwendigkeit von Renaturierung – Umweltminister und Bundesländer in der Pflicht
Klimakrise trifft verbaute Flüsse besonders hart: WWF fordert Renaturierung zum Schutz seltener Huchen
Fehlender Wasserrückhalt verschärft Austrocknung – Kleinwasserkraftwerke behindern Fischwanderung – WWF fordert mehr Renaturierung zum Erhalt der gefährdeten Huchen in der Pielach
WWF-Erfolg: 20 Sambars in thailändischem Nationalpark freigelassen
20 Tiere, ein Nationalpark und ein großes Ziel: Die Natur wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Im Nationalpark Mae Wong wurden erfolgreich Sambars freigelassen.
WWF und ÖKOBÜRO gewinnen Artenschutzverfahren am Verwaltungsgerichtshof
Höchstgericht bestätigt fehlende Rechtskonformität von Abschuss-Verordnungen für geschützte Tierarten – Ende der pauschalen Tötungen gefordert
WWF: Klimakrise stellt Budget auf Belastungsprobe
Folgen der Klimakrise sorgen für Schäden in Millionenhöhe – Umweltschutzorganisation fordert konsequenten Klimaschutz und wirksame Klimawandelanpassung statt reiner Symptombekämpfung
Elefanten in der Klimakrise: WWF warnt vor “gefährlichem Cocktail” für Dickhäuter
Dürre, Hitze und extreme Niederschläge verändern den Lebensraum von Elefanten massiv – Suche nach Wasser und Futter zunehmend erschwert – WWF fordert verstärkte Schutzmaßnahmen
Ein Drittel des Tiroler Wolfsbestandes abgeschossen: WWF kritisiert Management des Landes scharf
2026 bereits zehn Wölfe in Tirol getötet – Naturschutzorganisation fordert Ende von Abschüssen als Standardlösung: „Wild sein ist kein Verbrechen“













