EU-Kommission kündigt Überprüfung zentraler Naturschutz-Richtlinien für 2027 an – WWF warnt vor leichteren Abschüssen und mehr Eingriffen in Schutzgebiete – „Wild sein ist kein Verbrechen“
Energiezukunft: So gelingt die Klimawende ohne fossiles Gas
Grünes Gas aus erneuerbaren Quellen: Es klingt nach einem einfachen Schlüssel gegen die Klimakrise. Doch entgegen den Behauptungen der Gasindustrie ist erneuerbares Gas weder kostengünstig, noch reichen die Potenziale für großflächige Anwendungen aus. Daher muss ihr Einsatz in Zukunft klar fokussiert werden. Für Unternehmen bedeutet dies bei der klimafreundlichen Transformation ihrer Geschäftsmodelle großteils auf andere Energieformen zu setzten.
Ende des fossilen Gas-Zeitalters.
Gemeinsam mit Erdöl und Kohle gehört fossiles Gas weltweit zu den größten Klimakillern und ist allein in Österreich für 20 Prozent aller Treibhausgasemissionen verantwortlich. Hinzu kommt, dass etwa zwei Drittel unserer Energieversorgung derzeit aus importierter fossiler Energie besteht. Das verursacht ein jährliches Defizit von acht bis zehn Milliarden Euro für unsere Volkswirtschaft. Geld, welches gezielt für den klimafreundlichen Ausbau des Wirtschaftsstandort Österreich verwendet werden könnte. In Anbetracht der akuten Klimakrise und der im Regierungsprogramm verankerten Klimaneutralität 2040 kann eine nachhaltige Energiezukunft daher nur mit einem raschen Ausstieg aus allen fossilen Energieträgern gelingen. Dafür gibt es keine Alternative.

Erneuerbare Gase nur als Notfalltropfen in der Energiewende.
Egal ob Biomethan (aus Abfällen oder in Ausnahmen aus Energiepflanzen), synthetisches Methan oder Wasserstoff aus erneuerbarem Strom – grünes Gas kann den hohen Verbrauch an fossilem Gas nur in einem geringen Anteil ersetzen. Es ist daher unumgänglich den Einsatz auf Bereiche zu fokussieren, wo noch jegliche klimafreundliche Alternative fehlt. Dies ist zum Beispiel im Hochtemperaturbereich in der Industrie – wie in der Stahlerzeugung – der Fall. Zusätzlich braucht es Gasreserven für die Stabilisierung des Stromnetzes sowie in manchen Einsatzgebieten der chemischen Industrie. Auch im Verkehrsbereich wird erneuerbares Gas nur dort zum Einsatz kommen, wo Vermeidung oder Verlagerung an ihre Grenzen stoßen, wie beispielsweise im Flug- und Schiffsverkehr.
Auf zukunftsfähige Wärmestrategie setzen.
Im Umkehrschluss braucht es gerade dort, wo es viele Alternativen gibt, wie bei der Raumwärme, Warmwasser oder dem Straßenverkehr, einen klaren Zukunftsplan ohne erneuerbare Gase. Hier gilt es auf bereits bewährte und entwickelte erneuerbare Technologien zu setzen. Auch Gasheizungen in Gebäuden müssen bis 2040 schrittweise auf klimafreundliche Heizsysteme umgestellt werden.
Nur ein sparsames Energiesystem ist zukunftsfähig.
Die Grundvoraussetzung für eine naturverträgliche Energiewende ist eine wesentliche Reduktion des viel zu hohen heimischen Energieverbrauchs und eine Vermeidung von Energieverlusten. Parallel dazu muss der rasche Ausbau naturverträglicher erneuerbarer Energieformen sowie ein ganzheitlicher Mobilitätsplan für den Personen- und Güterverkehr vorangetrieben werden.
Auf ihrem Weg in eine Klimazukunft ohne fossiles Gas sollten Unternehmen folgende Punkte beachten:
- Auf Energieeffizienz setzen.
Das spart nicht nur Geld, sondern erhöht die Innovationskraft der Wirtschaft und ist ein zentraler Faktor für den Wirtschaftsstandort und den Technologieexport. - In Alternativen investieren.
Strom aus naturverträglichen Erneuerbaren ist eine der wichtigsten und günstigsten Dekarbonisierungsmöglichkeiten und wird zur Hauptenergiequelle am Weg zur Klimaneutralität. Wer gezielt aus fossilen Bereichen rausgeht, durchbricht Marktdynamiken und verhindert „stranded investments“. - Marktchancen nutzen und Vorreiter-Rolle einnehmen.
Durch die intensive technologische Entwicklung, verstärkte Nachfrage von Kund*innen und Anreizen aus Förderungen wie dem Green Deal, eröffnet der Klimaschutz flexiblen und innovativen Unternehmen schon jetzt die Märkte der Zukunft.
15-Punkte-Plan zeichnet klares Lösungsszenario.
Welche weiteren Schritte Österreich für den Ausstieg aus fossilem Gas und zum gezielten Einsatz für erneuerbare Gase braucht, haben die Umweltschutzorganisationen GLOBAL 2000, WWF Österreich und der VCÖ in einem 15 Punkte umfassenden Aktionsplan: Erdgas-Zeitalter in Österreich beenden – Erneuerbare Gase naturverträglich einsetzen erarbeitet.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Good News: Tigerinnen in Thailand ziehen erfolgreich Nachwuchs groß
Aufnahmen von Wildtierkameras zeigen, wie thailändische Tigerfamilien durch die Wälder streifen. Und auch Zahlen bestätigen, dass sich die dortigen Tigerbestände erholen – in Thailand ist er seit 2024 um 16% angestiegen.
WWF-Flüssereport: Drei Viertel der ökologisch wertvollen Flussstrecken ungeschützt
77 Prozent der wertvollen Flussstrecken ohne verbindlichen Schutz vor weiterem Wasserkraftausbau – Hitze und Dürre machen Schutz und Renaturierung dringlicher – WWF legt Zeugnisse für alle neun Bundesländer vor
UNO-Artenschutzkonferenz: WWF bewertet Ergebnis als „verpasste Chance“
Staaten bleiben bei Naturschutz-Finanzierung und Abbau umweltschädlicher Subventionen hinter notwendiger Ambition zurück – WWF fordert Konsequenzen auch in Österreich
CITES-Meeting: WWF warnt vor Tigerfarmen als Deckmantel für illegalen Wildtierhandel
Große Datenlücken erschweren Kontrolle des Handels mit Tigern – WWF fordert strengere Aufsicht und ein Ende der Zucht für den Handel mit Körperteilen – Artenschutzgremium CITES tagt in Genf
WWF und Ozeanforscherin Sylvia Earle legen Grundstein für besseren Schutz des Mittelmeers
Neue Hoffnungs-Zone für den Artenschutz im Mittelmeer – Basis für grenzüberschreitenden Schutz seltener Hai- und Rochenarten, Wale, Delfine und Meeresschildkröten – WWF fordert politische Zusagen
Weltnaturkonferenz: WWF fordert Kurskorrektur bei Milliarden-Subventionen
UNO-Konferenz vor Abschluss – Reform umweltschädlicher Subventionen stark umkämpft – Naturschutzorganisation fordert verbindlichen Finanzierungsplan
WWF zum Klimagesetz: Ohne verbindliche Pflichten droht Mogelpackung
Begutachtungsfrist endet am Freitag: Verbindliche Sektorziele und Rechtsschutz fehlen, Standortklausel ermöglicht Rückzieher – Bundesregierung und Nationalrat müssen Entwurf nachschärfen
WWF: 20 Spitzmaulnashörner zum Schutz vor Wilderern evakuiert
Nashorn-Wilderei in Südafrika bedroht Arterhalt – Umsiedlung von Tieren nach Botswana zum Aufbau neuer Populationen – WWF vor Ort im Einsatz gegen illegale Jagd und Handel mit Nashorn-Horn













