WWF-Bundesländerbarometer: Nur vier von 35 Bewertungen erreichen gute Umsetzung – Große Defizite beim Management von Biber, Fischotter, Luchs und Wolf – Lichtblick beim Seeadler
Erster „Black Globe Award“ in Österreich geht an FPÖ-Umweltsprecherin
Wien, am 1. September 2015 – Die FPÖ-Umweltsprecherin Susanne Winter erhielt heute von den Umweltschutzorganisationen GLOBAL 2000, Greenpeace, Klimabündnis und WWF den ersten „Black Globe Award“. Der Negativpreis zeichnet die prominentesten Klimawandelleugner und Klimaschutzbremser in Österreich aus. Erst im Juli hat Winter auf ihrer Facebook-Seite den Klimawandel als ein „einziges mediales Lügengebäude“ bezeichnet, „das zum Einsturz gebracht werden muss“.
„Im Jahr 2015 den von Menschen gemachten Klimawandel in Abrede zu stellen ist nicht nur gefährliche Desinformation, sondern schlichtweg absurd“, begründet die aus ExpertInnen der Umweltschutzorganisationen zusammengesetzte Jury ihre Entscheidung für Winter. Nominiert für den ersten „Black Globe Award“, der von dem Schauspieler Géza Terner moderiert wurde, waren neben Winter auch der Physiker Werner Gruber und Stephan Schwarzer von der Wirtschaftskammer Österreich. „Obwohl alle Nominierte für ihre Aussagen den ‚Black Globe Award‘ verdient hätten, war die Entscheidung für Susanne Winter eindeutig. Als Abgeordnete zum Nationalrat und Umweltsprecherin einer Parlamentspartei trägt man Verantwortung und hat eine Vorbildwirkung“, sagt Greenpeace Klima- und Energiesprecher Adam Pawloff.
Das Jahr 2015 droht erneut alle Temperaturrekorde zu brechen. Global gesehen, waren sowohl das erste Halbjahr, als auch der Juni und der Juli die jeweils wärmsten Monate seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Anzahl der Hitzetage in Österreich hat den durchschnittlich prognostizierten Wert des Sachstandberichts zum Klimawandel für das Jahr 2050 deutlich überschritten. Dürreschäden in Höhe von 100 Millionen Euro werden erwartet. „Schon heute sind die Folgen des Klimawandels auch bei uns sicht- und spürbar. Das ist keine Erfindung, das ist leider bittere Realität“, sagt GLOBAL 2000-Sprecher Martin Aschauer.
„Als Umweltsprecherin sollte Frau Winter den eindeutigen Konsens in Wissenschaft und Politik zum Klimawandel und seinen Ursachen eigentlich kennen. Sie äußert sich wie eine Mathematiklehrerin, die das kleine Einmaleins nicht beherrscht. Ihre Aussage ist verantwortungslos, denn ein ungebremster Klimawandel wird Menschen, Natur und die Wirtschaft gleichermaßen schädigen“, so WWF-Klima- und Energiesprecher Karl Schellmann.
Ein Lebensstil, der auf einen ungezügelten Verbrauch der fossilen Energieträger Öl, Gas und Kohle setzt, heizt den Klimawandel an. „Das Leugnen und Verhindern von Rahmenbedingungen für wirksamen Klimaschutz erschwert einerseits die notwendigen Anpassungen, verhindert aber auch die Chancen, die in einer ausreichenden und zeitgerechten Anpassung liegen“, erklärt Peter Molnar, Geschäftsführer vom Klimabündnis.
Deshalb wird der Negativpreis im Vorfeld der UN-Klimakonferenz in Paris 2015 monatlich von September bis November an österreichische Klimawandelleugner und Klimaschutzbremser vergeben. Von den drei Monatssiegern wird zuletzt der Gesamtsieger gekürt und der Black Globe Award 2015, ein Pokal mit einer schwarz wie Öl gefärbten Weltkugel, an diese Person übermittelt.
Bildmaterial finden Sie unter
https://greenpeace.box.com/s/fdbidg8t59y09fmyjob9wbo4s1l0gynv
Dieses steht unter Angabe der Photo Credits zur einmaligen Nutzung kostenlos zur Verfügung
(© Greenpeace / Georg Mayer)
Kostenloses Video von der Preisverleihung zum Download ab ca. 12.00 Uhr: http://www.ots-video.at/v/black-globe-award/
Rückfragehinweis:
Réka Tercza, Pressesprecherin Greenpeace, Tel. 0664-8574598, E-Mail:reka.tercza@greenpeace.org Franko Petri, Pressesprecher WWF, 0676-83488-231, E-Mail: franko.petri@wwf.at.
Hannes Höller, Pressesprecher Klimabündnis, Tel. 0664-8539409, E-Mail: hannes.hoeller@klimabuendnis.at
Lisa Radda, Pressesprecherin GLOBAL 2000, Tel. 0664-5542992, E-Mail: lisa.radda@global2000.at.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF: Hunderte Menschen setzen Zeichen für den Schutz des Platzertals
660 Meter Menschenkette in Innsbruck machte Ausmaß des geplanten Tiwag-Staudamms sichtbar – Initiative „Rettet das Platzertal“ fordert Stopp des Projekts und naturverträgliche Alternativen
WWF zu EABG-Einigung: Schutz der letzten Flussjuwele vor Aushebelung bewahrt
Untauglicher Entwurf der Koalition in parlamentarischen Verhandlungen entschärft, aber Druck auf Flüsse bleibt hoch – WWF fordert Energiewende mit naturverträglichen Standorten und mehr Effizienz
Budget: WWF kritisiert Kürzungen bei Umwelt und Klima
Umweltschutzorganisation ortet falsche Prioritäten: Umweltschädliche Subventionen bleiben großteils unangetastet, Biodiversität bleibt unterfinanziert, beim Klimaschutz wird gekürzt
WWF: Österreichs Luchsbestand auf nur mehr rund 30 Tiere geschrumpft
Tag des Luchses: Aktueller FFH-Bericht an die EU-Kommission zeigt weitere Verschlechterung der bislang größten Teilpopulation im Mühl- und Waldviertel – WWF fordert rasche Bestandsstützung
WWF: Neun von zehn Flusspegeln mit Niedrigwasser
90 Prozent der Pegelmessstellen mit niedrigen bis sehr niedrigen Abflüssen – Flüsse in Oberösterreich, Niederösterreich und Steiermark besonders betroffen – WWF fordert mehr Renaturierung und Schutz für Gewässer
Welttag der Ozeane: WWF fordert Verdreifachung der Schutzgebiete im Mittelmeer
Rund 90 Prozent der Meeresfläche im Mittelmeer derzeit nicht geschützt – Überfischung, Verschmutzung und Klimakrise bedrohen einzigartige Artenvielfalt
WWF-Check: Rund ein Drittel der Grillfleisch-Angebote ohne österreichische Herkunft
95 Prozent der Grillfleisch-Angebote aus konventioneller Tierhaltung, nur jedes 20. Angebot ist Bio – WWF fordert verpflichtende Kennzeichnung von Herkunft und Haltung
Neue Studie: Ökonomin Stagl warnt vor Budgetrisiken durch fehlende Klimapolitik
Analyse zeigt hohe finanzielle Risiken durch Extremwetter, fossile Preisschocks und fehlende Vorsorge – WWF fordert stärkere Berücksichtigung von Klimarisiken im Doppelbudget













