Studie der Uni Graz zeigt steigende Kosten des Nicht-Handelns – WWF fordert verbindliche Klimaziele, Abbau klimaschädlicher Förderungen und mehr natürlichen Schutz vor Extremwetter
EU Klimaschutzziele 2030: Jetzt wird es heiß in Brüssel
Wien, 20. Oktober 2014 – Von 23.-24. Oktober wird in Brüssel die EU Ratssitzung stattfinden, Österreich wird dabei von Bundeskanzler Werner Faymann vertreten. Im Rahmen der Sitzung werden die EU-Klimaschutzziele bis 2030 beschlossen. Treibhausgasemissionen und der Energieverbrauch müssen deutlich reduziert, Erneuerbare Energien ausgebaut werden – so weit sind sich Politik, Wirtschaft und Umweltorganisationen einig. Doch die konkreten EU-Klimaschutzziele bis 2030 gehen dem WWF und fünf namhaften österreichischen Unternehmen der WWF CLIMATE GROUP – Allianz, Pfanner, Erste Group, SPAR und gugler* – nicht weit genug. Sie fordern höhere Ziele und verbindliche Maßnahmen für jedes Mitgliedsland. Denn nur so besteht eine realistische Chance, die gemeinsame Emissionsreduktion von 95 Prozent aller EU-Staaten bis 2050 auch zu erreichen. Diese leistet einen wichtigen Beitrag dazu, die globale Klimaerwärmung deutlich unter 2 Grad zu halten.
Klimaschutz muss ambitioniert sein, fordert der WWF. Doch auch die Wirtschaft verlangt konkrete Ziele und verbindliche Maßnahmen. Ein stabiler, langfristiger politischer Rahmen ist als Basis und Treiber für weitere Investitionen der Unternehmen in betriebliche Klimaschutzmaßnahmen unabdingbar. Außerdem sind Erneuerbare Energien ein wichtiger Impuls für die Regionalwirtschaft, sichern Arbeitsplätze und reduzieren die Abhängigkeit vom ausländischen Energiemarkt. „Um die angesteuerte Reduktion der Treibhausgasemissionen aller EU-Mitgliedstaaten bis 2050 um 95 Prozent zu erreichen, damit die Erderwärmung unter 2 Grad bleibt, werden wir gemeinsam an einem Strang ziehen müssen. Ambitionierter Ziele und konkrete Umsetzungspläne müssen gemacht werden, denn sonst sieht es schlecht um unsere Zukunft aus!“, sagt Karl Schellmann, Klima und Energiereferent des WWF.
Der WWF hat sich darum mit Allianz, Pfanner, Erste Group, SPAR und gugler* – fünf Mitgliedern der WWF CLIMATE GROUP – zusammengetan, um im Schulterschluss an die Politik zu appellieren und fordert:
•Eine Minderung der Treibhausgasemissionen von mindestens 55 Prozent bis 2030 gegenüber 1990. Dafür ist auch eine Reform des derzeitigen europäischen Emissionshandelssystems notwendig.
•Eine Erhöhung des Anteils Erneuerbarer Energieträger am Bruttoendenergieverbrauch auf 45 Prozent bis 2030.
•Eine Senkung des Endenergieverbrauchs um 40 Prozent bis 2030 gegenüber 2005.
„Wir als Unternehmen aber auch Bürger hoch industrialisierter Länder, wie Österreich eines ist, haben die moralische Verpflichtung, unsere Vorbildwirkung zu erfüllen und uns jetzt ganz klar für den Klimaschutz einzusetzen. Außerdem setzten wir so ein positives Zeichen für die folgenden Klimakonferenzen in Lima und Paris“, stimmen die WWF CLIMATE GROUP Mitglieder überein. „Wir Unternehmen möchten unseren Beitrag leisten und fordern die Politik auf, dafür die nötigen Rahmenbedingungen und klare Ziele für jeden einzelnen Staat festzulegen.“
Die Dringlichkeit ambitionierter und verbindlicher Klimaziele unterstreichen auch kürzlich veröffentlichte, renommierte Klimastudien, wie der „APCC Klimareport“ – der erste österreichische Sachstandsbericht zum Klimawandel – und der „Living Planet Report“ – der WWF Weltumweltbericht. Sie zeigen u.a., dass mehr als 50 Prozent des globalen ökologischen Fußabdrucks der Menschheit auf die Freisetzung von Kohlendioxid zurückgehen und dass der Klimawandel in Österreich schneller voranschreitet als im globalen Durschnitt.
Mehr Informationen zu den WWF-Forderungen, den Unterstützern aus der Wirtschaft sowie der WWF Arbeit auf EU-Ebene unter: www.wwf.at/eu2030-klimaziele
Rückfragehinweis:
Theresa Gral, MA, Pressesprecherin WWF Österreich
Tel.: +43-1-48817-216, E-Mail: theresa.gral@wwf.at
WWF
Der Verein World Wide Fund For Nature (WWF) ist eine der größten und profiliertesten Naturschutzorganisationen der Welt und in mehr als 100 Ländern aktiv. Weltweit unterstützen ihn über fünf Millionen Förderer. Der WWF will der weltweiten Naturzerstörung Einhalt gebieten und eine Zukunft gestalten, in der Mensch und Natur in Harmonie leben. Das Ziel des WWF ist es daher, die biologische Vielfalt der Erde zu bewahren, die naturverträgliche Nutzung erneuerbarer Ressourcen voranzutreiben und Umweltverschmutzung und die Verschwendung von Naturgütern zu verhindern. Weitere Informationen unter: www.wwf.at
WWF CLIMATE GROUP
Die 2007 gegründete Unternehmensplattform WWF CLIMATE GROUP ist die größte private Klimaschutzinitiative Österreichs. Die Gruppe österreichischer Branchenleader und Klimaschutzvorreiter verschiedenster Sektoren betreibt gemeinsam mit dem WWF freiwilligen und aktiven Klimaschutz. Die Unternehmen verbindet das Ziel, ihre CO2-Emissionen zu reduzieren, Bewusstseinsbildung bei Kunden und Mitarbeitern sowie klimafreundliche Angebote und Aktivitäten zu fördern. Zu den aktuell sieben Mitgliedern in Österreich zählen das Einrichtungsunternehmen IKEA, der Finanzdienstleistungskonzern Allianz, der Getränkehersteller Pfanner, der internationale Technologiekonzern Fronius, der Finanzdienstleister Erste Group, der Lebensmitteleinzelhändler SPAR Österreich und das Kommunikationshaus gugler*. Weitere Informationen unter: www.climategroup.at
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