Der 5-jährige Rüde hilft mit seiner Spürnase dabei, Fälle von Wildtierkriminalität aufzudecken. Er gilt als besonders ausgeglichen und arbeitsfreudig.
Forschungswolf getötet – WWF kritisiert überzogene Abschusspolitik in Tirol

Der WWF kritisiert die Tötung eines Forschungswolfs im Bezirk Schwaz als schweren Rückschlag für die Wissenschaft und als Sinnbild für die überzogene Abschusspolitik der Tiroler Landesregierung. Laut Land Tirol trug das Tier ein wissenschaftliches Senderhalsband eines italienischen Forschungsprojekts. Es war damit Teil eines Monitorings, das zeitversetzte Standortdaten zur Auswertung von Wanderbewegungen und Lebensraumnutzung liefert. „Während Italien die Wanderbewegungen der Wölfe erforscht, schießt Österreich Tiere aus solchen Monitoringprojekten ab. Diese Schieflage sollte die Landesregierung zum Anlass nehmen, ihren Feldzug gegen eine geschützte Art dringend zu überdenken“, sagt WWF-Experte Christian Pichler.
Besenderte Wölfe ermöglichen seltene Einblicke in das Verhalten einzelner Tiere. Sie zeigen, welche Räume Wölfe nutzen, wie weit sie wandern und wo Konflikte mit Nutztierhaltung entstehen können. Damit liefern sie eine wichtige Grundlage für Herdenschutz, Beratung und Prävention. „Ein modernes Wolfsmanagement muss auf Wissen aufbauen und Konflikte vorausschauend reduzieren. Stattdessen setzt Tirol viel zu stark auf Abschüsse und nimmt dabei sogar den Verlust wertvoller Forschungsdaten in Kauf“, kritisiert Pichler.
Der WWF fordert daher eine Kurskorrektur des Tiroler Wolfsmanagements und klare Abläufe für den Umgang mit wissenschaftlich besenderten Tieren. Behörden sollten vor jedem Schritt umgehend die zuständigen Forschungseinrichtungen einbinden und alle Erkenntnisse für Prävention und Beratung nutzen. Zugleich sollten Bund und Länder grenzüberschreitende Monitoringprojekte starten und bestehende Kooperationen stärker unterstützen.
Zweiter Forschungswolf getötet
Der Fall hat über Tirol hinaus Bedeutung: Bereits im Februar wurde in Kärnten ein Wolf aus einem italienischen Forschungsprojekt im Bezirk Spittal an der Drau abgeschossen. Damit ist der aktuelle Abschuss heuer bereits der zweite Fall, bei dem ein wissenschaftlich markiertes Tier aus dem Nachbarland getötet wurde. „Die Schlussfolgerung aus beiden Fällen liegt auf der Hand: Österreich sollte sein Wolfsmanagement stärker auf Wissenschaft, Prävention und Herdenschutz ausrichten. Zugleich sollte die Zusammenarbeit im Alpenraum verstärkt werden“, sagt Christian Pichler vom WWF.
Anstelle der bisherigen Abschusspolitik fordert der WWF eine Herdenschutz-Offensive. Dazu gehören flächendeckende Beratung, ausreichend finanzierte Schutzmaßnahmen, faire Entschädigungen und eine stärkere Nutzung wissenschaftlicher Daten. „Fachgerechter Herdenschutz reduziert Konflikte und stärkt die Tiergesundheit auf den Almen, weil Verletzungen und Krankheiten bei Weidetieren reduziert werden“, sagt WWF-Experte Pichler.
News
Aktuelle Beiträge
Neuer WWF-Spürhund Finn soll illegale Wildtiertötungen aufdecken
Schäferhund-Mischling unterstützt Polizei-Ermittlungen durch Suche nach Tierkadavern und Giftködern – Einsätze vor allem in Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark
WWF-Analyse: Zu wenig Bodenschutz bei neuen Betriebsgebieten
Bodenschutz bei Betriebsgebieten: Alle neun Bundesländer fallen im WWF-Check durch – Täglich fast zwei Fußballfelder zusätzlich beansprucht – WWF fordert Ende des Wildwuchses – LÄNDER-ZEUGNIS im Detail
Weltnaturkonferenz: WWF warnt vor Verfehlen der 2030-Ziele
Globale Halbzeitbilanz zeigt unzureichende Umsetzung – WWF fordert wirksame Maßnahmen und gesicherte Finanzierung, auch in Österreich – COP17-Konferenz startet am Montag
Klimastreik: WWF fordert Notfall-Programm für Klima und Natur
Umweltschutzorganisation verlangt verbindliches Klimagesetz und wirksamen Renaturierungsplan – Natürliche Schutzmaßnahmen stärken, fossile Großprojekte stoppen
Sanierungsoffensive: WWF sieht zu wenig Schub für die Wärmewende
Umweltschutzorganisation bewertet Regierungspaket als „sinnvollen, aber zu schwachen Impuls“ – WWF fordert mehrjährige Sanierungsförderung und verbindlichen Zeitplan für fossilen Heizungsausstieg
WWF: Nationaler Renaturierungsplan lückenhaft und ambitionslos
Zum Ende der Begutachtung: Zentrale Maßnahmen fehlen, Finanzierung ungeklärt – Weitreichende Ausnahmen bei Stadtbegrünung – WWF fordert grundlegende Überarbeitung
WWF-Städtecheck: Große Lücken bei Stadtbegrünungsplänen
14 Städte untersucht: Planungslücken bei Maßnahmen, Finanzierung und Erfolgskontrolle – WWF fordert langfristige Begrünungsplanung und mehr Unterstützung durch Bund und Länder
WWF Living Planet Report: Wildtierbestände weltweit massiv eingebrochen
Erfasste Populationen seit 1970 um durchschnittlich 73 Prozent geschrumpft – Lebensraumzerstörung größte Bedrohung – Schutzmaßnahmen ermöglichen Erholung einzelner Arten + BILDER und VIDEOS









