Umweltschutzorganisation warnt vor fehlenden Mitteln für Renaturierung und Gewässerschutz – Weniger Klimaschutz, mehr fossile Anreize
Frankreich zerstört sein Elfenbein vor dem Eiffelturm
Paris, 6. Februar 2014 – Frankreich zerstört heute drei Tonnen beschlagnahmtes Elfenbein, um sein Engagement gegen den illegalen Elfenbeinhandel zu unterstreichen. Die öffentlichkeitswirksame Aktion vor dem Eiffelturm in Paris ist Teil eines nationalen Plans gegen Wilderei und illegalen Wildtierhandel, den das Land vor zwei Monaten im Rahmen eines Afrika-Gipfels für Frieden und Sicherheit angekündigt hatte. Der WWF lobt die Maßnahme als richtigen Schritt und forderte weitere Anstrengungen, um bedrohte Wildtiere vor der Ausrottung zu retten. „Mit der öffentlichen Elfenbeinzerstörung vor dem Eiffelturm setzt Frankreich ein klares Zeichen gegen Wilderei und illegalen Artenhandel“, sagt Johannes Kirchgatter, Afrika-Referent beim WWF.
Damit folgt Frankreich als erstes europäisches Land dem Beispiel ähnlicher Elfenbeinzerstörungen, die in den letzten zwei Jahren von Gabun, den USA, auf den Philippinen und China durchgeführt worden sind. Der illegale Wildtierhandel wächst, da die hohen Gewinnspannen vom Feld bis zum Endverbraucher organisierte Wilderer- und Schmugglerbanden anlocken, die sich vom Waffen-, Drogen- und Menschenhandel dem illegalen Wildtierhandel zuwenden. Der Handel mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten rangiert auf dem vierten Platz der lukrativsten illegalen Handelsarten – hinter Drogen- und Menschenhandel und der Produkt- und Geldfälschung, mit bis zu 19 Milliarden US-Dollar Umsatz weltweit.
Im vergangen Jahr wurden allein in Südafrika über tausend Nashörner getötet, in Tansania – einst Heimat von Afrikas zweitgrößter Elefantenpopulation – ging die Zahl der Elefanten im Selous Nationalpark um zwei Drittel in lediglich vier Jahren zurück.
Während in Paris nun das vom Zoll beschlagnahmte Elfenbein zerstört wird, bereitet sich in London Premierminister David Cameron auf eine internationale Regierungskonferenz zum illegalen Artenhandel vor, zu der am 13. Februar hochrangige Politiker aus bis zu 50 Staaten anreisen werden. Auch Prinz Charles und Prinz William haben ihr Kommen angekündigt. Vor allem Elefanten, Nashörner und Tiger stehen derzeit unter besonders hohem Druck durch die Wilderei.
Im Zusammenhang mit Elfenbeinzerstörungen taucht regelmäßig die Forderung auf, das sogenannte weiße Gold nicht zu vernichten, sondern lieber zu verkaufen, um so die steigende Nachfrage zu bedienen. Laut WWF geht diese Gleichung nicht auf. „Die Vergangenheit hat gezeigt, dass diese Strategie keine Früchte trägt. Die Nachfrage im wichtigsten Abnehmerland China steigt durch den wirtschaftlichen Aufschwung ständig weiter“, erklärt WWF-Experte Kirchgatter. Nur wenn die potentiellen Käufer begreifen, dass ihre Nachfrage direkt zum Verschwinden der Elefanten führt, könne die Krise durch die Wilderei gestoppt werden. Zu diesem Bewusstseinswandel können die spektakulären Bilder der Elfenbeinvernichtungen beitragen.
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231 E-mail: franko.petri@wwf.at.
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