WWF-Bilanz zu fünf Jahren UNESCO-Biosphärenpark Mur-Drau-Donau: Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung von über 67 Kilometern Flussabschnitten und Seitenarmen teils abgeschlossen oder in Umsetzung – Pläne für weitere 270 Flusskilometer liegen vor
Gericht hat entschieden: Wolfsabschüsse in Tirol dürfen nicht vollstreckt werden
In mehreren aktuellen Erkenntnissen stoppt das Landesverwaltungsgericht Innsbruck den geplanten Abschuss von insgesamt fünf Wölfen – darunter zwei Welpen des ersten Rudels im heimischen Alpenraum. Konkret erteilt das Gericht den Einsprüchen der Naturschutzorganisation WWF und des ÖKOBÜRO eine aufschiebende Wirkung. Zugleich stellt es klar, dass es keine Entscheidung geben werde, bis der Europäische Gerichtshof zum vorgelegten Fall entschieden hat. „Das bedeutet klipp und klar, dass die Abschuss-Bescheide nicht vollstreckt werden dürfen. Die bisherige Praxis fortzusetzen, ist angesichts des Verfahrens beim Europäischen Gerichtshof sinnlos. Dessen Entscheidung muss abgewartet werden“, sagt Umweltjurist Gregor Schamschula.
Anlässlich der neuen Gerichtsentscheidungen fordert die Naturschutzorganisation WWF einen Kurswechsel der künftigen Tiroler Landesregierung. „Die Landespolitik muss die Entscheidungen unabhängiger Gerichte in Zukunft respektieren. Denn der Kurs der rechtswidrigen Abschuss-Forderungen ist mehrfach gescheitert und hat in der Praxis nichts verbessert”, sagt WWF-Experte Christian Pichler. Konkret plädiert der WWF für die Verankerung einer umfassenden Herdenschutz-Offensive im neuen Regierungsprogramm. “Die künftige Landesregierung muss die Zeit bis zur nächsten Almsaison unbedingt nützen. Das heißt: den Herdenschutz stärker fördern und mehr Hirtinnen und Hirten ausbilden. Genau das schützt Schafe auch vor Krankheiten und Unwettern, den mit Abstand häufigsten Todesursachen während der Almsaison.”
Das Landesverwaltungsgericht argumentiert in seinem Erkenntnis zu den Bescheiden unter anderem mit dem erhöhten Risiko von Fehlabschüssen. Bevor ein Wolfsabschuss zulässig ist, schreibt europäisches Recht überdies den Einsatz gelinderer Mittel vor, darunter insbesondere fachgerechte Herdenschutz-Maßnahmen. Genau hier sind Tirol und mehrere weitere Bundesländer allerdings säumig. Die meisten Schafherden sind immer noch ungeschützt.
Wölfe sind wichtig für Ökosysteme
Wölfe bereichern die Artenvielfalt und haben einen großen Mehrwert für Ökosysteme. Als „Gesundheitspolizei des Waldes“ halten sie den Wildbestand in guter Kondition und können die Ausbreitung von Krankheiten eindämmen. Sie reduzieren die viel zu hohe Zahl an Wildschweinen, Rehen und Hirschen, die für massive Verbissschäden in den Wäldern verantwortlich sind. Außerdem hinterlassen Wölfe wichtige Nahrungsreste für andere Schlüsselarten wie Adler. Fehlen diese Interaktionen, wirkt sich das negativ auf die Zusammenhänge in der Natur und damit auch auf den Menschen aus.
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