Hoffnung für eine stark bedrohte Art: Durch Schutzmaßnahmen leben wieder 6.487 Spitzmaulnashörner in Südafrika. Vor allem Lebensraumverlust und Wilderei sind eine große Gefahr.
Giftalarm in Wien und Umgebung: Unbekannte legen illegale Köder aus
Wien, am 25. Februar 2014 – Beängstigend viele Berichte über illegal ausgelegtes Gift sorgen in den letzten Wochen im Osten Österreichs für Unruhe. Präparierte Köder wurden in Parks und Grünanlagen gefunden – eine große Gefahr für spielende Kleinkinder und neugierige Vierbeiner. So endeten Spaziergänge mit Hunden mehrfach beim Tierarzt. Nicht nur in Siedlungsgebieten, sondern auch in freier Natur sorgen Giftfälle für traurige Rekorde. „Immer wieder fallen geschützte Greifvögel wie Seeadler und Mäusebussarde mitleidlosen Tierhassern zum Opfer“, erklärt Flora Hoser vom WWF. Im Januar traf es einen weiblichen Mäusebussard, der im Bezirk Korneuburg von einem vergifteten Hasenköder gefressen hat und qualvoll verendet ist. Negativer Spitzenreiter bei den Giftfällen unter Wildtieren ist das Bundesland Niederösterreich. Allein in den Jahren 2012/2013 kamen in Niederösterreich 21 Tiere durch das Pflanzengift Carbofuran zu Tode. Darunter waren 4 streng geschützte Seeadler.

Die WWF-Biologin Hoser ersucht deshalb Spaziergänger und Wanderer um besondere Vorsicht bei verdächtigen Substanzen am Wegrand. Das grobkörnige Carbofuran erkennt man an der violetten Färbung. Alle Köderfunde und Verdachtsfälle sollen sofort bei der WWF-Gifthotline unter Tel. 0676/444 66 12 gemeldet werden, damit die polizeiliche Untersuchung unverzüglich starten kann. Auch Tierärzte erhalten unter dieser Nummer Auskunft und Hilfestellung.
Der Verkauf des Pflanzengiftes Carbofuran ist zwar seit 2008 europaweit verboten, wird aber offenbar nach wie vor in großen Lagerbeständen gehortet und für Giftköder verwendet, die illegal gegen Hunde, Katzen, Füchse, Marder, Krähen oder Greifvögel eingesetzt werden. In den letzten Jahren hat man mit Carbofuran präparierte Tierläufe, Innereien, Fleischstücke, Knödel, geschossene Stockenten und sogar Hühnereier gefunden. Das Gift wirkt auf das zentrale Nervensystem und verursacht einen äußerst qualvollen Tod.
„Die Jägerschaft verurteilt auf das Schärfste solche illegalen Handlungen und wird alles in ihrer Macht stehende tun, um Giftlegern das Handwerk zu legen – ganz egal, ob die Giftausleger innerhalb oder außerhalb der Jägerschaft angesiedelt sind!“ erklärt Peter Lebersorger, Geschäftsführer des NÖ Landesjagdverbandes.
Für den Seeadler, Österreichs Wappentier, stellt die illegale Vergiftung durch Carbofuran die größte Bedrohung dar. Der scheue Greifvogel lebt an Tieflandflüssen wie der Donau und der March und brütet in Wäldern mit zusammenhängenden alten Baumbeständen, wo er von menschlichem Einfluss weitgehend ungestört ist. Derzeit überwintern etwa 150 Seeadler in Österreich. Etwa 30 von ihnen bleiben das ganze Jahr bei uns und haben bereits mit dem Brutgeschäft begonnen.
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 01/48817-250, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
Flora Hoser, Leiterin des WWF-Seeadlerprojekts, Tel. 01/488 17-212, E-Mail: flora.hoser@wwf.at
Alois Gansterer, Niederösterreichischer Landesjagdverband, Tel. 01 /405 16 36-0 oder
Peter Lebersorger, Zentralstelle Österreichischer Landesjagdverbände, Tel.: 01/ 405 16 36-0
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