EU-Kommission kündigt Überprüfung zentraler Naturschutz-Richtlinien für 2027 an – WWF warnt vor leichteren Abschüssen und mehr Eingriffen in Schutzgebiete – „Wild sein ist kein Verbrechen“
Hochseeabkommen tritt in Kraft: WWF sieht „historische Chance” für den Meeresschutz
Anlässlich des Inkrafttretens des internationalen Abkommens zum Schutz der hohen See am Samstag, dem 17. Jänner 2026, sieht der WWF Österreich eine “historische Chance” für den weltweiten Meeresschutz. Der Vertrag regelt erstmals den Schutz und die Bewirtschaftung von rund zwei Dritteln der globalen Meeresfläche – das entspricht etwa die Hälfte der gesamten Erdoberfläche. „Verschmutzung, Überfischung und der Klimawandel haben den Zustand unserer Meere dramatisch verschlechtert. Die neuen Regeln zu ihrem Schutz geben Hoffnung auf eine Trendwende – für den Erhalt der wichtigen Ökosysteme und damit auch unserer Lebensgrundlagen”, sagt Georg Scattolin, Meeresexperte beim WWF Österreich. 145 Länder haben den Vertrag bereits unterzeichnet, darunter auch Österreich. Der WWF appelliert, dass sich weitere Staaten dem Abkommen anschließen und fordert eine lückenlose Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen.
Schutzgebiets-Netzwerk als „Blaue Korridore” für wandernde Arten
Der Hochseevertrag sieht unter anderem die Ausweisung besonders sensibler Schutzgebiete vor. Diese sollen zu einem Netzwerk verbunden werden, damit „Blaue Korridore” entstehen – sichere Routen für weit wandernde Meerestiere wie Delfine, Haie, Meeresschildkröten und Wale. Diese Wanderrouten sind nicht nur für die Arten selbst essenziell, sondern auch für das ökologische Gleichgewicht der Meere – und damit für die Gesundheit des gesamten Planeten. Der WWF sieht darin auch einen wesentlichen Schritt, um das globale Biodiversitäts-Ziel der Vereinten Nationen zur erreichen: 30 Prozent der Ozeane bis 2030 unter Schutz zu stellen. „Das ist längst überfällig. Derzeit ist nur rund ein Prozent der Hochsee geschützt. Gleichzeitig gilt ein Viertel der dort lebenden Arten als bedroht, weil der Ausbeutung und Verschmutzung bisher kaum Grenzen gesetzt wurden”, sagt Georg Scattolin vom WWF Österreich.
Konsequente Umsetzung und Zusammenarbeit entscheidend
Der Vertrag erhöht außerdem die globalen Anforderungen an Umweltverträglichkeitsprüfungen für geplante maritime Aktivitäten wie die Fischerei, Schifffahrt und Rohstoffgewinnung. Gleichzeitig soll er die Kooperation zwischen Staaten und über 20 internationalen Organisationen verbessern, die bisher oft nebeneinander statt miteinander agierten. „Die Auswirkungen von Überfischung, Schifffahrt, Verschmutzung, Klimakrise und neuen Bedrohungen wie dem Tiefseebergbau auf das Leben im Meer sind Probleme, die weder eine einzelne Nation noch eine sektorale Verwaltungsbehörde allein lösen kann. Es braucht effektive internationale Zusammenarbeit. Klar ist aber: Nur mit einer konsequenten Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen durch alle Beteiligten kann das Abkommen sein Ziel erreichen”, sagt Scattolin vom WWF Österreich.
Weitere Infos hier.
Bilder hier.
News
Aktuelle Beiträge
Good News: Tigerinnen in Thailand ziehen erfolgreich Nachwuchs groß
Aufnahmen von Wildtierkameras zeigen, wie thailändische Tigerfamilien durch die Wälder streifen. Und auch Zahlen bestätigen, dass sich die dortigen Tigerbestände erholen – in Thailand ist er seit 2024 um 16% angestiegen.
WWF-Flüssereport: Drei Viertel der ökologisch wertvollen Flussstrecken ungeschützt
77 Prozent der wertvollen Flussstrecken ohne verbindlichen Schutz vor weiterem Wasserkraftausbau – Hitze und Dürre machen Schutz und Renaturierung dringlicher – WWF legt Zeugnisse für alle neun Bundesländer vor
UNO-Artenschutzkonferenz: WWF bewertet Ergebnis als „verpasste Chance“
Staaten bleiben bei Naturschutz-Finanzierung und Abbau umweltschädlicher Subventionen hinter notwendiger Ambition zurück – WWF fordert Konsequenzen auch in Österreich
CITES-Meeting: WWF warnt vor Tigerfarmen als Deckmantel für illegalen Wildtierhandel
Große Datenlücken erschweren Kontrolle des Handels mit Tigern – WWF fordert strengere Aufsicht und ein Ende der Zucht für den Handel mit Körperteilen – Artenschutzgremium CITES tagt in Genf
WWF und Ozeanforscherin Sylvia Earle legen Grundstein für besseren Schutz des Mittelmeers
Neue Hoffnungs-Zone für den Artenschutz im Mittelmeer – Basis für grenzüberschreitenden Schutz seltener Hai- und Rochenarten, Wale, Delfine und Meeresschildkröten – WWF fordert politische Zusagen
Weltnaturkonferenz: WWF fordert Kurskorrektur bei Milliarden-Subventionen
UNO-Konferenz vor Abschluss – Reform umweltschädlicher Subventionen stark umkämpft – Naturschutzorganisation fordert verbindlichen Finanzierungsplan
WWF zum Klimagesetz: Ohne verbindliche Pflichten droht Mogelpackung
Begutachtungsfrist endet am Freitag: Verbindliche Sektorziele und Rechtsschutz fehlen, Standortklausel ermöglicht Rückzieher – Bundesregierung und Nationalrat müssen Entwurf nachschärfen
WWF: 20 Spitzmaulnashörner zum Schutz vor Wilderern evakuiert
Nashorn-Wilderei in Südafrika bedroht Arterhalt – Umsiedlung von Tieren nach Botswana zum Aufbau neuer Populationen – WWF vor Ort im Einsatz gegen illegale Jagd und Handel mit Nashorn-Horn










