Umweltschutzorganisation verlangt verbindliches Klimagesetz und wirksamen Renaturierungsplan – Natürliche Schutzmaßnahmen stärken, fossile Großprojekte stoppen
Internationaler Tag des Tigers: WWF ruft zur Schließung aller Tigerfarmen auf
Presseaussendung
Bangkok/Phnom Penh, Wien, 28. Juli 2016 – Zum internationalen Tag des Tigers morgen am 29. Juli ruft der WWF alle Staaten in Asien auf, so genannte „Tigerfarmen“ – Zuchtzentren, in denen Tiger für kommerzielle Zwecke in Käfigen gehalten werden –, genau zu untersuchen und alle Farmen zu schließen, die in den illegalen Handel mit Tigern verwickelt sind. Derzeit existieren mehr als 200 solcher Farmen mit bis zu 8.000 Tigern in Ländern wie China, Laos, Vietnam und Thailand. Hingegen leben nur mehr 3.900 Tiger in freier Wildbahn. Nur artgerechte Zoos und Zuchtstationen für Naturschutzzwecke sollen von der Schließung ausgenommen werden, so der WWF.
Diesen Aufruf startet die Umweltorganisation auch anlässlich der Schließung des berüchtigten “Tigertempels” in Thailand. Dort wurden im Juni bei einer Razzia 137 lebende Tiger, 70 Tigerbabys in einem Kühlschrank und in Konservierungsgefäßen sowie tausend Amulette aus Tigerhaut entdeckt. “Die schockierenden Bilder der Tigerbabys, die für den illegalen Tigerhandel bestimmt waren, zeigen klar, was hinter den Kulissen dieser Tigerfarmen geschieht und warum sie geschlossen werden müssen“, so Mike Baltzer, Leiter der internationalen WWF-Initiative für Tiger. Die Schließung dieser Farmen kann helfen, das Ziel der Verdoppelung der Tiger in freier Wildbahn zu erreichen, so der WWF.
Viele dieser Tigerfarmen sind, wie der ehemalige Tigertempel, in den illegalen Handel mit Tigern und Tigerprodukten verwickelt. Die Tiere werden zur Herstellung und Vermarktung traditioneller chinesischer Medizin gezüchtet und deren Knochen zu Arzneien verarbeitet.
Die Praxis dieser Farmen unterminiert die Bemühungen der Staaten, wild lebende Tiger zu schützen und legitimiert den weltweiten Tigerhandel zum Normalzustand, was wiederum die Nachfrage nach Tigerprodukten ankurbelt.
Leider können diese Farmen nicht von heute auf morgen geschlossen werden, da die Tiere eine Bleibe finden müssen. Ein Auswildern ist nicht möglich, weil sie sich bereits zu sehr an die Gegenwart von Menschen gewöhnt haben. Der WWF ruft deshalb die internationale Staatengemeinschaft auf, den Ländern auch finanziell zu helfen, die ihre Tigerfarmen zu schließen bereit sind.
Derzeit existieren noch weniger als 3.900 Tiger in freier Wildbahn. Erstmals seit 2010 ist aber ihre Zahl durch Schutzmaßnahmen in einigen „Tigerstaaten“ gestiegen. 13 asiatische Staaten haben 2010 auf der Konferenz in St. Petersburg beschlossen, die Zahl der wild lebenden Tiger in Asien bis 2022, dem nächsten Chinesischen Jahr des Tigers, auf mehr als 6.000 Tiere zu verdoppeln.
Die Tigerfarmen werden auch ein großes Thema bei der nächsten Artenschutzkonferenz gegen den illegalen Artenhandel (CITES) von 24. September bis 5. Oktober in Johannesburg sein. Der WWF wird dazu eine Reihe von Vorschlägen einbringen um den Handel mit Tigerprodukten zu bekämpfen.
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF (vor Ort in Kambodscha), E-Mail: franko.petri@wwf.at; Tel. +855 10 305541. Fotos von Tigern auf Anfrage bei unserer Medienassistenz Hannes Greber, E-Mail: hannes.greber@wwf.at.
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