EU-Kommission kündigt Überprüfung zentraler Naturschutz-Richtlinien für 2027 an – WWF warnt vor leichteren Abschüssen und mehr Eingriffen in Schutzgebiete – „Wild sein ist kein Verbrechen“
Japan tötet Wale im antarktischen Meeresschutzgebiet
Wien, 5.9.2018 – Japanische Walfänger haben heuer bereits mehr als 50 Zwergwale im Rossmeer-Meeresschutzgebiet (Marine Protected Area – MPA) in der Antarktis getötet. Das gab der WWF gestern am Eröffnungstag der Sitzung der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Brasilien bekannt. Dabei sind jegliche Fangaktivitäten im Rossmeer-Meeresschutzgebiet verboten. Japan hingegen rechtfertigt den Walfang durch ein Schlupfloch, dem so genannten "Walfang zu wissenschaftlichen Zwecken". Der WWF fordert die IWC und die „Die Kommission für die Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis“ (Commission for the Conservation of Antarctic Marine Living Resources – CCAMLR) auf, dieses Schlupfloch zu schließen und die sinnlose Tötung von Walen in diesem Meeresschutzgebiet sofort zu beenden.
Axel Hein, WWF-Meeresschutzexperte erklärt: „Das Rossmeer-Meeresschutzgebiet ist dazu da, all seinen tierischen Bewohnern Schutz vor menschlicher Ausbeutung zu bieten. Es ist absurd, dass Japan legal in ein Meeresschutzgebiet eindringen und Wale harpunieren kann. Der WWF fordert die IWC und die CCAMLR auf, hier unverzüglich tätig zu werden um diesem sinnlosen Abschlachten von Walen ein Ende zu setzen.“
Das Rossmeer-Meeresschutzgebiet ist eines der weltweit größten Schutzgebiete mit einer Fläche von 1,55 Millionen Quadratkilometern und wurde 2016 von der CCAMLR vereinbart. Es hat zum Ziel, die Flora und Fauna im Rossmeer zu schützen und zu erhalten, darunter den Antarktischen Krill, Kaiserpinguine, Weddellrobben und eine Reihe von Walarten wie Blau-, Buckel-, Zwerg- und Killerwale. Die CCAMLR, zu der auch die EU und Japan gehören, kontrolliert jedoch nicht den Walfang in der Region – stattdessen kann sich jedes Mitgliedsland der IWC eine Sondergenehmigung für den Walfang erteilen. Bereits am 31. März 2014 entschied der Internationale Gerichtshof, dass Japan alle bestehenden Genehmigungen für den "wissenschaftlichen Walfang" im Südlichen Ozean widerrufen und keine weiteren Genehmigungen erteilen sollte. Japan hingegen erteilte sich eine neue Sondergenehmigung, die bis 2027 die Tötung von 333 antarktischen Zwergwalen pro Jahr im Südpolarmeer erlauben soll.
Rückfragehinweis:
Theresa Gral, WWF-Pressesprecherin, Tel.: +43 1 48817 216, E-Mail: theresa.gral@wwf.at
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