Hoffnung für eine stark bedrohte Art: Durch Schutzmaßnahmen leben wieder 6.487 Spitzmaulnashörner in Südafrika. Vor allem Lebensraumverlust und Wilderei sind eine große Gefahr.
Karfreitag: Nachhaltiger Fisch statt Klimakiller Fleisch
Wien, Mittwoch, 4. April 2012 – Ostern soll auch eine Zeit des bewussten Einkaufs sein. Vor dem Karfreitag fordert der WWF dazu auf, statt dem Klimakiller Fleisch nachhaltig gefangenen Fisch zu essen. Aber auch bei Fisch heißt es gewusst wie. Denn die Fischindustrie hat unsere Meere seit Jahrzehnten so stark geplündert, dass sie sich nicht mehr erholen können. Heute gelten 80 Prozent der Bestände in den Weltmeeren als überfischt oder sind bis an die Grenzen ausgebeutet. Der WWF fordert die Konsumenten zu Ostern heuer auf nur heimischen Fisch aus Wildfang, Fisch aus Biozucht oder Fisch mit dem blauen Öko-Gütesiegel des „Marine Stewardship Council“ (MSC) zu kaufen und auf Fleisch lieber ganz zu verzichten. Der WWF empfiehlt vor dem Kauf den WWF-Fischeinkaufsratgeber (zum Download unter www.wwf.at/meere) zu befragen.
Fleisch ist ein wahrer Klimakiller. Nicht nur, dass besonders Rinder enorme Mengen von klimaschädlichen Methan ausstoßen, auch ein Großteil der landwirtschaftlich genutzten Fläche ist für die Viehzucht reserviert. Insgesamt wird rund ein Drittel der Landoberfläche für die Nutztiere verwendet. Jeder Österreicher isst durchschnittlich knapp acht Kilogramm Fisch im Jahr. Der Fleischkonsum der Österreicher liegt hingegen bei 67 Kilogramm pro Jahr. Um ein Kilo Rindfleisch zu produzieren, werden ca. zehn Kilo Getreide benötigt. Ein Kilo Rindfleisch erzeugt 6,5 Kilo an Kohlendioxid, Gemüse beispielsweise durchschnittlich nur 150 Gramm. Die Klima-Bilanz bei den vom WWF empfohlenen Fischen ist unterschiedlich, je nachdem ob heimischer Wild- oder Biozuchtfisch oder MSC-Fisch. Er liegt aber weit unter der von Fleisch und Fisch ist außerdem viel gesünder. Je regionaler die Herkunft des Fisches, desto kleiner ist auch der CO2-Rucksack, da die Transportwege kürzer sind. Auch in Sachen Frische ist heimischer Fisch nicht zu schlagen.
Der WWF empfiehlt auf Rotbarsch ganz zu verzichten, weil die Bestände stark gefährdet sind. Beim Fang dieses Tiefseefisches werden Jahrtausende alte Kaltwasserkorallen zerstört. Tonnenschwere Grundschleppnetze zermalmen den wertvollen Lebensraum dieser empfindlichen Korallen. Der WWF kämpft seit langem gegen die zerstörerischen Fangmethoden in der Tiefsee-Fischerei. Aber auch Red Snapper, Viktoriabarsch, Zackenbarsch, Papageifisch, Seeteufel oder Schwertfische sind Arten, die nicht mehr auf der Speisekarte stehen sollten. Auch beim Kauf von Shrimps sollte man auf Bio-Gütesiegel achten, nur dann ist die Zucht nachhaltig und ökologisch und für die Zuchtanlagen werden keine Mangrovenwälder abgeholzt. „Wer Scholle oder Seezunge isst, muss sich bewusst sein, dass in den Netzen ein Vielfaches an anderen Meerestieren verendet“, so WWF-Experte Axel Hein. So gehen etwa pro Kilogramm Scholle bis zu 15 Kilogramm Beifang als „Müll“ wieder über Bord. Auch der stark dezimierte Kabeljau-Bestand im Nordost-Atlantik hat sich durch zu hohe Fangquoten noch nicht erholen können.
Wer sichergehen will, nachhaltig gefangenen Fisch am Karfreitag auf seinem Teller zu haben, kann unter www.wwf.at/meere den aktuellen WWF-Fischratgeber herunterladen und beim Einkauf den „richtigen“ Fisch auswählen.
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231, Email: franko.petri@wwf.at.
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