WWF-Bodenschutz-Monitor 2026 veröffentlicht: Ein Jahr nach Regierungsstart prägen Stillstand und Rückschritte die Bodenpolitik – Widmungsabgabe als positive Ausnahme
Karotten für hungrige Kängurus
Stellen Sie sich vor, ein riesiges Feuer hat ihr Zuhause verwüstet. Sie haben es mit viel Glück irgendwie überlebt, doch jetzt droht eine neue Gefahr. Die Flammen haben nichts übrig gelassen: kein Futter, keine Verstecke, wenig Wasser gibt es sowieso. Sie haben Hunger und Durst, können ihn aber nirgendwo stillen. Das war bis vor kurzem die Realität für viele australische Arten in völlig abgebrannten Landstrichen wie den Blue Mountains nordwestlich von Sydney.
Essen per Helikopter – zur Überbrückung
Um die Zeit zu überbrücken bis ihre natürliche Nahrung wieder nachwächst, haben unsere Kollegen vom WWF Australien zusammen mit Partnern einen ganz speziellen „Home Delivery Service“ ins Leben gerufen. Sie werfen Karotten und Süßkartoffeln über den abgebrannten Regionen per Helikopter ab. Somit verhungern bedrohten Arten wie das Bürstenschwanz-Felskänguru nicht, bevor sich ihr Lebensraum vom Buschfeuer erholt.
Karotten sind sehr nahrhaft und enthalten auch recht viel Wasser. Über eine Tonne Karotten und Süßkartoffeln wurden an fünf Felskänguru Kolonien im Wolgan Valley verteilt, eine weitere Tonne an drei Kolonien im Capertee Valley. Auch sechs weitere Kolonien im Yengo Nationalpark bekamen Essenslieferungen.

Die Natur kommt zurück
“Wo auch immer wir zu Fuß hinkommen, installieren wir Kamerafallen, um die überlebenden Felskängurus und weitere Arten zu monitoren. So konnten wir Bilder einiger Kängurus machen, es ist ein gutes Zeichen“, sagt Trent Forge vom New South Wales Parks and Wildlife Service, „die Eukalyptusbäume sprießen schon wieder und auch die Gräser kommen zurück. Die Landschaft wird sich erholen, hoffentlich auch die Wildtiere.“
Langfristige Arbeit liegt noch vor uns
Die verschiedenen Nothilfe-Maßnahmen waren wichtig. Jetzt, da sich die Natur langsam erholt, verschiebt sich der Fokus unserer Arbeit immer mehr auf langfristige Lösungen. Geschätzte 10 bis 12 Millionen Hektar Land sind in ganz Australien verbrannt, mehr als eine Milliarde Tiere wurden von den Buschfeuern beeinträchtigt oder gar getötet. Nach den Nothilfe-Maßnahmen geht es um den Schutz und die Wiederherstellung der natürlichen Lebensräume.
„Wir müssen die wichtigen Lebensräume, die noch erhalten sind schnellstmöglich unter Schutz stellen“, meint Tim Cronin vom WWF Australien, „diese intakten Überreste sind wie wichtige Archen, wo sich die Artenvielfalt erholen und nachwachsen kann, um von dort aus die vom Feuer zerstörten Gebiete wieder zu besiedeln.“

All das wäre ohne die großartige Unterstützung aus aller Welt nicht möglich gewesen. Ein herzliches Danke an alle, die gespendet haben.
Das waren weitere Nothilfe-Maßnahmen des WWF:
Unterstützung der Koala-Spürhunde
Medizinische Versorgung verletzter Koalas
Noch mehr Nachrichten (auf Englisch) von unseren australischen Kollegen
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Video: Animation zeigt Klimarisiken im Kaunertal
Eine ZDF-Animation zeigt, was passieren könnte, wenn ein Felssturz den Gepatsch-Stausee trifft.
Notruf vom Nordpol: WWF warnt vor zunehmenden Gefahren für die arktische Tierwelt
Eisbären, Walrosse und Ringelrobben leiden unter Klimakrise und Öl-Industrie – WWF fordert konsequenten Ausstieg aus fossiler Energie und wirksam geschützte Rückzugsräume
Good News: Seltene Gorilla-Zwillinge im Virunga-Nationalpark geboren
Seltene Neuigkeiten aus dem Virunga-Nationalpark: Gorillaweibchen Mafuko hat Zwillinge bekommen!
„Achtung Gefahr“: WWF protestiert mit 20-Meter-Banner gegen Kaunertal-Ausbau
Massive Gefahren für Bevölkerung und Natur weiterhin ungeklärt – UVP-Unterlagen „skandalös unvollständig“ – WWF macht mit Riesen-Banner auf Sicherheitsrisiken aufmerksam
Nach Massen-Fischsterben: WWF fordert Wasser-Rettungspaket für Untere Lobau
Naturschutzorganisation: Langjähriger Wassermangel wirkt sich in niederschlagsarmen und kälteren Wintern besonders fatal für Fische aus – Stadt Wien sollte rasch mit Gegenmaßnahmen starten
WWF-Erfolg: Wisente erfolgreich im Kaukasus ausgewildert
Es war der Start eines großen Abenteuers für 18 Wisente: Die Tiere konnten erfolgreich im Kaukasus ausgewildert werden und somit in ihre Heimat zurückkehren. Darunter auch Ina, eine selbstbewusste und forsche Kuh aus Innsbruck.
Aschermittwoch: WWF empfiehlt heimischen Bio-Fisch als Alternative zu Hering und Co
Weltmeere drastisch überfischt – Nordatlantische Heringsbestände in kritische Bereiche gesunken – 92 Prozent des konsumierten Fischs in Österreich importiert
Schutz der Mur: Slowenische Regierung stoppt endgültig alle Kraftwerkspläne
WWF begrüßt Konzessionsentzug für acht geplante Wasserkraftwerke an der Mur an der Grenze zur Steiermark – Weg frei für Renaturierung im UNESCO-Biosphärenpark













