WWF-Bodenschutz-Monitor 2026 veröffentlicht: Ein Jahr nach Regierungsstart prägen Stillstand und Rückschritte die Bodenpolitik – Widmungsabgabe als positive Ausnahme
Klimakrise erfordert mehr Ambition im Wasserschutz. Drei-Punkte Plan für künftige Bundesregierung
Wien, am 24. Oktober 2019. Anlässlich der heutigen Konferenz „Wasser und Klima“ des Umweltministeriums präsentiert die Umweltschutzorganisation WWF Österreich einen Drei-Punkte-Plan für ein klimafittes Wassermanagement der Zukunft. Dazu zählen die Wiederaufstockung des Budgets für ökologische Gewässersanierung mit zumindest 150 Millionen Euro bis 2021, konkrete Naturschutzkriterien für die Förderung des Ausbaus Erneuerbarer Energien sowie ein stärkerer Fokus auf ökologischen Hochwasserschutz mit mehr natürlicher Auslauffläche für Flüsse, um im Hochwasserfall Helferinnen und Helfern an Land wichtige Reaktionszeit zu verschaffen. „Die Folgen der Klimakrise äußern sich besonders stark über Veränderungen des Wasserhaushaltes. Um Wasserkrisen vorzubeugen, muss die neue Bundesregierung die bisherigen politischen Versäumnisse rasch aufholen und den Schutz unserer Wasserressourcen mit einer ausreichenden Finanzierung sicherstellen“, sagt Bettina Urbanek, Gewässerschutzexpertin des WWF Österreich. „Intakte Ökosysteme und lebendige Fließgewässer sind unsere größten Helfer im Kampf gegen die Auswirkungen von Klimakrise und Artensterben.“
1. Sanierungsoffensive
„Österreichs Flüsse sind relativ sauber aber ökologisch tot. Auch dank der EU-Wasserrahmenrichtlinie ist es in den letzten 20 Jahren gut gelungen, Verschmutzung und chemische Belastung von Flüssen zu bekämpfen. Größtes Problem in Österreich stellt die starke Verbauung von Flüssen dar. Dadurch wird Süßwasserarten der Lebensraum genommen und das Artensterben beschleunigt“, verweist Bettina Urbanek auf den großen Sanierungsbedarf. Laut Umweltministerium sind österreichweit 60 Prozent der Flüsse in keinem guten Zustand und verfehlen damit den Mindeststandard der EU-Wasserrahmenrichtlinie. „Hunderte Sanierungsprojekte warten auf ihre Finanzierung. In dieser Warteschleife hängen ökologisch wichtige Fischaufstiegshilfen, naturnahe Ufergestaltungen oder Revitalisierungen von Gewässern und Auen“, so die WWF-Expertin. „Umso wichtiger ist es, dass nun dem einstimmigen Nationalratsbeschluss von Ende September für eine ausreichende Finanzierung auch rasch Taten folgen.“ Gemäß diesem Entschließungsantrag müsste der Zusagerahmen bis 2021 insgesamt 150 Millionen Euro betragen. Laut WWF Österreich braucht es zusätzlich zu diesem kurzfristigen Notfallplan schon jetzt einen neuen Gewässerschutzplan, der bis 2027 ausfinanziert ist, damit Österreich auch seine EU-Ziele im Wasserschutz erreicht.
2. Naturverträglichkeit garantieren
Um sicherzustellen, dass die Ziele im Klimaschutz auch mit jenen im Naturschutz einhergehen, fordert der WWF Österreich eine Reform der Ökostrom-Subventionen mit entsprechenden Förderkriterien. Diese sollen garantieren, dass künftig nur noch jene Energieprojekte eine Förderung erhalten, die den ökologischen Gewässerzustand nicht verschlechtern, keine Schutzgebiete beeinträchtigen und für den Klimaschutz wirklich maßgeblich sind. Bettina Urbanek: Klare Förderkriterien sollen dabei helfen, die Naturverträglichkeit eines Projektes von vornherein außer Streit zu stellen. Im Zuge eines ökologischen „Bestbieter-Prinzips“ können sowohl die wirksamsten als auch die naturverträglichsten Projekte und Technologien unterstützt werden. „Beim Klimaschutz geht es nicht zuletzt darum, den nächsten Generationen eine intakte Umwelt und funktionierende Ökosysteme zu hinterlassen. Daher muss beim dringend benötigten Ausbau der Erneuerbaren auch die Naturverträglichkeit garantiert sein“, so Bettina Urbanek.
3. Ökologischer Hochwasserschutz
Pilotprojekte für ökologischen Hochwasserschutz zeigen schon heute ihre Wirksamkeit. Im Falle eines Hochwassers helfen natürliche Überschwemmungsräume, große Schäden zu verhindern, indem sie die Wassermassen abfangen. Gleichzeitig bieten sie bei Niedrigwasser wertvolle ökologische Lebensräume für geschützte Pflanzen und Tiere. Der WWF Österreich fordert auf Bundes- sowie auf Landesebene eine Priorisierung von ökologischen Maßnahmen gegenüber harten Verbauungen. „Im Hochwasserschutz müssen wir wegkommen von rein technischen Lösungen und reaktiven Notfallplänen. Stattdessen muss Flüssen wieder mehr Platz zurückgegeben werden“, sagt Gewässerschutzexpertin Urbanek. „Konkret müssen pro Jahr 38 Kilometer Flussstrecke und 100 Hektar Auenlandschaft aufgewertet werden. Zugleich ist die Raumordnung gefragt, um die starke Verbauung auf Flächen entlang großer Flüsse zu stoppen und für den Schutz vor Hochwasser zu sichern.“
Rückfragen und Kontakt:
Vincent Sufiyan
WWF-Pressesprecher
Tel. 0676 83488 308
E-Mail: vincent.sufiyan@wwf.at
Bettina Urbanek
Gewässerexpertin WWF Österreich
Tel. 01/48817-275
E-Mail: bettina.urbanek@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Video: Animation zeigt Klimarisiken im Kaunertal
Eine ZDF-Animation zeigt, was passieren könnte, wenn ein Felssturz den Gepatsch-Stausee trifft.
Notruf vom Nordpol: WWF warnt vor zunehmenden Gefahren für die arktische Tierwelt
Eisbären, Walrosse und Ringelrobben leiden unter Klimakrise und Öl-Industrie – WWF fordert konsequenten Ausstieg aus fossiler Energie und wirksam geschützte Rückzugsräume
Good News: Seltene Gorilla-Zwillinge im Virunga-Nationalpark geboren
Seltene Neuigkeiten aus dem Virunga-Nationalpark: Gorillaweibchen Mafuko hat Zwillinge bekommen!
„Achtung Gefahr“: WWF protestiert mit 20-Meter-Banner gegen Kaunertal-Ausbau
Massive Gefahren für Bevölkerung und Natur weiterhin ungeklärt – UVP-Unterlagen „skandalös unvollständig“ – WWF macht mit Riesen-Banner auf Sicherheitsrisiken aufmerksam
Nach Massen-Fischsterben: WWF fordert Wasser-Rettungspaket für Untere Lobau
Naturschutzorganisation: Langjähriger Wassermangel wirkt sich in niederschlagsarmen und kälteren Wintern besonders fatal für Fische aus – Stadt Wien sollte rasch mit Gegenmaßnahmen starten
WWF-Erfolg: Wisente erfolgreich im Kaukasus ausgewildert
Es war der Start eines großen Abenteuers für 18 Wisente: Die Tiere konnten erfolgreich im Kaukasus ausgewildert werden und somit in ihre Heimat zurückkehren. Darunter auch Ina, eine selbstbewusste und forsche Kuh aus Innsbruck.
Aschermittwoch: WWF empfiehlt heimischen Bio-Fisch als Alternative zu Hering und Co
Weltmeere drastisch überfischt – Nordatlantische Heringsbestände in kritische Bereiche gesunken – 92 Prozent des konsumierten Fischs in Österreich importiert
Schutz der Mur: Slowenische Regierung stoppt endgültig alle Kraftwerkspläne
WWF begrüßt Konzessionsentzug für acht geplante Wasserkraftwerke an der Mur an der Grenze zur Steiermark – Weg frei für Renaturierung im UNESCO-Biosphärenpark













