Vollversammlung der internationalen Meeresbodenbehörde startet am Montag in Jamaika – Massiver Druck könnte Moratorium gefährden – WWF fordert das Verhindern einer Umweltkatastrophe
Lobau-Autobahn S1 ist pure Geldvernichtung
Wien/St. Pölten, 30. September 2011 – Als sinnlose Geldvernichtung bezeichnet der WWF die Lobau-Autobahn S1, die Schwechat mit Süßenbrunn verbinden und drei Milliarden Euro an Bundesmitteln verschlingen soll. „Wenn schon neue Kredite, dann für Bildung, Soziales und Umweltschutz!“ fordert Gerhard Egger vom WWF. „Es ist verantwortungslos, drei Milliarden in 19 Kilometer Autobahn zu planieren!“ Statt die betroffenen Ortschaften wie Groß-Enzersdorf zu entlasten, würden die S1 und die anschließende S8 massiv Verkehr anziehen. Die ASFINAG selbst rechnet – trotz der Lobau-Autobahn – mit einer Verkehrszunahme von 17 Prozent auf der Wiener Süd-Ost-Tangente zwischen 2005 und 2025. Im Vergleich zu den drei Autobahn-Milliarden, beträgt das Budget des Lebensministeriums für Österreich weite umweltpolitische Maßnahmen nur 30 Millionen Euro, also ein Hundertstel, kritisiert der WWF.
Der WWF unterstützt die Plattform „Zukunft statt Autobahn“ die verlangt, dass Steuergeld in die Zukunft statt in unnötige Autobahnen investiert wird. Unter www.zukunft-statt-autobahn.at können alle Österreicher eine Petition unterzeichnen, die eine Bürgerbefragung zum umstrittenen Autobahnprojekt fordert.
Das sensible ökologische Gleichgewicht des Nationalparks und des Marchfeldes, wird durch den geplanten Tunnel und die anschließende Transitstrecke durch das Marchfeld erheblich beeinträchtigt, erinnert Egger vom WWF.
Mit den für den Autobahnbau veranschlagten drei Milliarden Euro könnten Niederösterreich und Wien hingegen zu Musterregionen des Natur- und Umweltschutzes innerhalb der EU werden, rechnet der WWF vor. Würden die Gelder in den umfassenden Schutz der wertvollen Nationalparkregion investiert werden, könnte beispielsweise die Donau östlich von Wien in ein Paradies mit wieder angebundenen Altarmen verwandelt werden.
Außerdem wäre es möglich, sämtliche Naturschutzgebiete und Natura 2000-Gebiete in Niederösterreich und Wien mit einer ausreichenden Betreuung auszustatten und die erforderlichen Maßnahmen zur Sicherung dieser wichtigen Naturräume mustergültig umzusetzen. Anstelle einer Autobahn durch das Marchfeld, könnte zudem endlich der Schutz der March-Thaya-Auen durch die Einrichtung eines Nationalparks verbessert werden.
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 01/488 17-250
E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
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