Erfasste Populationen seit 1970 um durchschnittlich 73 Prozent geschrumpft – Lebensraumzerstörung größte Bedrohung – Schutzmaßnahmen ermöglichen Erholung einzelner Arten + BILDER und VIDEOS
Natürliche Uferböschungen statt monotoner Schutzbauten
Bad Ischl, am 12. Oktober 2007 – Was im heurigen Sommer in Bad Ischl mit dem Abriss der alten Eisenbahnbrücke begonnen wurde, setzen die Bagger nun direkt am Fluss fort: Auf der Länge eines halben Kilometers wird die Traun eingetieft, natürliche Uferböschungen angelegt und das Flussbett neu gestaltet. Zusätzlich soll auch zum ersten Mal ein Seitenbach – der Sulzbach – wieder angebunden werden. Diese Maßnahmen kommen einerseits der Sicherheit und Lebensqualität der Bad Ischler zu Gute und verbessern andererseits die Flussstruktur. „Der heutige Spatenstich ist ein wichtiger Schritt in Richtung lebendige Traun. Er verbindet nachhaltigen Hochwasserschutz bestens mit der Wiederbelebung wertvoller Auwald-Lebensräume", so Umweltminister Josef Pröll zu den natürlichen Uferböschungen.
Durch die Umbauten wird für den Fluss mehr Raum geschaffen, und so im Hochwasserfall das Risiko für Überschwemmungen maßgeblich reduziert. „Mit der Absenkung der Traun verbessern wir die Hochwassersicherheit für den Ortsteil Sulzbach in entscheidendem Maße“, erklärt Ing. Wilhelm Laimer, Leiter des Gewässerbezirks Gmunden. Gleichzeitig werden die Lebensräume in der Traun ökologisch aufgewertet. Stark bedrohte Tierarten gewinnen wertvollen Lebensraum, der durch den technischen Hochwasserschutz der letzten Jahrzehnte verloren gegangen war, zurück.
„Von der Wiederanbindung des Sulzbachs werden anspruchsvolle Flussbewohner wie Bachforelle, Äsche, Koppe und Co. profitieren “, begrüßt auch Flussraummanager Leopold Feichtinger die Maßnahmen. Feichtinger wurde vom Land Oberösterreich, dem Lebensministerium und dem WWF gemeinsam eingesetzt, um im Rahmen des „Gewässerbetreuungskonzepts Obere Traun“ für mehr Lebensraum- und Artenvielfalt am Fluss zu sorgen.
Ein wesentlicher Teil der Arbeiten ist die Verbesserung der Wandermöglichkeit für Fische und andere Wassertiere durch Auflösung des Querbauwerks im Bereich der alten Eisenbahnbrücke. Es wird im Mündungsbereich der Kaltenbach-Au neu errichtet, allerdings auf zwei kleinere und flachere Stufen aufgeteilt, sodass es keine unüberwindbare Barriere mehr darstellt. Zusätzlich wird dem bestehenden Altarm wieder mehr Leben eingehaucht indem ein Stück oberhalb der Mündung in die Traun eine Rohrverbindung hergestellt wird. „Durch diese Maßnahme erhält der untere Teil des Altarms wieder ausreichend Wasser und somit einen Teil seiner natürlichen Dynamik zurück – ein weiterer Schritt zu einer lebendigen Traun!“, sind sich Laimer und Feichtinger einig.
Im Rahmen des Gewässerbetreuungskonzepts bemühen sich die Partner Bund, Land Oberösterreich, Bundeswasserbauverwaltung und WWF gemeinsam um ein modernes und naturnahes Management der Traun. Zahlreiche Maßnahmen sollen in den nächsten Jahren dafür sorgen, dass nachhaltiger Hochwasserschutz mit der Wiederbelebung wertvoller Auwald-Lebensräume einhergeht. Nicht nur stark bedrohten Tierarten wird dadurch ein Comeback ermöglicht – auch die Menschen in der Region gewinnen wertvollen Freizeit- und Erholungsraum zurück.
Rückfragehinweis:
Ing. Helmut Huber, Bundeswasserbauverwaltung, Tel. 07612/66337409
Claudia Mohl, WWF Pressesprecherin, Tel. 0676/83 488 203
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Wassermangel im Herbst: Sehr niedrige Wasserführung an über 80 Prozent der Flusspegel
September-Bilanz: Massiver Wassermangel in Flüssen von Niederösterreich bis Vorarlberg – Grundwasserstände bleiben vielerorts niedrig – WWF fordert Schutzprogramm und mehr Renaturierung
„Reh umgefahren. Halb so Wild“: WWF legt Beschwerde beim Werberat ein
Naturschutzorganisation kritisiert Verharmlosung von Tierleid und fordert Rücknahme des Smile-Sujets – Werberat sollte sich als klares Signal für Werbestopp oder Sujetwechsel aussprechen
WWF kritisiert späten und lückenhaften Start des Wasser-Registers
Umweltschutzorganisation fordert raschere Umsetzung und umfangreichere Erfassung der Wassernutzung – WWF warnt vor „blinden Flecken“ im Wasserentnahme-Register
Welttierschutztag: WWF fordert Ende der Verfolgung geschützter Wildtiere
Wolfsabschüsse auf Rekordniveau, Tötungskontingente für über 1.000 Biber – WWF: Bund und Länder müssen Prävention und Artenschutz stärken
WWF zu Wolfsabschuss in Arzl: DNA-Befund weist Goldschakal nach
Neuer Landesbefund legt nahe, dass getöteter Wolf für Ziegenrisse nicht verantwortlich war – WWF fordert Aufklärung und Ende voreiliger Abschussfreigaben
Good News: Kakapos kehren nach Neuseeland zurück
Die vom Aussterben bedrohte Vogelart erholt sich: 2026 ist der Bestand in Neuseeland so hoch, wie seit bereits 75 Jahren nicht mehr.
WWF: Tiwag will Gefahrenanalysen weiter geheim halten
Energiekonzern bekämpft gerichtlich angeordnete Herausgabe vor Verfassungsgerichtshof – WWF kritisiert Geheimhaltung sicherheitsrelevanter Informationen – Unterlagen auch für Kaunertal-Ausbau relevant
WWF kritisiert zynische Werbung mit Tierleid: Versicherungsanbieter muss Kampagne stoppen
„Reh umgefahren – halb so wild“: Versicherung verharmlost Wildunfälle – WWF fordert Rücknahme des Sujets und verantwortungsvolle Werbung











