Analyse zeigt hohe finanzielle Risiken durch Extremwetter, fossile Preisschocks und fehlende Vorsorge – WWF fordert stärkere Berücksichtigung von Klimarisiken im Doppelbudget
Neuer Rekord an überwinternden Seeadlern: 188 „Überflieger“ gezählt
Presseaussendung WWF
Wien, am 25. März 2015 – Die Ergebnisse der diesjährigen Seeadler-Winterzählung liegen vor: Insgesamt 188 Vögel beobachteten die Vogelkundler und viele freiwillige Helfer in Niederösterreich, Oberösterreich, dem Burgenland und der Steiermark sowie den Grenzregionen zu Ungarn, Tschechien und der Slowakei. Mit 48 Adlern führen die March-Thaya-Auen erneut die Liste der besten Überwinterungsgebiete an, gefolgt von der Parndorfer Platte mit 36 Tieren und den Donau-Auen mit 30 Seeadlern. „Dass der Seeadler in Österreich und den Nachbarstaaten so ein spektakuläres Comeback feiern kann, ist unter anderem der strengen EU-Gesetzgebung zu verdanken“, sagt Christian Pichler, Leiter des WWF-Seeadlerschutzprogramms. Der majestätische Greifvogel ist Österreichs Wappentier und ist europaweit durch die Vogelschutzrichtlinie der EU geschützt.
Für die so genannte Synchronzählung verteilen sich alljährlich im Jänner mehr als 50 Personen in Gebieten, in denen der Seeadler vorkommt und zählen die Adler. Um Doppelzählungen zu vermeiden, werden genaue Aufzeichnungen von Beobachtungszeitpunkt, -ort und Flugrichtung sowie individuelle Merkmale wie die Farbe des Federkleides notiert. „Alle Hauptüberwinterungsgebiete konnten bei guten Sichtbedingungen erfasst werden – dadurch liegt uns heuer ein vollständiger Datensatz für Österreich und die Grenzregionen vor“, erklärt Pichler vom WWF.
Die wichtigsten Überwinterungsgebiete Österreichs: In den nachfolgenden Beobachtungsgebieten wurden die meisten der 188 Seeadler gezählt, die bei uns überwintern. Es handelt sich dabei in den meisten Fällen um grenzüberschreitende Gebiete.
1. March-Thaya-Auen (Niederösterreich) inkl. Grenzgebiet zu Tschechien und der Slowakei: 48 Seeadler
2. Donau-Auen östlich und westlich von Wien: 30 Seeadler
3. Seewinkel und Hanság im Burgenland inkl. Grenzgebiet zu Ungarn: 25 Seeadler
4. Parndorfer Platte im Nordburgenland: 36 Seeadler
5. Waldviertel (32 Adler, Niederösterreich) und Weinviertel (8 Adler, Niederösterreich): 40 Seeadler
6. Unterer Inn (Oberösterreich): 3 Seeadler
7. Südburgenland und Oststeiermark: 6 Seeadler
Manche „Wintergäste“ sind sogar gekommen um zu bleiben. „Die erfreuliche Entwicklung zeigt, dass die Schutzmaßnahmen, die seit Jahrzehnten für den Seeadler durchgeführt werden, greifen. In Österreich sind das der Kampf gegen illegale Giftköder und Abschüsse sowie die Sicherung von intakten Lebensräumen. Der hohe Schutzstatus durch die EU hilft bei der Umsetzung”, so Pichler. Unter den im Winter gezählten europäischen Seeadlern befinden sich auch diejenigen, die das ganze Jahr über in Österreich bleiben. Einige von ihnen haben bereits mit dem Brüten begonnen und werden hoffentlich bald wieder für Nachwuchs sorgen. 2014 sind in Österreich insgesamt 23 Seeadlerküken geschlüpft.
Rückfragehinweis und Fotos von Seeadlern:
MMag. Franko Petri, WWF-Pressesprecher, Tel. 01-48817-231, E-Mail: franko.petri@wwf.at.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Wappentier im Aufwind: WWF weitet Seeadler-Monitoring aus
22 besenderte Greifvögel liefern wertvolle Daten für den Artenschutz – Erste markierte Seeadler brüten mittlerweile in drei Nachbarländern – Rund 90 Paare leben wieder in Österreich
Wasserkrise in der Lobau: Eines der größten Gewässer erstmals im Frühjahr geteilt
Bekanntes Eberschüttwasser im Nationalpark durch Wassermangel in zwei Teile getrennt – WWF fordert rasche Maßnahmen gegen Austrocknung der Unteren Lobau
Wildtierkriminalität in Österreich: 310 Fälle und eine sehr hohe Dunkelziffer
Neuer Bericht zeigt dramatisches Ausmaß illegaler Verfolgung geschützter Arten – BirdLife Österreich und WWF Österreich fordern nationalen Aktionsplan
Neuer Entwurf für Isel-Schutzgebiet verfehlt EU-Vorgaben
Geplante Verordnung der Landesregierung äußerst mangelhaft – WWF fordert umfassende Sanierung statt Stückwerk – Weitere Eskalation des EU-Vertragsverletzungsverfahrens droht
WWF: Lebensmittelverschwendung kostet Haushalte im Schnitt rund 100 Euro pro Monat
Tag der Lebensmittelrettung am 26. Mai: WWF errechnet Kosten der Verschwendung für Haushalte – Mehr Aufklärung, Transparenz und verbindliche Reduktionsziele gefordert
WWF: Neuer OECD-Bericht belegt anhaltenden Reformstau
Umweltprüfbericht kritisiert fehlende Verbindlichkeit, unklare Zuständigkeiten und umweltschädliche Fehlanreize – Ausbau von Schutzgebieten und bessere Naturschutz-Finanzierung empfohlen – OECD warnt vor Bodenversiegelung und Verfehlen der Klimaziele
Good News: Laos kämpft um Rückkehr der Tiger
Die Regierung in Laos hat einen Nationalen Aktionsplan verabschiedet, durch den sich die Tigerpopulation wieder erholen soll.
INN Dialog diskutiert über Zukunft des Dreiländerfluss
Rund 100 Teilnehmende aus Wissenschaft, Praxis und Bevölkerung diskutieren über den Arten- und Naturschutz am Inn – Abschluss des grenzüberschreitenden EU-Projekt INNsieme connect













