Naturschutzorganisation kritisiert Wasserkraft-Tunnelblick des Energiekonzerns – Alternativen zu teuren Uralt-Projekten wie Kaunertal-Ausbau gefordert – Schäden für Biodiversität werden ignoriert
Ökosozial umsteuern: Umweltschützer legen Steuerreform-Konzept vor
GLOBAL 2000, WWF Österreich und VCÖ präsentieren Messlatten für ambitionierte Steuerreform: Bundesregierung muss CO2-Bepreisung, Öko-Bonus und Abbau umweltschädlicher Subventionen beschließen
„Ökosozial umsteuern – für die Umwelt und den Arbeitsmarkt“ – unter diesem Motto hat eine breite Allianz von Umweltschutzorganisationen am Donnerstag ein eigenes Steuerreform-Konzept vorgelegt. Als zentrale Messlatten für die Bundesregierung nennt das gemeinsame Positionspapier eine faire CO2-Bepreisung, einen Öko-Bonus und den raschen Abbau umweltschädlicher Subventionen. Das Volumen der Umschichtung soll zumindest bei sieben Milliarden Euro liegen. „Der Neustart nach der Corona-Krise muss umfassend klima- und naturverträglich sein, um neue Arbeitsplätze zu schaffen und die Wirtschaft langfristig krisensicher aufzustellen. Dafür braucht es eine Steuerreform, die unser Klima schützt, mehr Energie spart und sozial gerecht erfolgt“, sagen die Umweltschützer Karl Schellmann (WWF), Johannes Wahlmüller (GLOBAL2000) und Michael Schwendinger (VCÖ).
Die Ökonomin Daniela Kletzan-Slamanig (WIFO) unterstreicht: “Jene Ressourcen, die wir jetzt in die Bewältigung der COVID-19-Krise stecken, sollten auch der Erreichung unserer langfristigen Klimaziele dienen. Konjunkturprogramme müssen daher ökologisch durchdacht sein. Die Schlüsselrolle liegt in der CO2-Bepreisung.”
Für GLOBAL 2000 ist darüber hinaus wichtig, dass eine ökosoziale Steuerreform aufkommensneutral umgesetzt wird: “Mit einem Ökobonus, der sich aus einer stetig steigenden CO2-Lenkungsabgabe finanziert, können wir finanziell schwächere Haushalte entlasten und gleichzeitig einen starken wirtschaftlichen Anreiz für Investitionen in eine klimafreundliche Zukunft setzen”, sagt Johannes Wahlmüller Energie- und Klimasprecher von GLOBAL 2000.
Der WWF Österreich fordert die rasche Vorlage eines Abbauplans für umweltschädliche Subventionen durch den Finanzminister: “Umweltschädliches Verhalten wird belohnt und mit Steuergeld subventioniert, während die Klimakrise immer akuter wird. Das darf so nicht weitergehen“, sagt WWF-Klimaexperte Karl Schellmann. Laut WIFO-Angaben werden allein in den Bereichen Energie, Verkehr und Wohnen bis zu 4,7 Milliarden Euro pro Jahr mit potentiell negativen Umwelteffekten ausgegeben. „Dieses Geld kann und muss deutlich besser investiert werden“, fordert Schellmann.
“Der Verkehr ist das größte Sorgenkind im Kampf gegen den Klimawandel. Die Treibhausgas-Emissionen sind hier in den vergangenen Jahren massiv gestiegen, anstatt zu sinken. Wichtige Ansatzpunkte, wie etwa die Abschaffung des Dieselprivilegs und die Ökologisierung der Pendlerpauschale, sind im Regierungsprogramm genannt. Das muss jetzt umgesetzt werden, um den Verkehr endlich auf Klimakurs zu bringen“, fordert Michael Schwendinger vom VCÖ.
Die Umweltschutzorganisationen WWF, GLOBAL 2000 und VCÖ sind sich einig: “Wir müssen das Steuersystem grundlegend neu aufstellen – ein weiter wie bisher ist weder wirtschaftlich, noch sozial und schon gar nicht ökologisch tragbar.”
Rückfragen und Kontakt:
Alexa Lutteri, MA, BSc
Pressesprecherin WWF Österreich
+43 676 834 88 240
alexa.lutteri@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF kritisiert Abschuss-Bilanz 2025: Alle zwei Wochen ein toter Wolf
25 Tötungen im Vorjahr, sieben weitere 2026 – Österreich schießt im mehrjährigen Vergleich sogar fünf Mal mehr als Deutschland – WWF fordert Kurswechsel
Frühes Zeichen des Frühlings: erster Weißstorch des Jahres in Marchegg
Im WWF-Reservat hat die Storchen-Saison begonnen – 2025 gutes Jahr für den Storchen-Bestand – Weitere Rückkehrer werden in den kommenden Wochen erwartet
20 Jahre WWF Earth Hour: Weltweit gehen am 28. März die Lichter aus
Bundespräsident Alexander Van der Bellen ruft gemeinsam mit WWF-Geschäftsführerin Andrea Johanides zur Teilnahme an der globalen Klima- und Naturschutz-Aktion auf
WWF-Klimaschutz-Monitor: Schlechte Klimapolitik wird zum Milliardenrisiko
Analyse nach erstem Jahr der Dreier-Koalition zeigt große Defizite – Bundesregierung verspielt Erreichen der Klimaziele und erzeugt Milliardenrisiken für Budget – WWF fordert Kurskorrektur
Bundesregierung: Erstes Bodenschutz-Zeugnis zeigt große Defizite
WWF-Bodenschutz-Monitor 2026 veröffentlicht: Ein Jahr nach Regierungsstart prägen Stillstand und Rückschritte die Bodenpolitik – Widmungsabgabe als positive Ausnahme
Video: Animation zeigt Klimarisiken im Kaunertal
Eine ZDF-Animation zeigt, was passieren könnte, wenn ein Felssturz den Gepatsch-Stausee trifft.
Notruf vom Nordpol: WWF warnt vor zunehmenden Gefahren für die arktische Tierwelt
Eisbären, Walrosse und Ringelrobben leiden unter Klimakrise und Öl-Industrie – WWF fordert konsequenten Ausstieg aus fossiler Energie und wirksam geschützte Rückzugsräume
Good News: Seltene Gorilla-Zwillinge im Virunga-Nationalpark geboren
Seltene Neuigkeiten aus dem Virunga-Nationalpark: Gorillaweibchen Mafuko hat Zwillinge bekommen!










