Österreich droht Klimaziele zu verfehlen, Strafzahlungen in Milliardenhöhe möglich – WWF fordert Abbau umweltschädlicher Subventionen sowie Natur- und Bodenschutz-Offensive
Österreich klimafit regieren: So wird unser Land zum weltweiten Klimaschutz-Vorreiter
Wien, am 10. Oktober 2019. „Österreich klimafit regieren“ – unter diesem Motto fordern die drei Umweltschutzorganisationen WWF Österreich, GLOBAL 2000 und VCÖ – Mobilität mit Zukunft gemeinsam mit dem Klimavolksbegehren ein ambitioniertes Maßnahmenpaket von der künftigen Bundesregierung. Insgesamt 15 Zukunftsprojekte sollen sicherstellen, dass Österreich von einem der europäischen Schlusslichter zum weltweiten Klimaschutz-Vorreiter wird. Im Zentrum des Pakets stehen eine ökosoziale Steuerreform, eine jährliche Klimaschutz-Milliarde, ein großes Energiesparprogramm mit einem Ausstieg aus Öl und Gas sowie eine echte Mobilitätswende.
„Die Zeit drängt, jede weitere Verzögerung wird teuer und schadet Mensch und Natur. Daher muss das neue Regierungsprogramm den Klimaschutz zur absoluten Priorität machen und rasch wirksame Maßnahmen verankern. Alles andere können wir uns in Zukunft einfach nicht mehr leisten“, sagt WWF-Klimasprecher Karl Schellmann. „Umweltschutz soll sich lohnen. Daher muss die Bundesregierung umweltschädliche Subventionen abbauen und eine Klimaprämie für alle Haushalte ermöglichen, die aus einer CO2-Bepreisung finanziert wird. Zusätzlich zu dieser ökosozialen Steuerreform braucht es einen wissenschaftlich kontrollierten Klimacheck für neue Gesetze und Großprojekte, um fossile Irrwege auf Kosten unserer Natur zu verhindern.“
Ohne Trendwende drohen Österreich in Zukunft Strafzahlungen von bis zu neun Milliarden. „Um Strafzahlungen zu vermeiden und zugleich einen konkreten Mehrwert für unsere Zukunft zu schaffen, soll ab sofort mindestens eine Klimaschutz-Milliarde pro Jahr zusätzlich im Bundesbudget bereitgestellt werden. Damit können wir in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs und erneuerbarer Energien investieren oder Haushalte bei der Umrüstung alter Ölkessel und der Gebäudesanierung unterstützen“, erläutert Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von GLOBAL 2000. Parallel dazu braucht es eine neue Energieeffizienzoffensive und den naturverträglichen Ausbau Erneuerbarer Energien Eine Solaroffensive muss dabei im Zentrum der Bemühungen stehen.
VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen fordert eine umfassende Mobilitätswende. Der Verkehr ist am weitesten von den Klimazielen entfernt. „Die Infrastrukturpolitik ist endlich in Einklang mit den Klimazielen zu bringen. Statt neuer Autobahnen braucht es den beschleunigten Ausbau des Bahnnetzes und endlich auch in Österreich eine zeitgemäße Infrastruktur für den Radverkehr. Mehr Öffentlicher Verkehr unterstützt auch die einkommensschwächeren Haushalte. Zusätzlich braucht Österreich einen klaren Zeitplan für ein stufenweises Ende von PKW-Neuzulassungen mit fossilen Verbrennungsmotoren“, sagt Rasmussen.
Klimavolksbegehren für Klimaneutralität 2040: Konkrete Taten statt heißer Luft
„Klimaschutz war das wahlentscheidende Thema in der österreichischen Bevölkerung. Das ist ein klarer Auftrag an die kommende Bundesregierung. Wir können jetzt die Weichen stellen in ein Österreich der Ernteausfälle und des Waldsterbens oder in eine nachhaltige und faire Zukunft“, appelliert Katharina Rogenhofer, Sprecherin des Klimavolksbegehrens an die Politik. „Diese Zukunft erreichen wir aber nicht mit kosmetischen Maßnahmen, sondern nur mit einem allumfassenden Klimaplan, der den Pfad zur Klimaneutralität 2040 vorgibt, diesen verbindlich macht und mit Maßnahmen sowie einem Budget unterfüttert. Als Teil der Klimabewegung werden wir mit dem Klimavolksbegehren sicherstellen, dass das geschieht. Sonst sind die Klimaversprechen nur zusätzliche heiße Luft!“
Rückfragehinweis:
Sarah Bimingstorfer
Pressesprecherin WWF Österreich
Tel.: +43 676 834 88 216
E-Mail: sarah.bimingstorfer@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Winterzeit ist Ruhezeit: WWF gibt Tipps zum Schutz von Wildtieren
Störungen in der kalten Jahreszeit gefährden heimische Arten – WWF ruft zu rücksichtsvollem Verhalten in der Natur auf
Kaunertal-Kraftwerk: Tiwag verweigert Auskünfte zu möglichen Sicherheitsrisiken
WWF-Informationsfreiheits-Anfrage nur lückenhaft bis gar nicht beantwortet: Landesenergiekonzern will Gefahrenberichte, Flutwellen-Szenarien und Hangrutsch-Monitoring im Kaunertal geheim halten
Jahreswechsel 2026: WWF richtet Naturschutz-Appell an Landeshauptmann Mattle
26 gute Vorsätze für die Landesregierung veröffentlicht: Krisensicherheit mit natürlichen Schutzmaßnahmen erhöhen, Bodenversiegelung eindämmen, Energiewende ohne Kaunertal-Ausbau umsetzen
Artenschutz-Bilanz: WWF kürt die Gewinner und Verlierer des Tierreichs 2025
Naturzerstörung, Wilderei und Klimakrise gefährden zahllose Tierarten – WWF zieht gemischte Bilanz und fordert Naturschutz-Offensive – Lichtblicke dank erfolgreicher Artenschutz-Projekte
Illegaler Wolfs-Abschuss: WWF fordert Aktionsplan gegen Wildtierkriminalität
Im Mühlviertel getöteter Wolf war nicht zum Abschuss freigegeben – Bereits 26. Wolf heuer in Österreich ums Leben gekommen
WWF: Geplante Jagd-Verordnung in Niederösterreich ist rechtswidrig
Novelle würde rechtswidrige Wolfs-Tötungen ermöglichen – WWF fordert Überarbeitung und „zielführendes Wolfs-Management“
Kaunertal-Ausbau: WWF-Analyse enthüllt Gutachter-Kritik an Tiwag-Plänen
WWF erkämpft Akteneinsicht in Landes-Gutachten und belegt unvollständige Tiwag-Unterlagen – Sachverständige sehen offene Gefahren – WWF fordert Stopp des UVP-Verfahrens
Schlechtes Zwischenzeugnis für Österreichs Renaturierungsplan
Europaweite Analyse durch mehrere Umweltverbände: Österreich landet in der Kategorie der Länder mit geringen Fortschritten – Mehr Ambition und Budgetsicherheit für Renaturierung gefordert













