Neuer Rekord in Österreich: 123 territoriale Seeadler-Paare konnten gezählt werden. Ihr Lieblingsplatz ist das Waldviertel.
Österreichzentrum Wolf gegründet: WWF pocht auf mehr Herdenschutz und volle Einbindung des Naturschutzes
Wien, Graz, am 7. Februar 2019 – Das heute, Donnerstag, offiziell gegründete „Österreichzentrum Wolf, Luchs, Bär“ im steirischen Raumberg-Gumpenstein ist ein wichtiger Schritt in Richtung eines bundesweit abgestimmten Managements. Damit wird eine langjährige Forderung des WWF Österreich nach einer koordinierten Vorgangsweise der Bundesländer in Abstimmung mit dem Umweltministerium erfüllt. „Jetzt geht es darum, das neue Zentrum mit Leben zu erfüllen und mit den notwendigen finanziellen Ressourcen auszustatten. Für ein möglichst konfliktarmes Zusammenleben zwischen Mensch und Beutegreifern braucht es konstruktive und faktenbasierte Lösungen, die breit abgestimmt werden“, sagt WWF-Experte Christian Pichler. In diesem Sinne fordert Pichler von den zuständigen Stellen mehr Informationen über die konkreten Inhalte und die Ausgestaltung des Zentrums: "Die Defizite bezüglich der Information und Einbindung der Naturschutz-Interessen sollten rasch behoben werden.“
Als Hauptziele des Österreichzentrums sieht der WWF das Unterstützen von fachgerechtem Herdenschutz samt einer ausgewogenen Beratung und Unterstützung der heimischen Landwirte. Die entsprechenden Informationen und Förderangebote müssen Betroffenen und Interessierten in allen Bundesländern – nach dem Vorbild Salzburgs – zugänglich gemacht werden. Auch die Bevölkerung muss sachlich und faktenbasiert über das Thema Wolf informiert werden. „Weg von Mythen und Abschussfantasien, hin zu konkreten Lösungen, die dem europäischem Naturschutzrecht entsprechen“, bekräftigt Pichler.
Die grundsätzlich bewährte, aber von der Politik nicht mit den notwendigen Kompetenzen und Ressourcen ausgestattete „Koordinierungsstelle für den Braunbären, Luchs und Wolf“ (KOST) soll in Zukunft im neuen Österreichzentrum aufgehen. Daher fordert der WWF, dass neben den Behörden weiterhin die Expertisen aller relevanten Interessensgruppen, also auch von renommierten Naturschutzorganisationen, in das Management der Großen Beutegreifer einfließen. „Die KOST hat sich als Mittler zwischen Interessensgruppen und Behörden bewährt. Diesen Anspruch muss jetzt auch das neue Österreichzentrum erfüllen. Nur so können fachlich fundierte Lösungen erarbeitet werden, die auch von allen Beteiligten mitgetragen werden“, sagt WWF-Vertreter Pichler.
Der WWF Österreich ist seit Jahrzehnten Mitglied der KOST und hat in dieser Funktion auch wesentlich zum geltenden Wolfsmanagementplan beigetragen, der seit 2012 vorliegt. Zudem hat die Naturschutzorganisation über mehrere Jahre hinweg teilweise mehr Mittel für Monitoring, Forschung und Herdenschutz zur Verfügung gestellt als einzelne Bundesländer, die dazu auf Basis der EU-Vorgaben rechtlich verpflichtet wären
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl
WWF Österreich Pressesprecherin
Tel. +43 676 83 488 203
E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
Christian Pichler
WWF Österreich Wolfsexperte
Tel. +43 676 83 488 202,
E-Mail: christian.pichler@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF zu CloudHQ: Großrechenzentren brauchen verpflichtenden Umweltcheck
Umweltschutzorganisation begrüßt UVP für 6,7-Hektar-Projekt in Leopoldsdorf – WWF fordert einheitliche Bundesregeln statt Fleckerlteppich
Neuer Seeadler-Rekord in Österreich: WWF-Zählung erfasst so viele Paare wie noch nie
Konsequenter Schutz zeigt Wirkung: 123 territoriale Seeadler-Paare in Österreich – Hotspot im Waldviertel – Illegale Verfolgung bleibt große Bedrohung
WWF zu Klimaneutralität 2040: Fossile Abhängigkeit ist die wahre Standort-Hypothek
Umweltschutzorganisation weist IV- und WKO-Kritik zurück – Verbindliches Klimaziel schafft Planungssicherheit, senkt Energieabhängigkeit und stärkt Innovation – WWF fordert wirksame Maßnahmen für die Umsetzung
WWF zu Wolfsabschuss im Pitztal: Verdacht auf Straftat rasch aufklären
Mutmaßlicher Fall von Wildtierkriminalität – Naturschutzorganisation fordert konsequente Ermittlungen
WWF warnt vor Artenverlust in der Unteren Lobau
Aktueller WWF-Artencheck: Langjähriger Wassermangel bedroht Bitterling, Donau-Kammmolch, Sumpfschildkröte und Flussmuscheln – Anhaltende Dürre verschärft die Lage und bedroht lokale Vorkommen
WWF-Ausblick: Österreichs Flüsse gehen stark geschwächt in den Herbst
Im August rund 90 Prozent der Pegelmessstellen mit sehr niedriger Wasserführung – Niederösterreich, Burgenland und Steiermark besonders betroffen – WWF fordert Schutzprogramm und Renaturierung
Ende der Begutachtung – WWF fordert Rücknahme der Vorarlberger Biber-Verordnung
Naturschutzorganisation legt Stellungnahme vor – Entwurf sieht jährliche Tötungskontingente von bis zu 32 Tieren vor – WWF fordert Vorrang für Prävention
Biokunststoffe auf dem Prüfstand: Neue Studie untersucht tatsächliche Abbaubarkeit in der Natur
Neue Forschungsinitiative testet Zersetzbarkeit von Biokunststoffen in über 20 natürlichen Lebensräumen – Kooperation des WWF Österreich und der Technischen Universität Bratislava













