Vor 8 Monaten wurden die Tiroler Bison-Kuh Ina und ihre Herde nach Aserbaidschan umgesiedelt. Und das Projekt zeigt Erfolge: Die Herde hat sich gut eingelebt und es wurde sogar bereits das erste Kalb geboren.
Ressourcen für 2007 verbraucht
Wien, Oakland, London – Die jährlich weltweit zur Verfügung stehenden natürlichen Ressourcen reichen nicht mehr aus, um den globalen Verbrauch zu decken. Der morgige sechste Oktober markiert den Tag im Jahr 2007, an dem alle Ressourcen, die unser Planet in diesem Jahr reproduzieren kann, bereits vollständig verbraucht sind. Dies haben Wissenschafter des Global Footprint Networks und der New Economic Foundation an Hand des Ökologischen Fußabdruckes ermittelt.
„Die Menschheit lebt von ihrer ökologischen Kreditkarte”, sagt Dr. Mathias Wackernagel, Geschäftsführer des Global Footprint Network, “Wenn man mehr Geld ausgibt, als man auf der Bank hat führt das zu finanzieller Verschuldung. Wir leben im ‚Overshoot’, dem Raubbau an der Natur. Wir konsumieren mehr als tatsächlich zur Verfügung steht und häufen damit ökologische Schulden an. Das klappt für eine kurze Zeit, lässt jedoch Müllberge anwachsen und führt zur Abnutzung einzigartiger Ressourcen von denen unsere Wirtschaftsweise abhängig ist.”
„Erschreckend ist, dass dieser Zeitpunkt jedes Jahr früher erreicht wird. Dabei geht es nicht um Schwarzmalerei. Es geht darum, ein realistisches Bild der Situation unserer Erde aufzuzeigen und den Menschen in Österreich einen Maßstab zur Verfügung zu stellen, mit dem sie ihren globalen Ressourcenverbrauch messen und ihr Verhalten steuern können", erläutert Wolfgang Pekny, Geschäftsführer der Plattform Footprint.
Der Ökologische Fußabdruck (Footprint) misst die Fläche, die benötigt wird, um Rohstoffe zu reproduzieren und Schadstoffe abzubauen, die der Mensch für Ernährung, Konsum und Energiebedarf braucht. Vergleicht man den Footprint mit der weltweit vorhandenen Biokapazität – der Fähigkeit der Ökosysteme, Ressourcen zu erneuern und Abfälle aufzunehmen – ergibt sich das Datum des "Ecological Debt Day". Zu den sichtbarsten Hinweisen auf den ‚Overshoot’ zählen der Klimawandel, jedoch auch die Überfischung, die Abholzung von Wäldern und die Bodenerosion.
“In Mitteleuropa merken wir noch recht wenig von den Wirkungen des globalen Raubbaus und wägen uns in trügerischer Sicherheit. Doch es ist unser übermäßiger Konsum, der den heutigen Overshoot verursacht“, betont Wolfgang Pekny, Greenpeace-Vordenker und Mitbegründer der Plattform Footprint, einer der 78 Partner des Global Footprint Network. In der Plattform Footprint haben sich führende Umwelt- und Sozialorganisationen wie Greenpeace, WWF, GLOBAL 2000, Klimabündnis, Südwind Agentur, Agenda X und Ökosoziales Forum zusammengeschlossen, um den Ökologischen Fußabdruck als gemeinsamen Maßstab für zukunftsfähiges Leben in Österreich voran zu bringen. Eine gemeinsame Website, Broschüre, DVD und ein Online-Spiel sind die ersten Ergebnisse der Plattform. In Zusammenarbeit mit dem Lebensministerium wird aktuell an der Entwicklung des österreichischen Footprint-Rechners gearbeitet.
„Heute nutzen wir in neun Monaten, was die Erde in einem Jahr regenerieren kann. Trotzdem leben drei Viertel der Menschheit noch in äußerst bescheidenen, oft menschenunwürdigen Verhältnissen“, betont Wolfgang Pekny. „Notwendig ist ein globaler Paradigmenwechsel. Wirtschaftskonzepte, die unbegrenzte Ressourcen voraussetzen, werden einer begrenzten Welt nicht mehr gerecht. Es braucht Konzepte für eine global faire Ökonomie“, so Pekny.
Rückfragen:
Plattform Footprint: Wolfgang Pekny, Tel: +43 664-121 07 61
Global Footprint Network: Jan Schwarz, Tel :+1 510-839-8879 – 319 Zeitdifferenz + 9 Stunden
Organisationen in der Plattform Footprint: Greenpeace, WWF, GLOBAL 2000, Klimabündnis, Agenda X, Ökosoziales Forum, Südwind Agentur, u.a.
Detail-Informationen zum Thema im Internet: www.footprint.at bzw. www.footprintnetwork.org/overshoot
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF: Vorarlberg schwächt Naturschutz und Rechtssicherheit
Scharfe Kritik zum Begutachtungsende: Kontrollrechte bei Großprojekten fallen weg – Naturschutzanwaltschaft an 20 Stellen beschnitten – Schutzstreifen an naturnahen Ufern auf fünf Meter reduziert
WWF-Umfrage: Führungskräfte sehen ökologischen Umbau als Wettbewerbsvorteil
Europäische Führungskräfte befragt: 55 Prozent bewerten Folgen der EU-Deregulierung negativ oder gemischt – WWF fordert verlässliche Umweltpolitik statt Zick-Zack-Kurs
Namlosbach: WWF kritisiert irreführende Aussagen der E-Werke Reutte
Massiver Eingriff in geschützten Bach wird als ökologisch unbedenklich dargestellt – WWF kritisiert Schönfärberei und fordert Projektstopp
Artenschutzprojekt im Kaukasus erfolgreich: Herde mit Tiroler Bison-Kuh „Ina“ wächst
WWF-Auswilderungsprojekt mit europäischen Bisons zeigt Erfolge: Herde gut eingelebt, erstes Kalb geboren – Population steigt auf 90 Tiere – GPS-Sender verfolgen Bewegungen – Weitere Auswilderungen geplant
WWF-Auswertung: Tötungskontingente für über 1.000 Biber in sechs Bundesländern
WWF kritisiert EU-rechtswidrige Verordnungen und ausgehebelte Einzelfallprüfungen – Tötungen können zwei Jahrgänge von Jungtieren treffen – Vorrang für Prävention gefordert
WWF zur UVP-Novelle: Umweltprüfung für Rechenzentren muss strenger werden
Aufnahme ins UVP-Gesetz positiver erster Schritt – WWF fordert niedrigere Schwellenwerte für UVP-Pflicht – In schutzwürdigen Gebieten ist geplanter Wert zehn Mal höher als ökologisch vertretbar
147 Jungvögel: Nachwuchsrekord bei Marchegger Weißstörchen
Brutbilanz 2026: 30 Jahre alter Rekord gebrochen – 147 Jungvögel bei 46 Brutpaaren nachgewiesen – WWF-Auenreservat bietet wertvollen Lebensraum
WWF: Totschnig muss Klima-Risikoanalyse für Gepatsch-Speicher anordnen
Anstehende Sicherheitsüberprüfung als Hebel – Klimafitte Untersuchungen zu Permafrost und Bergsturzrisiken fehlen – WWF fordert Aussetzung des UVP-Verfahrens für Kaunertal-Ausbau













