4,3 Hektar Ackerfläche sollen zu Bauland werden – Naturschutzorganisation verlangt Prüfung von Brachflächen und Offenlegung aller Umweltfolgen
Saubere Energiezukunft: Unternehmen spielen laut WWF-Studie eine Hauptrolle
Wien, 13. September 2011 – Der gesamte Energiebedarf der Menschheit kann bis 2050 aus sauberen, sicheren und erneuerbaren Energiequellen gedeckt werden – eine zentrale Rolle in diesen Entwicklungen spielen Unternehmen, wie eine Studie des WWF und des internationalen Energieberatungsunternehmens Ecofys zeigt. Im Rahmen des Allianz Medienforums „Umwelt und Zukunft“ präsentierte der internationale WWF Energiepolitik- und Klimaexperte Dr. Stephan Singer den Weg in eine nachhaltige Energiezukunft und die daraus entstehenden Aufgaben sowie Impulse für die Wirtschaft. „Entscheidend für den Erfolg sind eine Entwicklung hin zu einem weltweit nachhaltigen Lebensstil und die Bereitschaft für eine umfassende Vorfinanzierung. Die Wirtschaft ist gefordert, durch die Bereitstellung von Risikokapital, die Investition in Forschung und Entwicklung sowie in klimaneutrale Produkte, ‚grüne’ Märkte zu kreieren“, so Singer.
Unternehmen spielen beim Umstieg auf 100 Prozent erneuerbare Energien eine Hauptrolle. „Als Versicherer sind wir systemimmanent für Zukunftssicherung zuständig, und zwar nachhaltig. Wir dürfen nicht vom Thema Klimawandel getrieben werden, sondern wollen proaktive Gestalter sein. Sowohl im eigenen Haus als auch durch unsere Produkte und Dienstleistungen“, betonte Dr. Wolfram Littich, Vorstandsvorsitzender der Allianz Gruppe in Österreich.
WWF-Energiereport: Hundert Prozent saubere Energie bis 2050 ist möglich
Die präsentierte Studie basiert auf einem von Ecofys entwickelten Szenario, das die technischen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen aller Energieträger, aller Regionen und aller Sektoren des weltweiten Energiesystems untersuchte. Das Szenario besagt, dass die Energienachfrage durch konsequente Energieeffizienzmaßnahmen bis 2050 um 15 Prozent sinken kann, obwohl die globale Bevölkerungszahl auf neun Milliarden steigt. Die Autoren der Studie gehen dabei von den heute bereits verfügbaren Technologien und deren Weiterentwicklung in den kommenden Jahren aus. „Erneuerbare Energie ist im Überfluss vorhanden. Allein durch strenge Nachhaltigkeitskriterien und die Anwendung bereits vorhandener Technologien kann annähernd der komplette globale Energiebedarf bis 2050 aus erneuerbaren Quellen stammen“, so Singer. „Nur einige wenige noch auf fossile Brennträger angewiesene Herstellungsprozesse, wie die Stahlerzeugung, benötigen technologische Innovationen.“
Schlüsselfaktoren Energieeffizienz, Infrastruktur und Innovationen
Die Wege zum sauberen Energiesystem liegen vor allem in moderner und innovativer Technik, den enormen Einsparungsmöglichkeiten bei Gebäuden, im Verkehr und der Industrie, in Energieeffizienz und in intelligent konzipierten Stromnetzen. Erneuerbare, saubere Energien und Kreislaufwirtschaftsprozesse wie Recycling sind weitere tragende Elemente. Die Elektrifizierung des privaten und öffentlichen Verkehrs und die Umstellung im Flug- und Schiffsverkehr auf nachhaltig produzierte flüssige Biotreibstoffe sind kategorische Imperative für die Zukunft. Moderne Eisenbahnen ersetzen den Flugverkehr. Effizientere öffentliche Transportsysteme und mehr persönliche Bewegung ersetzen die Kurzfahrten.
Nachhaltiges Energiesystem spart vier Billionen Euro pro Jahr
Die Kosten für die Umstellung betragen weltweit zunächst 1 bis 3,5 Billionen Euro jährlich in den kommenden 25 Jahren. Ab dem Jahr 2040 dreht sich die Kostenspirale um und der ökonomische Gewinn steigt bis 2050 auf vier Billionen Euro im Jahr. Hier noch nicht mit eingerechnet sind die vermiedenen Kosten durch die Folgeschäden des Klimawandels und riskanter Technologien, wie zum Beispiel Atomenergie. Der WWF-Energiereport rechnet mit einer im Vergleich zum Jahr 2000 dreimal höheren Wirtschaftsleistung und einer fast ebenso stark wachsenden Mobilität. Die jährlichen Gesamtkosten für die Umstellung betragen dabei nie mehr als zwei Prozent des Welt-Bruttoinlandsprodukts. „Die notwendigen Investitionen klingen nach viel, relativieren sich allerdings, wenn man bedenkt, dass die Staaten heute jährlich eine halbe Billion Euro für die Subventionierung fossiler Energie ausgeben“, erläutert Singer. „Langfristig zahlt sich die nachhaltige Strategie nicht nur für die Umwelt und die Versorgungssicherheit aus, sondern auch für die Wirtschaft. Dank Investitionen in Energieeffizienz sinken der Energieverbrauch im Vergleich zum Business-as-usual deutlich und damit auch die Energiekosten. Und die notwendigen Investitionen stimulieren Innovationen, besonders in der Cleantech- und Finanzbranche.“
Hürden für höhere Investitionen in erneuerbare Energien sind laut Singer vor allem der hohe Investitionsaufwand (CAPEX) und noch immer hohe Subventionen für fossile Energieträger. „Aktuell werden etwa 220 Milliarden US Dollar in erneuerbare Energien investiert, aber fossile Energien erhalten mehr als 500 Milliarden US Dollar alleine als Subventionen“, so Singer. „Um die notwendigen Umstellungen in der Weltwirtschaft zu erreichen, braucht es rasch neue Finanzierungsmodelle und stabile politische Rahmenbedingungen, um Investitionsanreize in den Ausbau erneuerbarer Energien und Energieeffizienzmaßnahmen zu schaffen.“
Downloads im Internet unter
http://www.unternehmen.allianz.at/presse/news und
https://www.wwf.at/presse
•WWF Energie Report
•Energiezukunft Österreich
•Foto: Dr. Stephan Singer – Abdruck honorarfrei
•Foto: Dr. Wolfram Littich (© Allianz) – Abdruck honorarfrei
•Pressemeldung als PDF
Rückfragen bitte an:
Dr. Marita Roloff
Unternehmenskommunikation
Allianz Gruppe in Österreich
Hietzinger Kai 101-105
1130 Wien
Tel: 01/878 07 – 80690, Fax: – 40261
E-Mail: marita.roloff@allianz.at
Internet: http://www.allianz.at
Mag. (FH) Lisa Simon
WWF Pressesprecherin
Ottakringer Straße 114-116
1160 Wien
Tel: 01/488 17 – 215, Fax: -278
Mobil: 0676/834 88 215,
E-Mail: lisa.simon@wwf.at
Internet: www.wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF zu CO₂-Speicherung: CCS nur für unvermeidbare Restemissionen
Umweltschutzorganisation warnt vor Freibrief für fossile Geschäftsmodelle – Vorrang für Emissionsvermeidung – Strenge Grenzen bei geplanter Öffnung für CO₂-Speicherung
Finale bei Österreichs Flusswahl: Noch bis 1. September abstimmen
Neun Flüsse aus allen Bundesländern stehen zur Wahl – Extreme Trockenheit und Hitze setzen Gewässer und Fische unter Druck – WWF ruft zu starkem Zeichen für lebendige Flüsse auf
WWF-Erfolg: Brutflöße sorgen für Jungvogel-Boom an der March
Der WWF baut und renoviert künstliche Brutplätze für die Zugvögel. Nun können wir eine positive Bilanz ziehen: Im Gebiet gibt es so viele Jungvögel, wie seit Jahren nicht mehr!
600 Tötungen pro Jahr: WWF kritisiert geplante Biber-Verordnung in Niederösterreich
Drastische Verschärfung bei Biber-Management vorgesehen – Direkte Eingriffe in Lebensraum und Bestand möglich – WWF ortet Freibrief für pauschale Abschüsse
Klimagesetz: WWF begrüßt Klimaneutralität 2040, kritisiert fehlende Verbindlichkeit
Umweltschutzorganisation fordert ambitionierten und verbindlichen Klimafahrplan, andernfalls droht Etikettenschwindel – Fokus auf natürlichen Klimaschutz und Renaturierung gefordert
WWF kritisiert Blockade der Industriellenvereinigung bei wirksamer Klimapolitik
Rahmenbedingungen für Klimaneutralität 2040 längst überfällig – Industriellenvereinigung verhindert zahlreiche Energiegesetze und schadet sich selbst
Trockenheit in Österreich: WWF fordert Schutz des Platzertal-Moors als wichtigen Wasserspeicher
Feuchtgebiete in der Klimakrise immer wichtiger – Kraftwerkspläne bedrohen einzigartiges, hochalpines Moor – WWF fordert Schutz intakter Moore für wertvollen Wasserrückhalt
WWF-Ranking: Kein Bundesland schützt Böden ausreichend
Naturschutzorganisation analysiert Bodenpolitik der Bundesländer – Salzburg an der Spitze, aber nur „lückenhaft“ – Kärnten und Oberösterreich Schlusslichter – Mehr als die Hälfte der 99 Teilbewertungen im neuen WWF-Bodenreport kritisch oder ungenügend










