23 Nachforderungen, jede zweite betrifft Sicherheitsfragen – Tiwag-Unterlagen unvollständig, zentrale Risiken trotz Nachreichungen immer noch ungeklärt – WWF fordert Stopptaste für UVP
Sieben Staaten beschließen heute Schutz für Europas letzte Urwälder
Wien, Freitag, 27. Mai 2011 – Der WWF begrüßt das heutige Unterzeichnen eines neuen Protokolls im Rahmen der Karpatenkonvention durch die sieben Mitgliedsstaaten. Damit werden die größten Urwaldgebiete Europas außerhalb Russlands und Skandinaviens unter Schutz gestellt und die Forstwirtschaft zukünftig nachhaltig betrieben. Das Protokoll wird heute von den zuständigen Ministern aus der Slowakischen und Tschechischen Republik, Polen, Rumänien, Serbien und der Ukraine in Bratislava unterzeichnet. „Dieser Schritt zum Schutz unserer Waldschätze im Internationalen Jahr des Waldes ist ein wichtiger Meilenstein um die Artenvielfalt in den Karpaten zu retten“, sagte heute der Leiter des WWF-Donau-Karpaten-Programms, Andreas Beckmann zu der internationalen Entscheidung.
Die Konvention soll die Waldschätze der Karpatenländer dauerhaft erhalten, darunter auch die letzten großen Urwälder Europas. Die Primärwaldgebiete sollen vermessen, erforscht und geschützt und nachhaltige Waldwirtschaft gefördert werden. In Westeuropa wurden seit dem Mittelalter fast alle Primärwälder abgeholzt. In den Karpaten haben die großen Waldgebiete eine wichtige Bedeutung für den Wasserkreislauf und den Schutz vor Hochwasser und Erdrutschen. Als Kohlenstoffspeicher ist der Schutz der Wälder auch eine wirksame Maßnahme für den Klimaschutz.
Die WWF-Experten schätzen den Bestand von alten und Primärwäldern in den Karpaten auf etwa 300.000 Hektar. Darunter befinden sich 10.000 Hektar Buchenwälder in der Ostslowakei und der Westukraine, die Teil des UNESCO-Naturwelterbes sind. Das sind die größten zusammenhängenden Wälder Europas außerhalb Skandinaviens und Russlands. Leider liegen nur 18 Prozent der 250.000 Hektar großen rumänischen Urwälder innerhalb von Schutzgebieten. Zwei Millionen Hektar Wald sind kurz davor von dem vom WWF begründeten nachhaltigen FSC-Zertifikat (Forest Stewardship Council) zertifiziert zu werden.
Das neue Waldschutz-Protokoll im Rahmen der Karpatenkonvention ergänzt das neue EU-Gesetz gegen illegale Abholzung. „Es wird nun darauf ankommen, dass die neuen Regelungen auch wirksam umgesetzt werden“, fordert Beckmann.
Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231 oder Email: franko.petri@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Dramatischer Rückgang: Kaiserpinguine jetzt „stark gefährdet“ – WWF fordert raschen Klimaschutz
Antarktis-Lebensraum zunehmend bedroht – Kaiserpinguine auf der Roten Liste der IUCN hochgestuft – WWF fordert dringend bessere Arten- und Klimaschutzmaßnahmen
Biber als Klima-Helden: Streng geschützte Art schafft effektive Kohlenstoffsenken
Neue Studie bestätigt positive Effekte von Biberdämmen: Durch Biber geschaffene Feuchtgebiete speichern große Mengen an Kohlenstoff – WWF fordert mehr Raum für den Biber
Good News: Besserer Schutz für wandernde Tierarten
Tiere wie die grüne Meeresschildkröte, die Schneeeule und der Große Hammerhai werden zukünftig besser geschützt. Die Entscheidung fiel auf der UN-Konferenz zum Schutz wandernder Tierarten.
WWF an Bundesregierung: Verzicht auf Energiesparen verschärft Energiekrise
Anhaltendes Verweigern wirksamer Energiespar-Maßnahmen und Kampagnen erhöht Risiko von Versorgungsengpässen – Umdenken der Politik gefordert
Neue WWF-Umfrage zeigt große Unterstützung für Renaturierung in Österreich
76 Prozent halten Renaturierungsmaßnahmen für wichtig – Mehrheit fordert Kanzler-Einsatz für Finanzierung und Abbau umweltschädlicher Subventionen
Bauarbeiten für Lobau-Autobahn gestartet – WWF kritisiert sündteuren Irrweg
Umweltrisiken und Milliardenkosten sprechen eindeutig gegen neue S1-Autobahn – WWF fordert Ausbau des öffentlichen Verkehrs und flächensparende Raumplanung
Drama um Buckelwal „Timmy“: WWF warnt vor steigenden Gefahren für Wale weltweit
Wachsender Unterwasserlärm, Schiffsverkehr und Folgen der Klimakrise bringen Wale weltweit unter Druck – WWF fordert verstärkten Schutz, um Risiko für Strandungen zu reduzieren
WWF und VCÖ: Rund 17.000 Hasen jährlich Opfer des Straßenverkehrs
Straßennetz wird zur tödlichen Falle – Zerschneidung der Lebensräume nimmt zu – WWF und VCÖ fordern Stopp der Naturzerstörung













