Hoffnung für eine stark bedrohte Art: Durch Schutzmaßnahmen leben wieder 6.487 Spitzmaulnashörner in Südafrika. Vor allem Lebensraumverlust und Wilderei sind eine große Gefahr.
„Stummer Frühling“ und kein Ende!
Wien, am 14. März 2008 – Im burgenländischen Neudorf sind Anfang der Woche zahlreiche Singvögel qualvoll verendet, weil ein Unbekannter so genannten Giftweizen auf freiem Feld verstreut hat. Im nieder-österreichischen Dürnkrut wurden schon im Februar vergiftete Karotten auf einem Acker gefunden. „In beiden Fällen dürfte es sich um völlig übertriebene Aktionen gegen Feld- bzw. Wühlmäuse handeln“ sagt Dr. Bernhard Kohler vom WWF Österreich. Der WWF und die Landesjagdverbände rufen die Landwirte zu äußerster Zurückhaltung bei der Anwendung von hochgiftigen Substanzen auf
„In Neudorf wurde die berüchtigte Substanz Zinkphosphid verwendet, die weltweit immer wieder zu spektakulärem Vogelsterben, ja gebietsweise sogar zur Ausrottung seltener Vogelarten geführt hat!“ ist der Experte entsetzt. In Dürnkrut kamen Cumarinderivate zum Einsatz. Sie sind zwar etwas weniger giftig, doch wurden auch hier alle geltenden Vorschriften missachtet und Gefahren für Wildtiere und Umwelt in Kauf genommen.
Die düstere Vision eines „Stummen Frühlings“ in einer vergifteten Welt ohne Vögel, die von der amerikanischen Biologin Rachel Carson schon in den 1950er Jahren entworfen wurde, hat in Österreich leider immer noch traurige Aktualität. Nach wie vor werden in der heimischen Landwirtschaft bedenkenlos hochgiftige Substanzen verwendet – mit dem einzigen Ziel, den Ertrag zu steigern. Der wirtschaftliche Schaden, den Feldmäuse anrichten können, steht aber nach Ansicht des WWF in keinem Verhältnis zu der Gefahr, die von hochtoxischen Substanzen wie Zinkphosphid ausgeht. „Rodentizide – also Gifte gegen Nagetiere – haben heutzutage in der freien Landschaft nichts mehr verloren, sie sind für Mensch und Tier viel zu gefährlich!“ ist Kohler überzeugt.
Auch die Landesjagdverbände rufen zu einer freiwilligen Selbstbeschränkung beim Gifteinsatz auf. „Wühlmausgifte, wie sie in Neudorf verwendet wurden, sind für Rebhühner, Fasane und Wildtauben absolut tödlich!“ betont der Burgenländische Landesjägermeister, DI Peter Prieler. „Wer so etwas regelwidrig und leichtfertig einsetzt, gefährdet fast alle einheimischen Niederwildarten.“
Ing. Alois Gansterer vom NÖ Landesjagdverband ist über die in Dürnkrut ausgelegten und mit Gift bestrichenen Karotten empört. „Was nützen all unsere Bemühungen um einen gesunden Feldhasenbestand, wenn sie durch derartige Aktionen zunichte gemacht werden? Wir rufen die Jägerschaft dazu auf, wachsam zu sein und Aufklärungsarbeit vor Ort zu leisten, damit solche Fälle in Zukunft nicht mehr vorkommen!“
Der WWF und die beiden Landesjagdverbände gehen seit 2004 in der Aktion „Vorsicht Gift!“ gemeinsam gegen illegale und missbräuchliche Gifteinsätze vor.
Weitere Informationen:
Dr. Bernhard Kohler, WWF Österreich, Tel. 01/488 17-281
DI Peter Prieler, Landesjagdverband Burgenland, Tel. 02682/66878
Ing. Alois Gansterer, Landesjagdverband Niederösterreich, Tel. 01/405163623
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF: Neues Gesetz bedroht Österreichs letzte intakte Flüsse
Naturschutzorganisation warnt vor „Freibrief für Flussverbauung“ durch EABG – Geplantes Aufweichen des Gewässerschutzes geht weit über EU-Vorgaben hinaus – WWF fordert deutliche Verbesserungen
20 Jahre WWF Earth Hour: Licht aus gegen Energieverschwendung
Jubiläum für eine der größten Klima- und Naturschutz-Aktionen – Berühmte Wahrzeichen, Städte und Gemeinden machen mit – Bundespräsident Van der Bellen unterstützt Aktion in Österreich
WWF: Geplantes Salzburger Landesentwicklungsprogramm befeuert Flächenfraß
Begutachtungsphase endet am Mittwoch: Regelungen für Gewerbeparks und Einkaufszentren sollen auf Kosten wertvoller Böden gelockert werden – WWF fordert Fokus auf Bestand statt Neuwidmung auf der grünen Wiese
Energiekrise: WWF fordert Spritverbrauchsbremse
Aktuelle Stellungnahme zur geplanten Mineralölsteuer-Senkung – Umweltschutzorganisation fordert Energiespar-Programme und Offensive für öffentliche Verkehrsmittel, um hohe Erdölabhängigkeit zu reduzieren
Ostern ohne bitteren Beigeschmack: WWF fordert entwaldungsfreie Lieferketten für Schokolade
Kakao-Anbau setzt Regenwälder unter Druck – Klimakrise treibt Preise an – WWF plädiert für nachhaltigen Konsum zu Ostern und fordert bessere Rückverfolgbarkeit für Kakaoprodukte
Trockenheit im Seewinkel: WWF warnt vor Lebensraumverlust für Zugvögel
Rückkehr der Zugvögel im März – WWF warnt vor dramatischem Verlust der salzhaltigen Lacken im Seewinkel – Säbelschnäbler besonders betroffen
Konferenz zum Schutz wandernder Tierarten: WWF fordert sichere Routen
Jede vierte wandernde Tierart akut bedroht – WWF fordert grenzüberschreitende Schutz-Korridore – Besonderer Fokus auf Jaguaren und Meeresarten
Winterbilanz Wald: WWF warnt vor Trockenheit und schwierigem Waldjahr 2026
Waldböden zu Frühlingsbeginn vielerorts zu trocken, Wasserspeicher erschöpft – WWF fordert mehr Wasserrückhalt und Renaturierung im Wald













