Nur mehr 5.500 wilde Tiger weltweit – Wilderei und illegaler Handel weitgehend ungestraft – Verlagerung von Handel mit Tiger-Präparaten ins Internet – Neue Schätzungen aus Nepal und China geben Hoffnung
Tigerzählung: Wieder mehr wild lebende Tiger in Indien
Wien/Neu Delhi, 28. März 2011 – Nach einer aktuellen Bestandsschätzung hat sich die Zahl der Tiger in Indien seit 2007 um etwa 300 Tiere auf insgesamt rund 1.700 erhöht. Die Umweltschutzorganisation WWF bezeichnete die am Montag veröffentlichten Daten als äußerst ermutigend und lobte die Schutzbemühungen. “Indien erntet heute den Erfolg jahrelanger Arbeit", freut sich Jutta Jahrl, Artenschutzexperin von WWF Österreich. “Der Zuwachs zeigt, dass es auch in einem aufstrebenden und dicht besiedelten Schwellenland möglich ist Naturreservate für große Beutegreifer wie den Tiger zu bewahren.” Das Schutzgebietmanagement durch die Behörden habe sich deutlich verbessert und die einzelnen Tiger-Regionen seien mit Wildtierkorridoren verbunden worden um einen Austausch der bisher voneinander isolierten Inselpopulationen zu gewährleisten, so die WWF-Expertin.
Bei der letzten Bestandsschätzung durch die indischen Behörden im Jahr 2007 war die Tigerpopulation auf dem Subkontinent mit rund 1.400 Tieren angegeben worden. Im Gegensatz zu den Zahlen 2011 waren damals die etwa 70 Tiger in der schwer zugänglichen Grenzregion zu Bangladesch, den Sundarbans-Mangrovenwäldern, noch nicht enthalten. Bereinigt man die aktuellen Daten um diese Größe ergibt sich noch immer ein Zuwachs von etwa 230 Tieren. Damit scheint in Indien der Bestand innerhalb von vier Jahren um etwa 16 Prozent gewachsen zu sein. Mit 1.700 Tigern hat das Land das größte Vorkommen weltweit.

Die Veröffentlichung der aktuellen Bestandszahlen läutet eine neue Runde in den weltweiten Tigerschutzbemühungen ein. Auf dem Tiger-Gipfel in St. Petersburg im vergangenen November hatten sich die Staats- und Regierungschefs aller 13 Tiger-Heimatnationen auf einen internationalen Rettungsplan verständigen können. Noch bis Mittwoch beraten daher Experten, Umweltschützer und Politiker auf einem Treffen in Neu Dehli über nächste konkrete Schritt zum weltweiten Tigerschutz.
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF
Tel. 01-48817-231 , E-Mail: franko.petri@wwf.at,
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