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TIWAG missbraucht WWF-Pandabär und Flussrückbauprojekt am Inn
Wien, Innsbruck, 9. August 2013 – Der WWF Österreich prüft derzeit rechtliche Schritte gegen die Tiroler Wasserkraft AG (TIWAG). Im Zuge des Ausbaues der Kraftwerksgruppe Sellrain/Silz hat der Landesenergieversorger als Ausgleichsmaßnahme ein Rückbauprojekt am Inn eingereicht, das Teil einer WWF-Initiative ist: Die Revitalisierungsmaßnahme Langkampfen ist Teil des Kooperationsprojekts „der.inn – lebendig und sicher“ zwischen Land Tirol, Lebensministerium und WWF. „Wir verwehren uns dagegen, dass die TIWAG ambitionierte Naturschutzmaßnahmen, die der WWF im guten Glauben mit seinen Partnern entwickelt hat und für die er mit seinem Namen steht, zweckentfremdet“, stellt WWF-Geschäftsführerin Andrea Johanides klar und führt aus: „Hier wird der völlig falsche Eindruck erweckt, dass der WWF den Ausbau des Speicherkraftwerks Kühtai unterstützt.“ Der WWF fordert deshalb die TIWAG auf, die Ausgleichsmaßnahme Langkampfen sofort aus den UVP – Unterlagen zu entfernen und den Panda-Missbrauch einzustellen.
Derzeit ziert auch das weltweit bekannte Logo des WWF mit einer gestützten Bekanntheit von fast 99 Prozent in Österreich, einen Teil der Einreichunterlagen der TIWAG für das Kühtai-Projekt. Der WWF hat dem Land Tirol und der TIWAG schriftlich und mündlich untersagt, die Langkampfen-Maßnahme und sein Logo zu verwenden. „Nur der WWF darf darüber verfügen, wann und wo das Panda-Logo verwendet wird“, erklärt Rechtsanwalt Dr. Josef Unterweger, der den WWF in dieser Causa vertritt. „Mit ihrer Vorgehensweise unterstellt die TIWAG dem WWF, die Realisierung des Kühtai-Kraftwerks zu unterstützten, das die Umweltorganisation für unökologisch hält. Das ist ein klarer Verstoß gegen den Markenschutz und erfüllt darüber hinaus auch noch den Tatbestand der Kreditschädigung“, so Unterweger.
Für den WWF steht nicht zuletzt auch die Glaubwürdigkeit des Inn-Projektes auf dem Spiel. Im Jahre 2008 von Land Tirol, Umweltministerium und WWF ins Leben gerufen, zielt es darauf ab, den stark verbauten Landesfluss wieder naturnahe zu gestalten und zugleich die Hochwassersicherheit zu erhöhen. So wurden etwa bei Serfaus, Telfs und Radfeld Uferverbauungen entfernt und Altarme wieder angebunden.
Als eines der nächsten Vorhaben am Inn sollte in Langkampfen ein neues Feuchtgebiet entstehen. Obwohl die notwendigen Genehmigungen vorliegen, wurde mit den Arbeiten noch nicht begonnen, weil die öffentliche Hand bislang kein Geld dafür bereitgestellt hat. „Dass die TIWAG nun anbietet, diese Maßnahme zu finanzieren, sieht nur auf den ersten Blick wie eine ökologische Wohltat aus. Die Kooperation zwischen WWF und Land Tirol ist jedoch keine „Wühlkiste“, aus der sich die TIWAG fertig ausverhandelte Naturschutzprojekte herausholen und zum Gegenrechnen für die Zerstörungen im Kühtai verwenden kann“, erklärt WWF-Geschäftsführerin Johanides. Die Maßnahmen am Inn sind ein gemeinsames „Produkt“ der Kooperationspartner Bund, Land Tirol und WWF. Dessen Maßnahmen für einen anderen Zweck – und gegen den erklärten Willen der Kooperationspartner – heranzuziehen, stellt einen schweren Missbrauch des Projektes „der.inn – lebendig und sicher“ dar und ist deshalb sofort abzustellen.
Weitere Infos zum Projekt „der.inn – lebendig und sicher“: www.der-inn.at
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, Pressesprecherin WWF Österreich, Tel. 01/488 17 250, E-Mail: cm@wwf.at
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