Gemeinsamer Einsatz von 60 Freiwilligen für einen lebendigen und artenreichen Inn – Naturschutzaktionen in Tirol, Bayern und der Schweiz
“Viel verbautes Österreich”: WWF schreibt Bundeshymne neu
“Land der Bagger, Land der Straßen” – so beginnt die vom WWF neu getextete Bundeshymne, die auf das Dauerproblem des hohen Bodenverbrauchs in Österreich aufmerksam machen soll. Im Rahmen einer Kunstaktion hat die Naturschutzorganisation jetzt den bekannten V.O.I.C.E. Choir die neue Bundeshymne über das “Viel verbaute Österreich” einsingen lassen. “Das vielbesungene Land der Berge und Äcker wird immer mehr zur ‘Heimat toter Böden’. Es braucht rasch einen Bodenschutz-Vertrag, damit unsere Lebensgrundlage nicht unter Beton verschwindet”, sagt WWF-Bodenschutzprecher Simon Pories. Laut dem aktuellen WWF-Bodenreport liegt der tägliche Bodenverbrauch mit elf Hektar im Zehn-Jahres-Schnitt immer noch mehr als viermal über dem politischen Ziel von 2,5 Hektar. Ohne Gegensteuern würden bis zum Jahr 2050 zusätzliche 1.000 Quadratkilometer verloren gehen – das entspricht in etwa dem Vierfachen der heute verbauten Fläche Wiens. Der WWF fordert daher eine verbindliche Obergrenze für den Bodenverbrauch, eine umfassende Reform der Raumordnung, flächensparende Anreize im Steuersystem und eine große Naturschutz-Offensive.
“Heimat bist du toter Böden”
Der Bodenverbrauch ist laut WWF-Analyse eines der größten Umweltprobleme Österreichs – mit vielschichtigen Auswirkungen auf biologische Vielfalt, Klima, Gesundheit, Ernährungssicherheit und Katastrophenschutz. Versiegelte Böden wirken kontraproduktiv bei Extremwetter-Ereignissen wie Hitzewellen oder Überschwemmungen. Darüber hinaus gefährdet der Bodenverbrauch den ohnehin bereits schlechten Zustand der heimischen Biodiversität. “Intakte Böden wirken wie ein grünes Sicherheitsnetz, denn sie dämmen die Folgen von Überflutungen, Hitzewellen und Dürren ein und bieten einen wichtigen Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Angesichts der vielen Herausforderungen braucht es den Bodenschutz heute mehr denn je”, sagt Simon Pories.
Wie stark sich heimische Betonwüsten aufheizen, war auch bei der nachmittäglichen Kunstaktion spürbar. Bei rund 30 Grad Außentemperatur fand sich der Chor zwischen Lagerhallen und betonierten Parkplätzen ein. Ein solches Bild prägt Österreich immer stärker, obwohl sich laut repräsentativen Umfragen eine große Mehrheit der Österreicher:innen mehr Boden- und Naturschutz wünscht. Trotzdem müssen Äcker, Wiesen und Wälder zunehmend neuen Gewerbeparks, Streusiedlungen, Chaletdörfern, Fachmarktzentren und Straßen weichen, wie der neue WWF-Bodenreport zeigt.
Um zu verhindern, dass Österreich zur “Heimat toter Böden” wird, ruft der WWF zur Unterzeichnung der Petition “Natur statt Beton” auf.
Fotos von der Kunst-Aktion, den gesamten Hymnen-Text, Symbolbilder des heimischen Bodenverbrauchs sowie Videos der Kunstaktion in Kurz- und Langversion gibt es hier zum Download.
News
Aktuelle Beiträge
Alpenverein und WWF fordern Stopptaste für Kaunertal-Ausbau
Unzureichend geplantes TIWAG-Projekt nicht genehmigungsfähig – Steigende alpine Risiken und Naturgefahren nicht ausreichend untersucht – Sicherheitslücken und Naturzerstörung sprechen gegen Konzernprojekt
Massen-Fischsterben aufgeklärt: WWF fordert rasche Dotierung der Unteren Lobau
Gutachten sieht Sauerstoffmangel als Ursache für Tod von rund 1.000 Fischen – WWF fordert Rettungspaket für Untere Lobau von der Wiener Stadtregierung
WWF fordert Offensive gegen Energieverschwendung
Naturschutzorganisation fordert rasches Handeln von Bund und Ländern – Echte Energiewende setzt zuerst beim Verbrauch an – Erneuerbare Energien konsequent naturverträglich ausbauen
Tiwag-Studie: WWF warnt vor Profiten auf Kosten der Natur
Naturschutzorganisation kritisiert Wasserkraft-Tunnelblick des Energiekonzerns – Alternativen zu teuren Uralt-Projekten wie Kaunertal-Ausbau gefordert – Schäden für Biodiversität werden ignoriert
WWF kritisiert Abschuss-Bilanz 2025: Alle zwei Wochen ein toter Wolf
25 Tötungen im Vorjahr, sieben weitere 2026 – Österreich schießt im mehrjährigen Vergleich sogar fünf Mal mehr als Deutschland – WWF fordert Kurswechsel
Frühes Zeichen des Frühlings: erster Weißstorch des Jahres in Marchegg
Im WWF-Reservat hat die Storchen-Saison begonnen – 2025 gutes Jahr für den Storchen-Bestand – Weitere Rückkehrer werden in den kommenden Wochen erwartet
20 Jahre WWF Earth Hour: Weltweit gehen am 28. März die Lichter aus
Bundespräsident Alexander Van der Bellen ruft gemeinsam mit WWF-Geschäftsführerin Andrea Johanides zur Teilnahme an der globalen Klima- und Naturschutz-Aktion auf
WWF-Klimaschutz-Monitor: Schlechte Klimapolitik wird zum Milliardenrisiko
Analyse nach erstem Jahr der Dreier-Koalition zeigt große Defizite – Bundesregierung verspielt Erreichen der Klimaziele und erzeugt Milliardenrisiken für Budget – WWF fordert Kurskorrektur









