Im WWF-Reservat hat die Storchen-Saison begonnen – 2025 gutes Jahr für den Storchen-Bestand – Weitere Rückkehrer werden in den kommenden Wochen erwartet
Weltwassertag: WWF kämpft für größtes Flussschutzgebiet Europas
Wien, 20. März 2009 – 20 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs hat Österreich die Chance, Motor eines der größten grünen Friedensprojekte Europas zu werden. Bis 2010 soll entlang der freien Fließstrecken von Mur, Drau und Donau ein grenzübergreifender Biosphärenpark im Ausmaß von über 4.000 Quadratkilometer geschaffen werden. Das entspricht etwa der Fläche des Burgenlandes. Das geplante Auen-Schutzgebiet beginnt an der steirischen Grenzmur und erstreckt sich über Slowenien, Kroatien und Ungarn bis nach Serbien. “Die Artenvielfalt dieser Region zählt zu den reichsten Europas und wird nur noch von den tropischen Regenwäldern übertroffen”, erklärt WWF-Projektleiter Arno Mohl. “Um diese einzigartige Flusslandschaft gegen die ständigen Bedrohungen durch Kanalisierung, Wasserkraftwerksbauten und Schotterbaggerungen zu verteidigen, braucht es einen dauerhaften Schutz auf internationalem Niveau”, so Mohl. Die österreichische Firma Asamer unterstützt das Projekt des WWF.
Noch vor 20 Jahren waren die Unterläufe der Flüsse Drau und Mur Teil des Eisernen Vorhangs. Heute stehen die Flüsse für die grüne Vision eines vereinten Europas mit völkerverbindendendem Charakter. Alle fünf betroffenen Länder haben an den Flüssen bereits Naturschutzgebiete eingerichtet. Dazu zählen der ungarische Donau-Drau Nationalpark, der kroatische Regionalpark “Drau-Mur” sowie das Natura 2000 Gebiet an der steirischen Grenzmur.
Das rund 600 Kilometer lange Drau-Mur-Flussökosystem und die angrenzenden Augebiete an der Donau zählen zu den ökologisch wertvollsten Flusslandschaften Europas. Auf einer Fläche von über 4.000 Quadratkilometern findet sich eine enorme Artenvielfalt, die nur von jener der Tropenwälder übertroffen wird. Das Gebiet beherbergt mit über Hundert Brutpaaren die größte Seeadlerpopulation im Donauraum und ist Heimat des seltenen Schwarzstorchs und der extrem bedrohten Störart „Glattdick“. Auf den Kiesbänken brütet die im Binnenland fast ausgestorbene Zwergseeschwalbe. Die Auen entlang der Flüsse sind zudem wichtige Trinkwasserreservoirs für die Region, gewähren effizienten Hochwasserschutz und haben eine große Bedeutung für die Menschen als Erlebnis- und Erholungsraum.
Der WWF und seine Partner wollen die nationalen Schutzbemühungen zusammenzuführen und forcieren einen länderübergreifenden UNESCO-Biosphärenpark. Damit wäre ein grenzüberschreitender, internationaler Schutzstatus garantiert. Die kroatische und ungarische Regierung planen bereits die Errichtung eines gemeinsamen Biosphärenparks. Im Frühjahr 2010 soll er eröffnet werden. Der WWF hat sich zum Ziel gesetzt, das Schutzgebiet bis 2010 auch auf die Länder Österreich, Slowenien und Serbien auszudehnen.
“Es bietet sich an, dass die Steiermark die Grenzmur zwischen Spielfeld und Bad Radkersburg in dieses internationale Schutzgebiet einbindet”, erklärt Mohl. Die Grenzmurauen mit einer Gesamtfläche von rund 2.100 Hektar beherbergen die zweitgrößten Auwälder Österreichs, die bereits als Natura-2000-Gebiet geschützt sind. Managementpläne wurden bereits erstellt und Bemühungen des Landes Steiermark zur Revitalsierung der Flussauen sind in Arbeit. Neue Lebensräume für Eisvogel, Schwarzstorch und Fischotter wurden geschaffen. “Mit der Eingliederung des Natura 2000 Gebietes an der Grenzmur kann die Steiermark einen wichtigen Beitrag zum Aufbau dieses größten Flussschutzgebietes Europas leisten” appelliert Mohl an die steirischen Landespolitiker.
Der WWF bedankt sich bei der Firma Asamer für die Unterstützung des WWF Projektes für den Donau-Drau-Mur Biosphärenpark. „Wir freuen uns, einen Beitrag zur Umsetzung eines der größten Naturschutzprojekte Europas leisten zu können”, sagt Dr. Manfred Asamer, Vorstand der Asamer Holding AG.
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, Leiter Medien WWF Österreich, Tel. 01-48817-231
Websites: www.wwf.at/asamer und www.asamer.at.
Fotos zum Download auf www.wwf.at/presse.
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